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Wiederauferstehung eines Kunstwerks

11. Galmer Hofkultur Wiederauferstehung eines Kunstwerks

1967 sorgte Gerhard Göschels „Markokosmus“ für einen kleinen Skandal in der Kantorei der Liebfrauenkirche in Nürnberg. Fast 50 Jahre später hat der Künstler sein kinetisches Objekt der Empörung neu geschaffen. Im Rahmen der 11. Galmer Hofkultur wird es am 5. September erstmals zu sehen sein. Auf die Reaktionen des Publikums darf man gespannt sein.

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Die Galmer Hofkultur hat sich zu einem beliebten Kulturereignis in der Region entwickelt, das Gäste aus verschiedensten Teilen der Republik anlockt.

Quelle: Christin Schmidt

Galm. Einmal mehr wird fernab der Hauptstadt in der tiefsten havelländischen Provinz zeitgenössische Kunst und Musik zelebriert. Dazu haben Annette und Gerhard Göschel gemeinsam mit dem Komponisten Jörn Arnecke ein Programm zusammengestellt, dass Augen und Ohren und den Geist gleichermaßen fordert. Arnecke, der wieder den musikalischen Part beisteuert, hat Helmut Oehrings „Foxfire Zwei“ (1993/2003) für Bassflöte solo und „Sexton A.“ (1996) für Viola solo ausgewählt. Dazu Arneckes Stück „Berührungen“ (2005) für Viola und Bassflöte. Zwei Musikerinnen der Kammerakademie Potsdam interpretieren die Werke, der Musikwissenschaftler Philipp Stein wird das Konzert moderieren.

Neben dem Musischen spielt die bildende Kunst eine Hauptrolle im Rahmen der Galmer Hofkultur. Gerhard Göschel hat sich dafür die Künstlerin Ina Matwejewa-Abuschenko an seine Seite geholt und zeigt mit ihr Malerei, Objekte und Installationen. Darunter auch das eingangs erwähnte Werk „Makrokosmus“ von Göschel. Genau genommen müsste es“Makrokosmus 2015“ heißen, denn das Original hat der Künstler höchstpersönlich in einem Anflug von Wut und Enttäuschung zerstört.

„Das ist kein Kulturgut“

Im August 1967 stand das kinetische Objekt vor dem Altar in der Kantorei der Liebfrauenkirche in Nürnberg – eine künstlerische Ergänzung zum Werk „Makrokosmus 67“ des Komponisten Dieter Salbert. Ein zeitgenössisches Werk an so exponierter Stelle in einem solchen Rahmen, das war ein Skandal, erinnert sich Göschel. „Man hat das damals als Blasphemie empfunden“, ergänzt seine Frau. Sie trauert noch immer dem Zerstörungsakt ihres Mannes hinterher. Umso glücklicher ist sie, dass der „Makrokosmus“ nun neu entsteht.

Kunst von Gerhard Göschel auf dem Galm

Kunst von Gerhard Göschel auf dem Galm.

Quelle: Ch. Schmidt

Eine Scheibe aus Holz mit einem Durchmesser von etwa 1,80 Meter, versehen mit kleinen Lampen, Plastikschläuchen und einem Motor. Das Original hatte Göschel geviertelt um es in einem 2CV von Berlin nach Nürnberg zu transportieren. Am Grenzübergang Töpen-Juchhöh endete die Reise vorerst. „Sie führen Kulturgut aus dem Land“, warfen ihm die Grenzbeamten vor. „Daraufhin erklärte ich, dass das kein Kulturgut ist. Das wird es vielleicht in einem Jahrhundert.“ Fünf Stunden und ein Gespräch mit einem Major der Volkspolizei später durfte Gerhard Göschel mit seinem Makrokosmus weiterfahren.

Kunstgenuss in zwangloser Atmosphäre

Es hängen also eine Menge Erinnerungen an dem Werk, die in den vergangenen Wochen in den neuen „Makrokosmus“ eingeflossen sind. Einen Einblick wird der Kunsthistoriker Wolfgang Siano geben, der die Ausstellung am 5. September eröffnet. Die zwanglose Atmosphäre soll dabei die Gäste animieren, sich auf Neuartiges einzulassen, mit Künstlern und Interpreten ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen oder alte zu vertiefen.

Das Kulturzentrum hat die Hofkultur in seine Veranstaltungsreihe „Kultur auf Tour“ aufgenommen und kümmert sich seit 2013 um die Organisation. Eine große Erleichterung für die Gastgeber, denn ohne das Engagement und die Unterstützung des Kulturzentrums sowie weiterer zahlreicher Förderer würde es wohl kein Treffen mehr der havelländischen Kulturszene auf dem Galm gegeben. Karten für die Hofkultur gibt es im Vorverkauf an der Theaterkasse im Rathenower Kulturzentrum,   0 33 85/51 90 30. Die Veranstaltung beginnt am 5. September um 14 Uhr, Einlass ab 13.30 Uhr.

Von Christin Schmidt

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