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Havelland Wilma Wels für einen Tag
Lokales Havelland Wilma Wels für einen Tag
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14:29 12.08.2015
Günter Schliewe, der sonst Wilma Wels ist, mit dem Maskottchen. Quelle: privat
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Rathenow

An dieser Stelle berichten wir gewöhnlich über die neuesten Blumenschauen und stellen die Menschen vor, die die Bundesgartenschau (Buga) zu dem machen, was sie ist: ein farbgewaltiges Erlebnis, das bereits mehr als 750 000 Besucher in die Havelregion gelockt hat.

Nur einer Frage sind wir auf der Buga-Seite bislang nicht auf den Grund gegangen: Wie fühlt es sich eigentlich an als Wilma Wels auf der Buga? Die plüschgewordene Fischdame ist längst der Star der Gartenschau. Sobald sie über eines der fünf Buga-Areale wandelt, bleiben die Besucher stehen, grüßen und posieren für ein Erinnerungsfoto. Alle lieben Wilma Wels. Es muss ein tolles Gefühl sein, überall so herzlich begrüßt zu werden und kleine Kinderköpfe zu tätscheln, dachte ich mir – und wagte den Versuch, selbst zu Wilma Wels zu werden.

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Sie ist ein Maskottchen zum Knuddeln: Wilma Wels. Selbst an heißen Tagen wandeln Wels-Darsteller Günter Schliewe und Roserita Braunsdorf im Fischkostüm über die Buga- Areale. MAZ-Reporterin Josefine Sack wollte wissen, wie es sich unter sieben Kilogramm Stoff bei 30 Grad Celsius anfühlt – und schlüpfte selbst dafür ins Wels-Kostüm.

Gesagt, getan. Ein Anruf bei Edith Klee, Mitarbeiterin im Buga-Vertrieb, die die Einsätze des Buga-Maskottchen koordiniert: „Na, Sie sind ja mutig bei den Temperaturen“, sagt sie und meint damit die für die kommenden Tage gemeldete Hitzewelle. „Die Kollegen werden sich sicher über die Ablösung freuen“, fügt sie hinzu. Die Kollegen, das sind Günter Schliewe (58) und Rita Braunsdorf (54) – die beiden Rathenower sind echte Profis in Sachen Knuddelmaskottchen. Schon zur Landesgartenschau 2006 schlüpften sie in die Rolle der Biber-Maskottchen.

Wir verabreden uns im Optikpark, wo in der Ferienzeit besonders viele Kinder unterwegs sind – für Wilma Wels erst recht ein Grund, vorbeizuschauen. Doch zunächst heißt es umziehen: Das schillernd-blaue Kostüm besteht aus insgesamt fünf Teilen. Ein Kleidungsstück nach dem anderen holt Günter Schliewe aus der riesigen Reisetasche: Das soll ich echt alles anziehen, bei 30 Grad Celsius? Schon vom Zusehen bilden sich Schweißerlen auf meiner Stirn. Schliewe erklärt, in welcher Reihenfolge ich was anziehen soll. Zuerst die lange Glitzerhose, danach die Überzieher für meine Sandalen. Gerade will ich nach dem Wels-Kopf greifen, da belehrt mich Schliewe: „Zuerst die Handschuhe!“ „Handschuhe, muss das sein?“, bettle ich. Doch es hilft nichts: „Fische haben keine Hände, sondern Flossen“, lautet seine ernüchternde Antwort. Widerwillig streife ich die Handschuhe über.

Als nächstes kommt das Leibchen mit den großen Flossen. Klobig und unbeholfen fühle ich mich an, nachdem ich meine Arme in das Jäckchen gesteckt habe. Zum Schluss schlüpfe ich kopfüber in den Fischkopf. Wie ein schwerer Stein sinkt er auf meine Schultern.Sieben Kilogramm wiegt die komplette Welsmontur. „Nur halb so viel wie das Biberkostüm zur Laga“, versucht Schliewe mich aufzumuntern – für mich kein wirklicher Trost. In der Kluft ist es warm und stickig und vor allem: dunkel.

Als Sehschlitz fungiert nur das schmale Welsmaul. Das hat es in sich: Zwar reicht der Schlitz, um weit geradeaus zu gucken, nicht jedoch, um zu sehen, was genau vor der Welsnase passiert. Vorsichtig tapse ich über die Wege im Optikpark, um bloß kein Kind zu übersehen – alles andere als einfach, denn sobald die kleinen Gäste mich – also Wilma Wels natürlich – entdeckt haben, wollen sie meine Hand – ähm Flosse – schütteln oder abklatschen, was in dem unförmigen Plüschkostüm zur motorischen Herausforderung wird.

Zum Glück passt Günter Schliewe auf, dass ich niemanden umrenne. Immer wieder muss ich für Fotos stehen bleiben. Manche Besucher haben bei der Hitze auch Mitleid: „Der arme Kerl, der da drin steckt“, sagt eine Besucherin, die sich mit einem violetten Regenschirm gegen die Sonne schützt. Antworten darf ich der besorgten Dame leider nicht, denn: Welse sprechen nun mal nicht.

Von Josefine Sack

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