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Wind bläst Wetterfahne vom Kirchturm

Buckow Wind bläst Wetterfahne vom Kirchturm

Die Wetterfahne auf dem Turm der Wallfahrtskirche Buckow ist eigentlich keine Fahne sondern ein hölzerner Fisch. Der ist kaputt, weil ihn eine Windbö zu Boden riss. Nun soll das Symbol ersetzt werden. Die Mitglieder des Fördervereins Wallfahrtskirche haben mit dem zerbrochenen Fisch etwas Besonderes vor.

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Henry Kilian vom Förderverein Wallfahrtskirche Buckow, mit dem vom Turm gewehten und zerbrochenen Fisch aus Eichenholz.

Quelle: Norbert Stein

Buckow. Henry Kilian vom Förderverein Wallfahrtskirche Buckow hält einen aus Eichenholz gefertigten Fisch in den Händen. Der Fisch in Form eines Hechts zierte 76 Jahre die Wetterfahne auf dem 24 Meter hohen Turm der Wallfahrtskirche in Buckow. Etwa 80 Zentimeter lang und 18 Zentimeter breit ist der Fisch. Ende Mai hat eine Windbö das hölzerne Symbol, das an eine Eisenstange gebohrt war, aus der Halterung gerissen.

Der Holzfisch zerbrach und fiel vom Turm. Mitglieder des Fördervereins fanden bei einem Rundgang um die Kirche den hinteren Teil des Fisches. Henry Kilian suchte weiter und fand auch den Fischkopf. Obwohl die Witterungseinflüsse der letzten Jahrzehnte auf dem Eichenholz starke Spuren hinterlassen haben, ist noch die Inschrift „1941“ zu erkennen.

„Der damalige Buckower Kirchenälteste Paul Bahrs habe 1941 den Fisch aus Eichenholz mit eingearbeiteter Jahreszahl auf die Wetterfahne des Kirchturmes setzen lassen und dem Dorf damit eine schon Jahrhunderte währende Symbolik bewahrt“, berichtet Henry Kilian. Den Vorgängerfisch hatte 1840 Joachim Paul als Kirchenältester auf dem Turm setzen lassen.

Derzeit ist nur die etwa einen halben Meter aus dem Turm ragende Eisenstange zu sehen. Doch so soll es nicht bleiben. Förderverein und die evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland, zu der Buckow gehört, wollen wieder einen neuen Fisch aus Eichholz auf den Kirchturm setzen. Henry Kilian würde es schon der Tradition wegen schön finden, wenn sich dem Vorhaben wieder ein Kirchenmitglied aus Buckow annehmen würde.

Das zerbrochene Symbol möchte der Förderverein mit anderen Gegenständen aus der Wallfahrtskirche in einer Vitrine ausstellen. „Der zerbrochene Hecht gehört zur Kirchengeschichte“, meint Kilian, der sich seitens des Fördervereins auch für Führungen im Buckower Gotteshaus engagiert.

Die Kirche zu Buckow bei Nennhausen ist nicht nur ein bedeutendes Beispiel norddeutscher Backsteingotik, sie war auch ein Ziel von Wallfahrten im Mittelalter in der Mark Brandenburg. Besonders auffällig sind die unverhältnismäßig großen Ausmaße des Bauwerkes. Der repräsentative Saalbau, der die Sankt-Petri-Kapelle in Brandenburg zum Vorbild hat, diente im 15. Jahrhundert als Wallfahrtskirche.

Im Jahr 1473 wurde die Kirche geweiht. Verschiedene Geschichten ranken sich um den eindrucksvollen Bau. In Überlieferungen wird von einem Hostienwunder und auch von einem Jung- und Wunderbrunnen berichtet. Ungewöhnlich ist auch die Integration des mächtigen Turmes ins Innere des Saalbaus. In diesem Turm soll einst auch ein weit sichtbares Licht gestanden haben, welches wie ein Leuchtfeuer inmitten des Havelländischen Luchs den Pilgern den Weg nach Buckow wies.

Bis ins späte Mittelalter war der Ort von viel Wasser umgeben und so soll einer Sage zufolge bei einer Sintflut der Fisch auf dem Turm sitzen geblieben sein. Doch das ist eben nur eine Sage, die sich um den 75 Zentimeter langen Hecht aus Holz rankt. Besser kann man mit der Bedeutung des Fisches für das Christentum umgehen. Die Anfangsbuchstaben der griechischen Wörter für „Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland“ ergeben zusammen das griechische Wort „Ichthys“, auf Deutsch „Fisch“.

Von Norbert Stein

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