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Willkommen in Bredow!

MAZ-Dorfporträtserie: „Schöne Grüße aus...“ Willkommen in Bredow!

Auf den ersten Blick ist Bredow nur ein idyllisches Örtchen. Tatsächlich aber ist das Dorf noch viel mehr. Schon einige Fernseh- und Kinofilme sind hier gedreht worden, außerdem haben mit Amazon und Zalando zwei internationale Firmen hier einen Standort. Ein Dorfporträt in der MAZ-Serie „Schöne Grüße aus...“

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Bredow ist ein Ortsteil von Brieselang. In dem Ort sind rund 650 Menschen zuhause.

Quelle: Christiane Flechtner

Bredow. Otto Sander war schon hier. Und Ben Becker. Auch Schauspieler Otfried Fischer ging hier ein und aus. Denn das kleine Örtchen Bredow im Havelland, heute ein Ortsteil von Brieselang, diente bereits viermal als Drehort für verschiedene Fernsehfilme, darunter Filme der Reihe Polizeiruf 110 wie „Tote Gleis“ oder „Das Wunder von Wustermark“ und „Dettmanns weite Welt“ mit Katharina und Anna Thalbach. Aber auch die Folge „Heiliger Birnbaum“ der Serie „Pfarrer Braun“ ist hier entstanden.

„Unser Dorf hat dadurch einige Berühmtheit erlangt“, sagt Ortsvorsteher Erhard Moebes und zieht bedächtig an seiner Tabakpfeife. Sonst sei es aber eher ruhig. Alles beschaulich und klein. Das bestätigt auch der Ortschronist Klaus-Peter Fitzner.

Die Bäckerei von Roberto Eue gibt es nicht mehr, und auch der Bahnhof ist seit 1992 nicht mehr in Betrieb. Auch eine Schule gibt es nicht mehr. Und dem Schloss fehlt das Mittelteil. „Wir planen jedoch, das alte Gutshaus als Gemeindehaus wieder aufzubauen“, sagt Moebes.

Gestern & heute

Im Jahr 1208 wurde Bredow zum ersten Mal in einer Urkunde des Bischofs von Brandenburg an das Domkapitel erwähnt.

Zu dieser Zeit war Bredow lediglich ein Pfarrhof. Im Jahre 1309 verlieh Markgraf Woldemar dem Vogt Matthias von Bredow für 206 Mark Silber das Dorf Bredow.

Bredow wuchs auf heute rund 650 Einwohner an. Die Einwohnerzahl ist stabil. Rund vier Fünftel sind Alteingesessene, ein Fünftel Neu-Bredower.

Neben dem Verein Bredow im Havelland e.V. sind auch der Angelverein Stichling Brieselang e.V., der Förderverein der Kita und die Feuerwehr aktiv. Auch die Jagdgenossenschaft ist vor Ort, denn der Bredower Forst mit seinem Rehwild zieht sich bis hinüber nach Falkensee.

Bredow ist heute ein Ortsteil von Brieselang und ist Standort von zwei Weltfirmen: Amazon und Zalando, beides sind große Internet-Versandhändler. So geht es von Bredow heute in die ganze Welt.

Das Dorf, das im Jahr 2008 seinen 800-jährigen Geburtstag feierte, könnte sicher einige Geschichten erzählen. Zum Beispiel über die furchtbare Feuersbrunst, die am 4. August 1859 hier wütete und fast das ganze Dorf samt Kirche in Brand setzte:

Pastor Lehmann berichtete darüber im Anhang seines Kirchenbuches:

„Am 4.August (Donnerstag) mittags ein Uhr brach neben dem Pfarrgehöft im Wohnhause des Kossäten Ebel Feuer aus, dessen Ursache nicht ermittelt worden ist. Von dem starken Wind wurden die Flammen rasch weitergetragen. Es brannten nieder: Kirche und Turm, die Pfarrscheune, vom Rittergut fünf Häuser, drei Scheunen, fünf Viehställe, fünf Bauerngehöfte, ferner die Gehöfte von zehn Kossäten, vier Großbüdnern, sechs Büdnern, zwei Gemeindefamilienhäuser von je zwölf und vier Familien und das Gemeindehaus.“

Die Dorfkirche ist ein Hingucker

Die Dorfkirche ist ein Hingucker.

Quelle: Christiane Flechtner

Die Kirche wurde später wieder aufgebaut – unweit des Dorfteichs. „Von solchen Teichen gab es hier einmal 22 Stück“, weiß Ortschronist Fitzner. „Man hat in diesen Teichen Blutegel gezüchtet – was ein schwieriges Unterfangen vor allem ausländischer Blutegelarten war“, fügt er hinzu.

Obwohl Bredow nur langsam wächst, ist Leben im Ort: Die 57 Mädchen und Jungen der Kita „Bredower Landmäuse“ in der Ringstraße 14 toben mit lautem Gekreische im Kita-Garten, und im Gasthaus wird zu Mittag gegessen. Regelmäßig trainiert der Bredower SV 47 auf dem Fußballplatz und kickt, schießt und kämpft um Tore in der 2. Kreisklasse.

Regelmäßig im Jahr finden Veranstaltungen statt, zum Beispiel das Bredower Teichfest im Frühjahr mit Neptun und Teichfee. Oder das große Erntefest. Und natürlich treffen sich die Bredower auch regelmäßig zu Rommee und Skat.

Das Dorf hat sogar seinen eigenen Fanshop von A wie Aufkleber „Ich bin ein Bredower“ bis hin zum Taler „1 Brede“ und einer 800-Jahr-Gedenkmünze.

Ob Bredow nach einem uralten Adelsgeschlecht benannt wurde oder die Familie von Bredow sich nach dem Dorf benannte, ist bis heute ungeklärt. „Allerdings ist die Familie von Bredow bis heute mit dem Ort verbunden. Vor etwa vier Wochen hat der Urenkel der Gutsherrenfamilie der heute in Kanada lebt, hier geheiratet.

Das Eingangsportal der Kirche

Das Eingangsportal der Kirche.

Quelle: Christiane Flechtner

„Heute wohnen hier mehr Schafe als Menschen“, sagt er. Mehr als doppelt so viele, wenn man die rund 1500 wollenen, blökenden Vierbeiner mit den etwa 650 zweibeinigen Bewohnern vergleicht. „Es ist eben wirklich ein Dorf, und hier wird auch noch richtig Landwirtschaft betrieben“, sagt Moebes. Der Schäfer Schulz ist hier ansässig, die Rinderzucht, der Agrarbetrieb für Feldfrüchte und der Reithof Pademann.

Und es gibt die Stutenmilchfarm „Grüne Oase“, auf der Geschäftsführerin Elvira Hagen, die auch gleichzeitig Heilpraktikerin ist, eine ganz besondere Farm geschaffen hat: „Es ist eine Farm mit Charme, die Menschen auf dem Weg zu einem gesunden und erfüllten Leben mit Rat und Tat zur Seite steht“, sagt sie. „Um das körperliche und seelische Gleichgewicht ins Lot zu bringen, stehen hier Angebote der Naturheilpraxis, Therapiehengste, Stutenmilch, Naturkosmetik und Seminare zur Verfügung“, fügt sie hinzu. Christiane Flechtner

Von Christiane Flechtner

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