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Havelland „Wir machen Tierwohl“
Lokales Havelland „Wir machen Tierwohl“
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02:16 23.11.2015
Plakataktion des Kreisbauernverbandes an der B 5 in Selbelang (v.l.): Detlef Wacker, Johannes Funke, Antje Schulze und Jens Schmücker. Quelle: Andreas Kaatz
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Selbelang

„Wir machen Tierwohl“ ist jetzt auf sechs Plakaten zu lesen, an denen Autofahrer auf der B 5 zwischen Nauen und Friesack vorbeikommen. Mit dieser Botschaft will der Kreisbauernverband Havelland sich gegen Vorwürfe wehren, die im Zusammenhang mit dem Volksbegehren gegen Massentierhaltung geäußert werden.

„Wir stehen für das Wohl der Tiere in den Ställen und wollen landesweit ein Zeichen setzen, dass wir sorgsam mit ihnen umgehen“, sagte am Freitag Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Er kann nicht verstehen, dass ausgerechnet Brandenburg im Fokus des Volksbegehrens ist. „Wir müssen dabei die Fakten sehen“, meinte er. In Brandenburg gebe es gerade einmal 0,4 Großvieheinheiten pro Hektar. In Ländern wie Nordrhein-Westfalen liege diese Zahl um ein Vielfaches höher, „so dass wir bei den Tierbeständen sogar noch Luft nach oben sehen“.

Funke verwies darauf, dass die Landwirte die Versorgung der Menschen in Berlin und Brandenburg derzeit nicht sicherstellen können. Bei Schweinefleisch seien es gerade mal 30 Prozent, bei Rindfleisch 59 und bei Schaffleisch 25 Prozent. Der Rest werde zugeliefert. „Den Tieren in unseren Ställen geht es gut“, stellte er fest.

„Wir arbeiten eigentlich gläsern, werden ständig kontrolliert“, sagte Detlef Wacker vom Märkischen Hof in Selbelang. Allerdings schaffe man es nicht, dies dem Verbraucher auch ausreichend zu vermitteln, so Wacker, in dessen Betrieb rund 760 Rinder stehen. „Wir haben Eigentum an Tieren und an Flächen und jeder wird mit seinem Eigentum ordentlich umgehen“, sagte er. Qualität hänge nicht ab von der Größe, sondern vom Verhältnis der Betriebsfläche und Tierbestandsgröße. Auch wenn beim Volksbegehren derzeit eher die Schweine- und Geflügelhalter am Pranger stehen, so sieht Wacker die Notwendigkeit, den Berufsstand insgesamt verteidigen zu müssen. Die Vorwürfe bezögen sich generell auf Fleisch.

„Wir als Tierhalter werden alle über einen Kamm geschoren“, stimmte Jens Schmücker aus Spaatz zu. Seiner Ansicht sei die Diskussion um die Massentierhaltung auch der Tatsache geschuldet, dass sich Verbraucher nicht genug informieren, wie die Lebensmittel in die Regale kommen.

Von Andreas Kaatz

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