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Havelland Wiesen stehen unter Wasser
Lokales Havelland Wiesen stehen unter Wasser
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20:49 06.02.2018
Uwe Bublitz von der GWL Wachow weiß nicht, ob er diese Flächen überhaupt noch in diesem Jahr bewirtschaften kann. Die Zeit wird knapp. Quelle: Andreas Kaatz
Havelland

Vielerorts im Havelland stehen derzeit Wiesen unter Wasser. Denn aufgrund der hohen Niederschlagsmenge sind die Böden in der Region gesättigt. Die Gräben schaffen es nicht, das Wasser aus der Landschaft zu leiten, stehen teilweise randvoll. „Wenn es jetzt Niederschlagsereignisse gäbe, hätten wir keinen Puffer“, sagt Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

Für ihn gibt es ein grundsätzliches Problem, was sich zuletzt erst wieder beim Starkregen im vergangenen Sommer gezeigt hat. „Das ganze Grabensystem war mit der Menge überfordert.“ 2017 sei hinsichtlich der Regenmengen ein außergewöhnliches Jahr gewesen. „Das erste Halbjahr war zu trocken, dann kamen im zweiten Halbjahr die riesigen Regenmengen. Es war einfach zu viel." Das Havelland musste nach 2007 die zweithöchsten Regenmengen der vergangenen zehn Jahre verkraften.

Für Funke ist nun wichtig, aus dieser Situation zu lernen. Nach seiner Ansicht ist die Qualität der Grabenpflege nicht ausreichend. An bestimmten Stellen, wo es schnell wieder zuwächst, „brauchen wir dringend eine Frühjahrskrautung“. Er sieht den Wasser- und Bodenverband in der Pflicht, bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises einen entsprechenden Antrag zu stellen. Doch wie Sebastian Steiner vom Wasser- und Bodenverband „Großer Havelländischer Hauptkanal – Havelkanal – Havelseen“ mit Sitz in Nauen sagt, habe man dies auch getan. „Vom Landkreis Havelland steht die Antwort aber noch aus“, so Steiner.

Vor der Wende sei es üblich gewesen, mehrfach im Jahr zu krauten. Aufgrund der naturschutzfachlichen Bestimmungen wäre dies jetzt nicht mehr möglich. „Teilweise können wir erst im August damit beginnen.“ Doch wenn es erst einmal geregnet hat, so wie 2017, dann ist es zu spät, stehen die Gräben voll. Sobald die Krautung wieder möglich ist, könne man aber nicht überall gleichzeitig sein, nennt Steiner das Dilemma. „Wir möchten deshalb, dass es in wichtigen Gräben eine vorgezogene Krautung ab Ende Juni gibt“, sagt er. Fürs gesamte Verbandsgebiet, das weit übers Havelland hinaus geht, sei die vorgezogenen Krautung für 200 Kilometer Gräben beantragt worden. Der Landkreis Havelland hat für seinen Bereich mehrere Verbände beteiligt. „Die Ergebnisse werden jetzt ausgewertet und danach erfolgt die Entscheidung“, sagt Kreissprecherin Caterina Rönnert.

Uwe Bublitz von der Genossenschaft Wachower Landwirte (GWL) fürchtet um das Grünfutter für seine Kühe. Denn auch bei ihm – ebenso wie bei den Landwirten im benachbarten Weseram – sind viele Wiesenflächen derzeit überflutet, insgesamt geht es um rund 150 Hektar. „Wir haben auch noch mit dem Wasser aus dem Herbst zu tun“, sagt der 61-Jährige. „Das heißt für uns, dass wir manche Flächen gar nicht oder erst später bewirtschaften können.“

Abhilfe wäre aus seiner Sicht möglich, doch dazu benötigt er die Einsicht des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Denn der ist für ein Klappenwehr bei Päwesin zuständig, über das die Flächen der GWL entwässert werden. Festgelegt ist, dass das Wehr ab 15. Februar um 40 Zentimeter abgesenkt wird. Bublitz hätte es jedoch gerne gehabt, dass dies schon früher geschieht – am besten ab 20. Januar – damit das Wasser Zeit hat abzulaufen. Ein Antrag war gestellt, aber abgelehnt worden. Bublitz soll umfangreiche Nachweise dafür bringen, dass es viel geregnet hat. Diese Forderung versteht er nicht: „Die Flächen stehen doch unter Wasser. Wir haben 2017/18 ein wesentlich höheres Niederschlagsaufkommen.“ Nun ist Bublitz mit dem Vizelandrat von Potsdam-Mittelmark im Gespräch, hofft auf eine positive Wendung. Denn jeder Tag, den das Wehr früher abgesenkt wird, zählt für ihn. Um die Wiesen vorzubereiten und zu düngen brauche es seine Zeit. Sonst gibt es keinen Ertrag.

Von Andreas Kaatz

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