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Wildgarten statt tristem Parkplatz

Elstal Wildgarten statt tristem Parkplatz

in Wildgarten macht ja bekanntlich besonders viel Arbeit – davon kann Erich Henke ein Lied singen. Seit seinem Umzug nach Elstal vor 16 Jahren pflegt er das Grün vor seinem Haus Am Radelandberg, verbringt täglich mehrere Stunden in seinem Wildgarten.

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Erich Hanke verbringt täglich mehrere Stunden in seinem Wildgarten.

Quelle: Laura Sander

Elstal. Ein Wildgarten macht ja bekanntlich besonders viel Arbeit – davon kann Erich Henke ein Lied singen. Seit seinem Umzug nach Elstal vor 16 Jahren pflegt er das Grün vor seinem Haus Am Radelandberg. Rotdorn, Flieder und der herrlich gelb blühende Currybusch ziehen alle Blicke auf sich. Außerdem lebt der 85-Jährige seinen grünen Daumen auf einem unbebauten Grundstück gegenüber seines Wohnhauses aus, das den Russen als Parkplatz und während der Umbaumaßnahmen der Kasernen als Stellplatz für die Baufahrzeuge diente. „Der Boden war zwar nie richtig befestigt, wurde aber immer wieder platt gemacht und festgedrückt, war von der Beschaffenheit mehr Beton als Sand. In der Anfangszeit musste ich daher dem Untergrund daher mit einer Spitzhacke zu Leibe rücken, um ihn etwas zu lockern“, erinnert sich Erich Henke. Ein unschöner Nebeneffekt der Freifläche: „In den vielen Schlaglöchern im festen Sand bildeten sich Pfützen und die zogen Schmeißfliegen und Mücken an. Wir konnten unsere Fenster nicht öffnen, das war unerträglich“, so Ehefrau Klara Henke.

Säckeweise Muttererde

Säckeweise Muttererde, die der Rentner aus dem Baumarkt holte, konnten das Problem schließlich lösen. „Im Boden selber war kein Leben möglich. Die Muttererde haben ich noch mit Ton und Dünger versetzt, dann konnte ich erste Anpflanzungen vornehmen“, sagt Henke, der vor allem eine Entscheidung von damals heute bereut. „Die Essigbäume hielt ich damals für exotisch. Dass sich die Flachwurzler jedoch vermehren, wie Unkraut, damit habe ich nicht gerechnet – heute bekämpfe ich sie mehr, als dass ich sie pflege“, sagt der Elstaler, der vor allem im Sommer gut zu tun hat und täglich mehrere Stunden in seiner Anpflanzung zubringt. „Mein Mann freut sich immer wenn es mal regnet. Bleibt es jedoch trocken, ist er stundenlang damit beschäftigt, Kanne für Kanne über die Straße zu schleppen“, sagt seine 86-jährige Ehefrau. Das Wasser für seine Anpflanzung muss der Hobbygärtner nicht bezahlen, dank eines extra Wasserzählers.

Königin der Nacht

Die grauen Steine sammelte sich Erich Henke über die Jahre zusammen – im Beet sorgen sie für die Auflockerung des Bodens und bieten als Umrandung Schutz. Die meisten seiner Pflanzen hat der ehemalige Grenzoffizier gekauft, einige tauchten auf wundersame Weise in der Anpflanzung auf. „Das ist Natur. Sie pflanzt sich selber fort“, so Klara Henke, die erst Werklehrerin im Polytechnischen Zentrum und anschließend in der Thälmann-Grundschule in Falkensee war. „Wir haben damals noch in West-Staaken gelebt. Schon dort hat mein Mann das Gelände rund um unser Wohnhaus gepflegt und mit Kakteen bepflanzt - damals hat er sogar etwas Geld für seine Arbeit bekommen“, so die 86-Jährige, die bis vor kurzem stolze Besitzerin eines 30 Jahre alten Schlangenkaktus, der „Königin der Nacht“, gewesen ist. „15 Jahre hatte ich die Pflanze in der Wohnung und nie hat sie geblüht. Erst als ich sie hier in Elstal auf den Balkon gestellt habe, hat sie ihre wunderschönen weißen Blüten gezeigt“, sagt Klara Henke, die die Pflanze kürzlich der Elstaler Grundschule vermachte.

Pflanzen sind den Henkes heilig. Da wundert es nicht, dass auch ihr Hausflur in einem herrlichen Grün erstrahlt. Pflanzen, die bereits entsorgt wurden, schenkt das Ehepaar neues Leben und peppelt sie wieder auf. „Ohne mein Beet und die Pflanzen wäre mir ganz schön langweilig. Natürlich ist die Arbeit mit zunehmendem Alter immer schwerer, aber ich mache sie gerne“, sagt Erich Henke.

Von Laura Sander

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