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Havelland Wiederholungstäter bleibt auf freiem Fuß
Lokales Havelland Wiederholungstäter bleibt auf freiem Fuß
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10:58 11.10.2016
Im Zweifel für den Angeklagten – der 47-jährige Wiederholungstäter bleibt auf freiem Fuß. Quelle: Dpa
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Nauen/Schönwalde-Glien

Wegen des Verdachts der Hehlerei mit Fahrzeugteilen musste sich am Montag ein einschlägig vorbestrafter 47-Jähriger aus Falkensee vor dem Nauener Amtsgericht verantworten.

Ursprünglich auf der Suche nach einem gestohlenen Motorboot durchsuchte die Berliner Kriminalpolizei im September 2014 ein Grundstück in Schönwalde-Glien, auf dem der angeklagte Lars Ludwig (Name geändert) zusammen mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn gelebt hatte. Obwohl von dem Boot bis heute jede Spur fehlt, stellten die Beamten an diesem Tag insgesamt 26 Motorradgetriebe und -motoren, die zum größten Teil aus Diebstählen stammten, sowie ein komplettes Motorrad, das zehn Tage zuvor zur Fahndung ausgeschrieben worden war, sicher. Da Ludwig zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits in Trennung von seiner Frau lebte und bei seiner Mutter in Falkensee gemeldet war, konnte ihm das Lagern der gestohlenen Fahrzeugteile nicht nachgewiesen werden und er wurde von der Anklage freigesprochen.

Aussage wurde verweigert

Sowohl der Angeklagte als auch seine Ex-Frau machten von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Auch die Befragung der direkten Nachbarn des Schönwalder Grundstücks führte zu keinem Ergebnis. So gut kenne man sich nicht, man nehme höchstens die Post des anderen entgegen, sagte eine Nachbarin aus. Angaben zum Auszug des Angeklagten könne sie nicht machen, ebenso hätte sie nie bemerkt, ob oder wie oft sich Lars Ludwig noch auf dem Grundstück aufgehalten habe. „Eine Zeit lang hat er auf dem Nachbargrundstück das leerstehende Haus renoviert“, so die 64-jährige Nachbarin weiter, wann das war, könne sie nicht mehr sagen. „Ich habe den Angeklagten außerdem nie mit Fahrzeugteilen oder Motorrädern gesehen.“

Da neben dem Namen Ludwig noch die Namen zwei weiterer Personen auf dem Klingelschild an der Schönwalder Adresse standen und die Personen dort tatsächlich auch gemeldet waren, war die Schuld des Angeklagten, der erst im April 2014 wegen Hehlerei verurteilt worden war, nicht zu beweisen. Zudem hatten die Beamten lediglich Ludwigs Ex-Frau und den gemeinsamen Sohn am Durchsuchungstag angetroffen.

Langes Vorstrafenregister

Auch die anschließende Durchsuchung der Falkenseer Wohnung seiner Mutter führte zu keinem Ergebnis, da er dort lediglich einige Kleidungsstücke lagerte, jedoch bereits bei einer neuen Freundin lebte. Das ergab die Befragung der Berliner Polizeibeamten, die vor zwei Jahren im Einsatz waren, jedoch keine weiteren Ermittlungen zu den anderen Personen aufgenommen hatten, die auf dem Schönwalder Grundstück gemeldet waren. Dass die in Trennung lebende Frau des Angeklagten, die als Einzige brauchbare Aussagen gemacht hatte, vor Gericht nicht aussagen muss und auch ihre damaligen Angaben keine Auswirkung auf das Verfahren haben, wurde der Staatsanwaltschaft im Gerichtssaal zum Verhängnis. Trotz Ludwigs Vorstrafenregisters, das mehrere Verurteilungen wegen Fahrens ohne Führerschein, Urkundenfälschung, Körperverletzung, Diebstahl und Hehlerei beinhaltet und aufgrund dessen er bereits mehrere Freiheitsstrafen verbüßen musste, kam es im Nauener Amtsgericht wegen des Mangels an Beweisen zu einem Freispruch.

Von Laura Sander

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