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Havelland Wiedergeburt der alten Schule
Lokales Havelland Wiedergeburt der alten Schule
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00:30 08.08.2015
Arzt Matthias Redsch mit den Azubis Nicole Neuhaus (l.) und Eileen Schröder. Quelle: Jens Wegener
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Gross Behnitz

„Nein, 76 Patienten wie am ersten Tag bei der Praxiseröffnung 2010 im Kita-Gebäude in Groß Behnitz, habe ich dieses Mal nicht geschafft. Aber das ist nicht schlimm. Ich freue mich, in den hellen und größeren Räumen mitten im Dorf arbeiten zu können“, sagt Matthias Redsch. Der Allgemeinmediziner ist samt Praxis vor wenigen Tagen aus den Räumen im Kita-Gebäude in Groß Behnitz aus- und in die sanierte und umgebaute untere Etage der alten Schule eingezogen. Damit ist der Arzt neben dem Heimatverein Behnitz, dem Café „Treff 46“ von Leane Paul und Jörg Schmelzer dem Frisör von Rita Fiedler der nächste neue Mieter. „Jetzt fehlt nur noch der Jugendklub, dann ist das Haus voll“, freut sich der Groß-Behnitzer Ortsvorsteher Wolfgang Jung (LWN).

Die Entwicklung mit der alten Schule, die 1998 geschlossen wurde, bevor 1999 der Heimatverein einzog, ist aus Sicht der Groß-Behnitzer mehr als erfreulich. „Viele waren skeptisch, dass in dieses Gebäude mal wieder Leben einziehen wird. Ich auch“, gesteht der Ortsvorsteher. Aber dank eines guten Zusammenwirkens mit der Stadt Nauen sei das gelungen. „Wenn alles fertig ist, haben wir etwa 320 000 Euro in den Umbau der alten Schule investiert“, sagt Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) und ergänzt: „Das ist keine Notlösung, das ist ein Vorzeigeobjekt.“

Freuen können sich die Patienten von Matthias Redsch, wenn sie in die neuen Praxisräume kommen. Dazu wurde die untere Etage des Gebäudes komplett umgebaut. Es gibt öffentliche und extra Toiletten für die Arztbesucher, darunter auch eine behindertengerechte. Ebenfalls neu ist am zweiten seitlichen Eingang des Gebäudes ein Treppenlift, über den gehbehinderte Menschen in den Wartebereich gelangen können. Auch das anfängliche Problem mit dem Wartezimmer sei gelöst, sagt der Arzt. „Die Patienten können im Raum neben dem Café sitzen und werden per Sprechanlage aufgerufen“, erklärt Redsch. Zwischen dem Café und dem Warteraum gibt es eine Schiebewand, die zu den Sprechzeiten des Arztes montags vormittags und donnerstags nachmittags geschlossen ist. Außerdem sind die Öffnungszeiten des Cafés so, dass sich beide nicht in die Quere kommen.

Hintergrund

Am 1. August 2010 wurde aus zwei kleinen Kindertagesstätten eine große. Die Kita „Sonnenschein” in Groß Behnitz ist seitdem eine Zweigstelle der „Zwergenvilla” in Wachow. Beide Häuser führt die Kinderwelt aus Potsdam, die im Havelland außerdem noch eine Kita in Zeestow betreibt.

Die Kita „Sonnenschein" in der Straße „Alte Gärtnerei“ nimmt etwa die Hälfte des Gebäudes ein. Über den Eingang an der anderen Seite gelangten die Patienten zum Arzt, die Kunden in den Frisör und die Kinder in den Jugendklub.

Im Jahr 2012 ließ die Stadt Nauen einen für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer geeigneten Zugang zur Arztpraxis bauen.

Dann folgte das Angebot der Kinderwelt Potsdam, das Gebäude kaufen und sanieren zu wollen, wenn alle Mieter raus sind.

Sollte es zu einem Kauf kommen, würden die Umbauarbeiten am Kita-Gebäude bei laufendem Betrieb erfolgen, um eine vorübergehende Schließung des Hauses zu verhindern, so die Kinderwelt.

Wenn Rita Fiedler ihr kleines Frisörgeschäft in einem Raum gegenüber der Arztpraxis eröffnet hat, fehlt nur der Jugendklub, der noch im Kita-Gebäude untergebracht ist. Die Jugendlichen sollen ein Domizil in der oberen Etage neben dem Heimatverein beziehen. Zuvor muss der zweite Fluchtweg realisiert, sprich eine Außentreppe angebaut werden. „Das ist in Arbeit“, sagt Detlef Fleischmann.

Der Umbau und die Umnutzung der alten Schule in Groß Behnitz ist eng verknüpft mit dem Erhalt des Kita-Gebäudes in der Straße „Alte Gärtnerei“. Seit 2010 betreibt die Kinderwelt Potsdam die Einrichtung, die eine Zweigstelle der Kita Wachow ist. Etwa 25 Kinder werden in Groß Behnitz bereut.

Doch der Flachbau aus DDR-Zeiten entspricht schon lange nicht mehr den Anforderungen einer modernen Kita. Einige Eltern haben ihre Sprösslinge deshalb in anderen Orten, zum Beispiel in Lietzow“ angemeldet. „Um diese Entwicklung zu stoppen und die Kita langfristig im Dorf zu erhalten“, so Ortsvorsteher Wolfgang Jung, laufen seit vergangenem Jahr Gespräche zwischen der Kinderwelt und der Stadt Nauen. Der Träger hatte mehrfach betont, das Kitagebäude kaufen, sanieren aber auch einige Teile abreißen zu wollen. Bedingung war, dass die anderen Mieter ausziehen, was nun (fast) geschehen ist. Auf Nachfrage der MAZ sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Kinderwelt Steffen Siegert: „Wir stehen nach wie vor zu unserem Angebot, die Kita Sonnenschein zu sanieren. Leider liegt uns bis heute weder ein Kaufangebot, noch ein Vertragsentwurf von der Stadt Nauen vor. Gründe sind uns nicht bekannt.“ Eine Erklärung liefert Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann: „Es war ein Wertgutachten gewünscht. Das ist kurz vor der Fertigstellung. Dann können wir über den Kaufpreis sprechen."

Von Jens Wegener

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