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Windpark Jerichower Land besser als erwartet

Erneuerbare Energien Windpark Jerichower Land besser als erwartet

Bei Möthlitz in der Gemeinde Milower Land gibt es den einzigen Windpark im ganzen Westhavelland. Nur ein kleines Stück weiter in Richtung Westen steht bei Klitsche im Bundesland Sachsen-Anhalt indes seit einem Jahr der Windpark Jerichower Land. Vom Milower Land aus kann man die Rotoren sehr gut sehen. Der Energieertrag dort lag höher als prognostiziert.

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Die Rotoren des Windparks Jerichower Land ragen 195 Meter hoch in den Himmel. Deshalb könnte der geknickte Halm im Vordergrund ein wenig täuschen.

Quelle: Bernd Geske

Klitsche. Während die Nauener Platte im Osthavelland mit Windenergieanlagen regelrecht vollgestellt ist, gibt es im Westhavelland nach wie nur einen einzigen Windpark. Er steht bei Möthlitz in der Gemeinde Milower Land. Um einen wirklich vollständigen Überblick zu vermitteln, sollte aber nicht vergessen werden, dass es seit einiger Zeit nur ein kleines Stück außerhalb des Westhavellandes im Bundesland Sachsen-Anhalt auch einen Windpark gibt. Wer von Rathenow kommend vor Premnitz nach Westen blickt, kann bei gutem Wetter die drei Rotoren des Windparks Jerichower Land erkennen. Von weiten Teilen der Gemeinde Milower Land aus sind die Windkraftanlagen noch viel besser zu sehen. Und der Zollchower Ortsteil Galm liegt schon sehr nahe dran.

Schwerlasttransporte mit 55 Meter langen Rotorblättern

In der zweiten Hälfte des Jahres 2014 ist in der Nähe des kleinen Ortes Klitsche der Windpark Jerichower Land errichtet worden. Auch das Westhavelland wurde seinerzeit vom Projekt berührt, weil die Anlagenbauer zwischen Bützer und Böhne einen Lagerplatz für die riesigen Rotorblätter eingerichtet hatten. Außerdem konnten Anlieger und Kraftfahrer hier nie dagewesene Schwerlasttransporte bewundern, mit denen die Bauteile der Windkraftanlagen über die L 96 und die L 964 gefahren wurden. Die Flügel beispielsweise beeindruckten mit einer Länge von 55 Metern und mussten vom Spezialfahrzeug in besonders engen Kurven aufgerichtet werden. Der Windpark Jerichower Land nahm noch im Dezember seinen Betrieb auf. 2015 war der erste Abrechnungszeitraum, in dem die Anlagen ein ganzes Jahr lang Windstrom produzierten.

Windpark Jerichower Land

Der erste Spatenstich für den Windpark Jerichower Land war im August 2014. Noch vor Ende des Jahres war seine Fertigstellung.

Er besteht aus drei Vestas-Turbinen vom Typ V 112.

Die 112 steht für den Rotordurchmesser, hier also 112 Meter.

Jede einzelne Turbine hat eine Nennleistung von drei Megawatt (MW).

Die Nabenhöhe liegt bei 140 Metern. Die Rotoren reichen 195 Meter hoch.

Wie vom Eigentümer Hansainvest zu erfahren war, hat der Windpark Jerichower Land im vergangenen Jahr mehr Energie produziert, als erwartet worden ist. Die Prognose habe für 2015 bei 19,6 Millionen Kilowattstunden (kWh) gelegen, teilt Sarah Göttges von der wpd Windmanager GmbH in Bremen mit. Der tatsächliche Ertrag habe jedoch die Erwartungen erfreulicherweise übertroffen und habe sogar spürbar über dem regionalen IWET-Vergleichwert gelegen. Das ist ein branchenüblicher Richtwert der Ingenieurwerkstatt Energietechnik. Über die konkrete Energieausbeute 2015 wollte der Eigentümer keine Auskunft geben.

Windenergie als Teil der strategischen Anlagepolitik von Hansainvest

Zu erfahren war, dass Hansainvest den Windpark Jerichower Land für einen „höheren zweistelligen Millionenbetrag unterhalb von 20 Millionen Euro“ gekauft hat. Er sei Teil eines ganzen Portfolios aus Windparks, das Hansainvest im April 2015 erworben habe. Investitionen in Windenergie seien Teil der strategischen Anlagepolitik der Unternehmensgruppe und dienten der langfristigen und sichern Kapitalanlage der Gelder ihrer Versicherten, lautet die Begründung. Der Windpark Jerichower Land und die professionelle Projektierung hätten den qualitativ hohen Anforderungen von Hansainvest entsprochen.

Mit einem Ertrag von mehr als 19,6 Kilowattstunden hat der Windpark Jerichower Land eine in etwa genauso große Energiemenge produziert wie der Windpark Möthlitz. Dort hatte der Ertrag in den Jahren 2013 und 2014 bei rund 19 Millionen kWh gelegen. Bei Möthlitz stehen indes fünf Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von jeweils zwei Megawatt (MW), deren Rotoren 150 Meter hoch reichen. Bei Klitsche stehen allerdings nur drei Anlagen mit einer Nennleistung von jeweils drei MW. Deren Rotoren reichen aber 195 Meter hoch in den Himmel. Das sind die höchsten Windkraftanlagen, die es auf Land gegenwärtig gibt.

Von Bernd Geske

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