Volltextsuche über das Angebot:

26°/ 14° Gewitter

Navigation:
„Wir sind Nauen, tolerant und weltoffen“

Bündnis macht mobil „Wir sind Nauen, tolerant und weltoffen“

Mit vielfältigen Aktionen für Toleranz, für Flüchtlinge und andere Bedürftige wollen die Nauener in den kommenden Wochen in die Öffentlichkeit gehen. Das wurde gestern in der Stadt angekündigt. Man wolle sich den Ruf und das positive Bild der Stadt nicht durch eine sehr kleine Gruppe negativ beeinflussen lassen, hieß es.

Voriger Artikel
Alter Hohennauener Hof ist wieder wachgeküsst
Nächster Artikel
Stadtwette in Falkensee

Mit voller Kraft für Nauen: Volker Mueller, Irene Petrovic-Wettstädt und Hartmut Siegelberg (v.l.).

Quelle: Wolfgang Balzer

Nauen. Die Stadt Nauen geriet in den letzten Monaten mehrmals durch Brandanschläge und die Aufdeckung der Neonazi-Zelle in die Schlagzeilen. Aber ist das wirklich Nauen? „Wir sind Nauen, tolerant und weltoffen“, betonten am Mittwoch übereinstimmend Hartmut Siegelberg (SPD), Stadtverordnetenvorsteher, Irene Petrovic-Wettstädt, Geschäftsführende Gesellschafterin des Leonardo-da-Vinci-Campus und Volker Mueller, Vorsitzender des Freidenkerbundes Havelland und Sprecher der Willkommensinitiative vor der Presse. Eines von vielen Beispielen sei das Toleranzfest in Nauen, das in diesem Jahr wieder am 20. April stattfindet, sagte Volker Mueller.

Mehr als 30 Organisationen und die Stadtverwaltung werden teilnehmen. Toleranz gelebt werden soll von den Nauenern gegenüber Asylsuchenden, aber auch gegenüber anderen Gruppen wie beispielsweise Älteren oder Homosexuellen. 700 Teilnehmer gaben im vergangenen Jahr ein Beispiel für ein friedliches, tolerantes aber auch demokratisches und buntes Nauen, sagte Mueller. Die hier ankommenden ausländischen Menschen verdienten Solidarität und Unterstützung. Sie hätten eine dramatische, kräftezehrende Reise in ein für sie unbekanntes Land hinter sich.

Hartmut Siegelberg merkte an, dass es in der Stadt bereits vor Ankunft der ersten Flüchtlinge zahlreiche Spenden an Kleidung, Lebensmittel und Geld gegeben habe. Das werde nicht nur an Asylsuchende verteilt. Alle Bedürftigen der Stadt kommen gleichermaßen in den Genuss dieser Spenden.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge und Flüchtlingskinder in Nauen zu leisten“, erklärte Irene Petrovic-Wettstädt. Gerade die Kindertagesstätten, Horte und Schulen seien dafür besonders geeignet. Hier werden entsprechende Inhalte gelehrt, Schüler, Eltern und Asylsuchende kämen ins Gespräch. Ihr Wunsch sei es, dass die Bildungseinrichtungen der Stadt gemeinsam agieren, sagte sie. „Wir sind, inklusive der Verwaltung, der Schulen und der Kitas, aufgefordert, für Nauen Antworten zu entwickeln“ forderte Irene Petrovic-Wettstädt und merkte an, dass man sich nicht damit rausreden könne, ideologiefreie Bildung zu machen. „Das habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt“, betonte sie. Sie wünschte sich noch mehr Kommunikation untereinander, damit sich weniger im Klein-Klein verliert. Ein Beispiel, wie das praktisch geschehen kann, ist die Toleranztagung des Campus am 7. April mit Lehrern und Schülern auch aus anderen Bundesländern. Es werden in mehreren Workshops Möglichkeiten des schulischen Umgangs mit der „Flüchtlingskrise“ beraten. „Im Anschluss daran wird es ein Toleranzfest mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen auf dem Sportplatz geben. Um 18 Uhr ist die Spendenübergabe durch Schüler, Eltern und Freunde. Dafür stehen unter anderem Fahrräder, Skateboards und andere Sportgeräte zur Verfügung“, sagte Peggy Wolf, Lehrerin am Internationalen Ganztagsgymnasium und Initiatorin der Toleranz-Tagung.

Während des Pressegesprächs wurde aber auch deutlich, dass schon seit längerer Zeit sehr viele Bildungseinrichtungen, Organisationen, städtische Einrichtungen und auch einzelne Bürger gewillt sind, das tolerante und weltoffene Gesicht Nauens zu zeigen und dabei bereits aktiv sind. Man wolle sich den Ruf und das positive Bild der Stadt nicht durch eine sehr kleine Gruppe negativ beeinflussen lassen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es besonders wichtig sei, ihre Aktivitäten mehr miteinander abzustimmen und zu koordinieren.

Von Wolfgang Balzer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg