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Wölfe: Jäger im Havelland sind in Sorge

Rathenow Wölfe: Jäger im Havelland sind in Sorge

Weil im Havelland immer mehr Wölfe leben, machen sich die Jäger Sorgen. Das Wild lasse sich kaum noch blicken, so die Jäger. Und Landwirte schlagen ebenfalls Alarm.

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Der Vorsitzende des Jagdverbandes Rathenow Stefan Meyer im Pausengespräch mit dem Vorsitzenden des Landesjagdverbandes Dirk Wellershoff.
 

Quelle: Norbert Stein

Rathenow.  Der Wolf sorgt für Unruhe im Westhavelland. 2016 wurden allein dem Jagdverband Rathenow elf Vorfälle gemeldet, bei denen in der Region Rotwild, Schafe oder Kälber mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf gebissen wurden. „Die tatsächliche Zahl dürfte höher sein“, sagt der Vorsitzende des Jagdverbandes, Stefan Meyer. Alle Vorfälle sollten unverzüglich dem Wolfsbeauftragten des Jagdverbandes gemeldet werden, sagte der Vorsitzende am Samstag auf der Mitgliederversammlung des Jagdverbandes in Rathenow.

Im westlichen Teil der Stadt wurde Ende 2015 und Anfang 2016 mehrmals ein Wolf gesehen. Das Tier sei, so Meyer, vom Landesumweltamt zu „Problemwolf“ erklärt worden. Wolfsexperten beobachteten das Tier mit Wildkameras.

Rathenower Wolf hat die Stadt verlassen

Die Jäger haben dafür wenig Verständnis. Der Wolf, so sagen sie, müsse in das Jagdgesetz aufgenommen werden. „Das Land Brandenburg bereitet dem Wolf ein verfehltes Willkommen“, meint Gerhard Pionscheck, der schon viele Jahre in Hohennauen auf die Jagd geht und sich für die Umwelt engagiert.

Das Land wird in diesem Jahr sein Wolfsmanagement überarbeiteten. „Wir brauchen Nachbesserungen und klarere Regelungen, zum Beispiel wann ein Wolf ein Problem ist“, betont der Vorsitzende des Landesjagdverbandes, Dirk Wellershoff. Er war Gast der Mitgliederversammlung.

Auch Wildschweine ein Problem für Jäger

Neben dem Wolf gehört aber auch das Schwarzwild zu den Problemen der Jäger. Die Bestände haben sich vermehrt und dennoch bekommen die Jäger immer seltener ein Wildschwein vor die Flinte. Das Problem sind große Maisfelder. Hier fressen sich Wildschweine satt, bleiben dort und richten große Schäden an.

Hilfreich wäre, Streifen in die Maisfelder zu mähen, damit Jäger ein freies Schussfeld haben. Dazu seien die Landwirte nur selten bereit, weil sie damit ihre Agrarförderung gefährden könnten. „Das Problem erfordere eine politische Lösung, aber auch eine gute Zusammenarbeit der Jäger mit den Landwirten vor Ort“, meint der Vorsitzende des Landesjagdverbandes.

Die Jagdhornbläser des Verbandes eröffneten die Mitgliederversammlung. Den Bericht des Vorstandes nutzte Stefan Meyer für eine Bilanz der Verbandsarbeit. Neun Vorstandstreffen, drei Jägerstammtische, die Frühjahresaktion zur Müllbeseitigung in den Revieren und das gemeinschaftliche Verbandsschießen waren einige Themen von Stefan Meyer. „Wir sollten auch das gemütliche Verbandsleben pflegen“, so der Vorsitzende.2017 soll ein Verbandsgrillfest stattfinden. Die Jägerstammtische zu verschiedenen Jäger-Themen wurden ebenfalls in den Jahresplan aufgenommen. Die Jagdhornbläsergruppe soll eine einheitliche Kleidung bekommen. Zur Finanzierung wird sich der Vorstand um Fördermittel bemühen.

Von Norbert Stein

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