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Havelland Wo man Buttern studieren konnte
Lokales Havelland Wo man Buttern studieren konnte
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08:11 07.03.2018
Auch eine Art, Historisches zu präsentieren: Eine Leine voller Wäsche und Gewänder, die das Leben der Kolonisten dokumentieren. Quelle: Tobias Wagner
Großderschau

Großderschau ist ein verhältnismäßig junger und übersichtlicher Ort. Erst 1775 gegründet kann dieses Dorf jedoch auf eine interessante Geschichte zurückblicken. Angelegt wurde Großderschau aus insgesamt neun Kolonien, die an dieser Stelle im Havelland 1749 in der Regierungszeit Friedrich II. entstanden.

Im Museum des Kolonistenhofes Großderschau gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Hier geht es um das Leben auf dem Lande und wie unsere Vorfahren das Land urbar gemacht haben.

Im Kolonistenhof Großderschau wird die Besiedlung dieses sogenannten Rhin- und Dossebruchs im 17. und 18. Jahrhundert anschaulich dargestellt. Denn mit der Trockenlegung der morastigen Luchwiesen und der Anwerbung von Kolonisten außerhalb Preußens wurden Bedingungen geschaffen, die eine Ansiedlung erst möglich machten.

Die Oberhäupter Brandenburg-Preußens erkannten damals, wie wichtig die Zuwanderung für die Mark ist. Das Museum sowie dessen Kolonistenhof widmen sich dem Leben und Wirken der Menschen in dieser Zeit.

Eigentlich wollte man nur die Kita erhalten

„Das Museum ist einem Zufall zu verdanken“, sagt Helga Klein (60), die Leiterin des Museums. Der Verein „Initiative Begegnungszentrum Großderschau“ war ursprünglich zum Erhalt eines Kindergartens gegründet worden.

Nach Abschluss blieb der Verein bestehen und suchte neue Aufgaben. „Wir haben uns einfach an die Erforschung der Geschichte des Dorfes gemacht“, sagt Klein, die auch Verein leitet. Dieser begann kurzerhand mit dem Zusammentragen der Exponate von Bürgern Großderschaus.

Zeugnisse harter Arbeit

Das 1998 gegründete Museum ist gefüllt mit Dokumenten zum Zeitgeschehen der Kolonisierung. Auch Gerätschaften zur Urbarmachung und Bearbeitung des sumpfigen Gebietes lassen harte Arbeit erahnen. Unzählige Haushaltsgeräte bieten zudem Einblicke in jahrhundertealte Hausarbeit. Vor allem jüngere Gäste dürfte die Einrichtung eines historischen Klassenzimmers des 19. Jahrhunderts interessieren.

Kontakt und Veranstaltungen

Der Kolonistenhof Großderschau liegt in der Kleinderschauer Straße 1 in 16845 Großderschau.

Zu erreichen ist das Museum unter 033875/90810 oder per Email unter heimathaus@grossderschau.de

Mehr über die Ausstellung und die Angebote: www.grossderschau.de

Der Kolonistenhof ist barrierefrei. Das Heimatmuseum ist, bis auf die zweite Etage, ebenfalls barrierefrei.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Erst ab 1. April ist der Hof auch am Wochenende wieder geöffnet. Sonst nach Absprache.

Eintrittspreise: Erwachsene 4 Euro, Kinder (ab 4 Jahre) 2 Euro; Führung (mindestens 20 Teilnehmer) 1 Euro pro Person.

Einige Veranstaltungen: 1. Mai, ab 10 Uhr – Maibaum aufstellen; 20. Mai, 11 Uhr – Frühjahrsfest zum Tag des Museums; 9. Juni, 11 Uhr – Brandenburger Landpartie mit 4. Plattdeutsch-Festival (Festival beginnt um 15 Uhr in der Kirche nebenan); 10. Juni, 11 Uhr – zur Brandenburger Landpartie gibt es ein kleines Fest rund um das Backhaus; 23. September, 11 Uhr – Erntedankfest in Großderschau.

Die Auswahl der Exponate ist vielfältig und mit viel Liebe und Gewissen gesammelt. Besonders stolz sei man auf die „Butterakademie“. Diese lässt die von Friedrich Wilhelm I. gegründete Akademie im nahen Königshorst wieder aufleben. Die Exponate erzählen die Geschichte der Butter- und Käseherstellung sowie von der Ausbildung an der Lehranstalt.

Ausstellung zum Naturpark Westhavelland

In der ersten Etage zeigt eine Ausstellung zum Naturpark Westhavelland etwa 70 präparierte Tiere. „Die sind natürlich besonders bei den jungen Gästen beliebt“, sagt Klein. Ein Lieblingsausstellungsstück habe sie nicht. „Ich mag einfach alles, was alt ist“, sagt die Museumsleiterin und schmunzelt.

Als die Anzahl der Stücke im Historischen Museum zu groß wurde, mietete der Verein Anfang 2000 eine Freifläche vor dem Museum- den Kolonistenhof. „Tradition muss erhalten werden“, mahnt Klein. „Wir konnten natürlich kein Exponat abweisen“.

Nachbau eines historischen Ziehbrunnens

Auf dem Kolonistenhof sind vor allem die großen Ausstellungsstücke untergebracht. Zu sehen gibt es Landwirtschaftsgeräte wie Pflüge, Pferdewagen, aber auch den Nachbau eines historischen Ziehbrunnens.

Das Backhaus im Hof wird vor allem bei Gruppenbesuchen gerne genutzt. In geselliger Runde backt man hier Brot, bei Kindergruppen darf es auch mal Pizza sein. Zwischen April und September gibt es jeden zweiten Freitag ein Schaubacken.

Anbau und Pflege von Feldfrüchten

In einem Schaufeld neben dem Backofenhaus wird der Anbau und die Pflege von Feldfrüchten demonstriert. Diese dienten der Selbstversorgung von Mensch und Vieh in den Kolonistenhöfen.

Der Hof ist außerdem Schauplatz der alljährlich vom Heimatverein organisierten Feste. Besonders das Frühjahrsfest im Mai, das Erntedankfest im September sowie der Weihnachtsmarkt locken eine Menge kleiner und großer Besucher nach Großderschau.

Das Museum hat sich gut entwickelt

Überhaupt gehe es mit dem Haus ständig voran. „Wir sind dankbar, dass sich das Museum so gut entwickeln konnte“ sagt Kreis stolz. Damit es weiterhin so gut läuft, sind Besuchergruppen und Schulklassen gerne gesehen.

Kindergruppen können dann beispielsweise beim Wäschewaschen am Zuber und Rubbelbrett selbst die Kernseife schwingen.

Von Tobias Wagner

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