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„Wir müssen den Schwung der Buga nutzen“

Bürgermeisterwahl in Premnitz „Wir müssen den Schwung der Buga nutzen“

Er bezeichnet sich als Ur-Premnitzer und er sagt, er sei fest in die Vereinsstruktur der Stadt Premnitz verwurzelt. Jetzt will Christian Peter für die CDU das Rathaus erobern und eine Tradition fortsetzen. Denn bei Bürgermeister-Direktwahlen hatte die SPD immer das Nachsehen.

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Der CDU-Kandidat Christian Peter (rechts) und sein Förderer Jürgen Mulsow vor dem Sportplatzhaus des TSV Chemie Prenmnitz.

Quelle: Joachim Wilisch

Premnitz. Christian Peter kandidiert für die CDU im Bürgermeister-Wahlkampf in Premnitz. Wir haben ihn auf dem Fußballplatz des TSV Chemie Premnitz getroffen. Im Gespräch erzählt er von sich und seinen politischen Zielen.

Sie sagen immer, sie seien Ur-Premnitzer. Welches Erlebnis hat sie in dieser Stadt geprägt?

Christian Peter: Das waren sicher mehrere Erlebnisse. Da ist einmal die Geburt meiner Kinder. Dann die Verbundenheit zum TSV Chemie Premnitz als Spieler seit dem 7. Lebensjahr, jetzt als Trainer, Jugendleiter oder Vorstandsmitglied. Das ist mein intensivstes Hobby und das prägt mich.

Welche Menschen waren und sind Ihnen wichtig?

Peter: Meine gesamte Familie aber vor allem meine Eltern Andrea Peter und Detlef Mohn.

Wir treffen uns hier auf dem Fußballplatz des TSV Chemie Premnitz. Warum?

Peter: Wir wollten uns an einem meiner Lieblingsorte in Premnitz treffen. Es ist schwer den Lieblingsort zu definieren. Aber hier kommen zwei Hobbys zusammen. Einmal der Fußball als Spieler, Trainer und im Vorstand. Und dann ist hier die Gaststätte „Elfmeter“, wo alle wichtigen Sitzungen der CDU stattfinden, also Partei oder Fraktion oder andere Beratungen. Politik ist mein zweites wichtiges Hobby.

Apropos Fußball. Welches war das Spiel Ihres Lebens?

Peter: Also ich habe im unteren Amateurbereich gespielt, auf Kreisebene. Ab und an war ich Ergänzungsspieler bei den Männern. Es gibt viele schöne Spiele, an die ich mich gerne erinnere. Besonders vielleicht an das Kreispokalfinale der A-Junioren. Da habe ich als Libero zwei Tore geschossen. Und an die Feier danach erinnere ich mich auch noch gut.

Welche Rolle spielt Sport heute in Ihrem Leben?

Peter: Eine große Rolle aber nicht regelmäßig. Ich kicke in der Stadtliga und spiele bei den Alten Herren. Ansonsten habe ich die Vorstandsarbeit.

Sie sind auch Sport- und Freizeitangler. Kann man davon etwas mit in die Politik nehmen?

Peter: Da sollte man einfaches Angeln und Wettkampfangeln trennen. Wettkampfangeln hat zu tun mit Disziplin, Ruhe, Konzentration. Da kann man durchaus was mitnehmen in die Politik. Für mich aber ist das in erster Linie ein Ausgleich. Man kann optimal entspannen, sich ausruhen. Alleine am Wasser - nur die Fischer, die Würmer und ich.

Was sagten Ihre Freunde und Bekannte, als sie ihnen mitteilten, sie wollen Bürgermeister werden?

Peter: Ich muss zunächst sagen, dass das alles sehr schnell gegangen ist, auch mit Positionen in der Fraktion und der Partei. Ich wuchs schnell in die Kommunalpolitik trotz der vielen alten Hasen. Angesprochen auf die Kandidatur wurde ich weniger vom Freundeskreis sondern von Leuten aus dem politischen Raum. Mein Bekanntenkreis hat dann gesagt, ich sei schon immer vorne weggegangen. Als Schülersprecher, Vereinskapitän, junger Trainer beim TSV.

Warum sind Sie in die Kommunalpolitik gegangen?

Peter: Mein Opa war Gemeindevertreter für die CDU. Er hat mich auch zu großen Parteiveranstaltungen mitgenommen, zum Beispiel als Edmund Stoiber in Rathenow war. Ich wollte ab dem Jahr 2012 etwas für Jugend tun, damals wurde meine Tochter geboren. Wer meckern will muss ranklotzen, ich wollte meckern darum habe ich mich in der Kommunalpolitik engagiert.

Was für Gründe gab es noch, in die CDU einzutreten?

Peter: Weder mein Vater noch meine Mutter waren in einer Partei. Ich bin auch kein echter Parteimann in diesem Sinne. Ich will etwas bewegen und glaube, ich kann das in der CDU ganz gut, weil diese Partei auch Werte hat, die mir etwas bedeuten. Ich komme aber mit allen Kollegen in der SVV gut klar, ganz egal ob von links oder anderswoher. Ich habe keine Schwierigkeiten mit anderen Meinungen.

Was haben Sie für Pläne, wenn Sie Bürgermeister werden sollten?

Peter: Wir müssen den Schwung der Bundesgartenschau touristisch weiter nutzen. Das Westhavelland und Premnitz haben jetzt einen Namen durch die Buga. Der Tourismus steht bei mir also oben auf der Agenda. Dazu kommt die Jugendarbeit mit einem Jugendkonzept.

In Premnitz ist vor allem zu Wahlkämpfen oft die Rede vom Premnitzer Weg. Das ist die gemeinsame Haltung von Stadtverordneten in Sachfragen, egal in welcher Partei die Abgeordneten sind. Was bedeutet Ihnen der Premnitzer Weg?

Peter: ich bin ein Freund des Premnitzer Weges. Das Ziel ist, man muss sich irgendwann gemeinschaftlich einig sein. Auf dem Weg dahin kann man verschiedene Meinungen austauschen und debattieren. Und wo es keine Einigkeit gibt, müssen sich die Personen auch später in die Augen schauen können. Ich denke, das grenzt uns deutlich von der Rathenower SVV ab. Bei der Frage nach dem Premnitzer Weg sind sich denke ich auch alle Bürgermeister-Kandidaten in dieser Stadt einig.

Was befähigt sie noch, das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen?

Peter: Ich habe eine gute Ausbildung. Bürgermeister an sich kann man ja schlecht lernen. Aber meine kaufmännischen Kenntnisse sind eine gute Grundausstattung. Führungserfahrung habe ich als Geschäftsstellenleiter erlernen können und als Bankkaufmann muss ich mit Zahlen umgehen können. Zudem denke ich, der Bürgermeister der Zukunft muss mehr ein Kommunikator zwischen verschiedenen Ebenen und den Bürgern und auch zwischen den Bürgern sein. Der Verwalter wäre ich erst in zweiter Linie.

Was würden Sie zuerst anpacken, wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden sollten?

Peter: Die touristische Entwicklung, je länger wir damit warten – die Buga ist vorbei – desto schwerer wird das. Außerdem wären Ordnung und Sicherheit ein erstes Thema. Vielleicht können wir uns da auch externer Mitarbeiter bedienen. Verordnungen sind da, sie müssen umgesetzt werden. Es liegt aber auch an den Bürgern selber, wie man damit umgeht.

Wird Premnitz langfristig mit anderen Kommunen fusionieren oder in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammenarbeiten?

Peter: Das hängt davon ab wie sich die Bevölkerungsstruktur entwickelt. Und davon ob die Kreisgebietsreform kommt. Wenn es größere Strukturen im Land gibt, dann kann man sich eine Fusion oder Zusammenarbeit mit Milow und den Dörfern der Gemeinde Milower Land in Richtung Süden denken. Die Dörfer des Milower Landes Richtung Norden tendieren nach Rathenow. Ich fände es eher schlecht, wenn Rathenow und Premnitz zusammenkommen. Das ist zu groß. Bürgernähe muss noch gewährleistet sein.

Von der Gemeinde-zur Kreisreform. Können Sie sich vorstellen, dass das Havelland und die Stadt Brandenburg mit ein oder zwei weiteren Gemeinden aus dem Raum Potsdam-Mittelmark einen Kreis bilden?

Peter: Ganz ehrlich nein. Wir haben eine gute Verbindung zwischen Brandenburg, Premnitz und Rathenow. Aber als Kreisstadt passt die Stadt Brandenburg nicht, sie passt auch nicht ins Havelland. Ich bin sowieso kein Freund der Kreisgebietsreform. Und ich bin diesbezüglich auf die kommenden Jahre gespannt.

Wird Premnitz gut wahrgenommen im Kreis Havelland?

Peter: Das könnte besser sein. Ich hatte noch nicht viel Kontakt zum Kreis. Die Fühler sind noch nicht ausgestreckt. Tendenziell habe ich das Gefühl, das Westhavelland – also auch Premnitz – stehen im Havelland weiter am Rand und das Osthavelland ist im Fokus.

Sie haben gesagt, sie wollen sich nach acht Jahren daran messen lassen, ob die Premnitzer ein Wir-Gefühl entwickelt haben. Gibt es jetzt noch kein Wir-Gefühl?

Peter: Doch, das mag es geben. Aber ich habe es noch nicht richtig gesehen. Wir haben eine schöne Vereinslandschaft und jeder kocht so ein bisschen sein eigenes Süppchen. Ein Beispiel. Der Förderverein der Grundschule am Dachsberg macht jedes Jahr zum Dachsbergfest ein Kinderfest. Das läuft neben dem Dachsbergfest her. Der Bürgerverein, der das Dachsbergfest organisiert und der Förderverein waren aber auch noch nie richtig dazu im Dialog. Diese Dialoge will ich verstärkt befördern und da bin ich wieder beim Bürgermeister in der Rolle des Kommunikators.

Sie haben zu diesem Gespräch Jürgen Mulsow mitgebracht. Er gehört zur Wählergemeinschaft DMP. Warum ist er hier?

Peter: Jürgen Mulsow ist ein Mensch, den ich schon sehr lange kenne. Er war mein Mathelehrer und Tutor. Und in der Kommunalpolitik ist er ein wertvoller Ratgeber. Wir haben auch verschiedene Meinung aber stehen im sachlichen Dialog ohne drum herum zu reden. Ich schätze seine Arbeit als Ortsvorsteher von Döberitz und freue mich sehr, dass er meine Kandidatur unterstützt.

Die DMP unterstützt sie aber nicht?

Peter: Nein nur Herr Mulsow. Was DMP oder andere zur Wahl empfehlen weiß ich noch nicht.

Kommunalpolitik und Fußball

Christian Peter ist ein junger Kandidat. Mit 32 Jahren sogar einer der jüngsten, die den Bürgermeisterstuhl erobern wollen. Peter ist gelernter Bankfachwirt.

Sein Hobby ist Fußball. Beim TSV Chemie Premnitz war er Spieler, Trainer und Jugendleiter. Seit 2005 gehört er dem Sportfischerverein Premnitz an. Außerdem engagiert er sich im Förderverein der Grundschule am Dachsberg.

Aufsichtsratposten hat Peter bei der Gesundheitszentrum GmbH, bei der Dauerwohstätte GmbH und bei der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft.

Die Bürgermesterwahl ist am 10. April 2016, der Stichwahltermin wäre zwei Wochen später.

Von Joachim Wilisch

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