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Wieder Leben im Märkischen Haus

Rathenow Wieder Leben im Märkischen Haus

Einige Jahre lang stand das Märkische Haus in der Berliner Straße leer. Aber nun zieht wieder Leben ein. Am 1. September startet eine Eltern-Kind-Gruppe. Während die Kleinen von einer Erzieherin betreut werden, können sich die Erwachsenen über das Thema Familie und andere Dinge, die ihnen am Herzen liegen, austauschen.

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Die Erzieherinnen Steffi Waschewski (li.) und Anja Wenzel werden sich im Märkischen Haus um Kinder und Eltern kümmern.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Das Märkische Haus in der Berliner Straße hat schon etliche Mieter gesehen. Die Volkssolidarität hatte dort jahrelang ihren Sitz, die Rathenower Verbraucherschutzzentrale ebenso. Zuletzt stand das Haus mit der grünen Fassade leer. Doch seit einigen Wochen ist wieder Leben in der Bude. Es wird gehämmert, gebohrt und geputzt. „Wir befinden uns mit der Renovierung auf der Zielgeraden“, sagt Kristina Kohn, Geschäftsführerin des Instituts für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW). Am Freitag werden die Räumlichkeiten wieder eröffnet. Ab dann werden Eltern mit Kindern die Räume im Erdgeschoss nutzen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Für 16 Kinder ist Platz in der Eltern-Kind-Gruppe in Trägerschaft des IKW. Finanziert wird das Angebot von der Stadt Rathenow und dem Kreis. Es gehe darum, alternative Betreuungsangebote zur klassischen Kita zu etablieren, sagt Rathenows 1. Beigeordneter Hans-Jürgen Lemle. Der Bedarf sei das, deshalb habe die Stadt das Vorhaben nach Kräften unterstützt. Der Vertrag mit dem IKW ist auf drei Jahre befristet. Er kann bei Bedarf verlängert werden.

Das Angebot richtet sich an Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren. Bei jungen Familien komme es oft vor, dass sich Eltern, die noch keinen Kita-Platz haben, mit der Betreuung alleine gelassen fühlten, berichtet Kristina Kohn. Die Eltern-Kind-Gruppe biete Gelegenheit, zwanglos in Kontakt mit anderen Eltern zu treten. Und weil eine ausgebildete Erzieherin während der Öff- nungszeiten ständig zugegen sei, könne man ganz entspannt ins Gespräch kommen, ohne das Kind ständig im Auge behalten zu müssen.

Die Kleinen haben genug Möglichkeiten, sich zu entfalten. Über 200 Quadratmeter groß sind die Räumlichkeiten, die mit kindgerechten Möbeln und jeder Menge Spielzeug ausgestattet sind. Dazu kommt das Außengrundstück hinterm Haus, das auf 300 eingezäunten Quadratmetern jede Menge Platz zum Toben und Tollen bietet.

Ganz entspannt soll es zugehen – für Kinder wie für die Eltern. „Manchen fällt nach den ersten aufregenden Wochen mit dem Kind die Decke auf den Kopf“, sagt die Kristina Kohn. „Wer einfach mal für ein, zwei Stunden unter Leute will, für den ist das genau das richtige Angebot.“

Und weil es in Sachen Kindererziehung immer hilfreich ist, sich mit anderen Eltern auszutauschen, gibt es einen großen Tisch, an dem die Erwachsenen dies tun können, während sich um den Nachwuchs professionell gekümmert wird. Natürlich stehen die Erzieherinnen den Eltern bei allen Fragen rund ums Kind mit Rat und Tat zur Seite.

Kostenlos und unverbindlich – mit diesen Schlagworten lässt sich das Angebot beschreiben. Man muss nichts bezahlen, man muss sich nicht anmelden, man kann – innerhalb der Öffnungszeiten – kommen und gehen, wann man will. „Wir wollen ein offenes Haus sein“, sagt Kohn.

Zusätzlich zu den 16 Plätzen in der Mutter-Kind-Gruppe wird es im Märkischen Haus noch acht Plätze geben für Kinder, deren Eltern verhindert sind. Für diese Kinder, um die sich eine weitere Erzieherin kümmert, muss offiziell und verbindlich ein Betreuungsvertrag geschlossen werden. Mit einer klassischen Kitabetreuung ist dieses Angebot dennoch nicht vergleichbar. Allein schon wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten der Einrichtung. Aber auch, weil es beispielsweise keine Essensversorgung gibt.

Zurück zur Eltern-Kind-Gruppe. Für maximal 16 Kinder ist die ausgelegt. Wie viele dann tatsächlich kommen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. „Die Erziehein ist jedenfalls immer da“, sagt Kristina Kohn. Egal ob ein Kind zu betreuen ist oder 16 durch die Räume toben.

Von Markus Kniebeler

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