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Wohnanlage: Anwohner befürchten Nachteile

Falkensee Wohnanlage: Anwohner befürchten Nachteile

Eine Baugemeinschaft könnte in Falkensee im Havelland erstmals eine Wohnanlage aus dem Boden stampfen. Sie soll barrierearm, senioren- und familienfreundlich sein. Auf einem gut besuchten Informationsabend gab es allerdings mehr Fragen als Antworten. Die Anwohner haben Ängste.

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Vorstellung in der Stadthalle: Torsten Birlem erklärt das Projekt an der Falkenseer Schillerallee.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. „Das ist ein Meilenstein“, freute sich Dagmar von Kleist über die Informationsveranstaltung zum Bauprojekt Schillerallee in Falkensee. Aber es war ein sehr wolkiger, schwammiger Meilenstein, fanden viele der fast 100 Zuhörer. Sie waren am Dienstagabend in die Falkenseer Stadthalle gekommen, um mehr über das Vorhaben am Südende Schillerallee zu hören.

Die K.O.O.P. Beteiligungs- und Anlage-Gesellschaft mbH Berlin stellte das Modell für eine Baugemeinschaft vor. Eine Baumethode, die in Skandinavien seit Jahrzehnten funktioniert und auch in Deutschland immer mehr Freunde findet: Hier planen die späteren Besitzer der Häuser oder Wohnungen die gesamte Anlage gemeinsam, legen ihr Budget fest, klären Architektur, Autostellplätze, Spielanlagen und Gemeinschaftseinrichtung.

Mehrere sichtbar schwangere Zuhörerinnen im Raum zeigten, dass das Modell bei jungen Leuten auf großes Interesse stößt. Auch viele Ältere waren gekommen, die von der Idee der Barrierefreiheit oder gemeinsamen Grünpflege angetan waren. Dagmar von Kleist, die sich seit Jahren für seniorengerechtes Wohnen in Falkensee einsetzt, hatte das Projekt vor Jahren ins Rollen gebracht. Auch wenn der Blick längst nicht auf ältere Bewohner eingegrenzt ist.

Bevor aber am Dienstag irgendwelche Fragen zur Ausgestaltung der neuen Wohnanlage gestellt werden konnten, machten sich erst einmal die Anwohner der Schillerallee und Freiligrathstraße lautstark bemerkbar. Sie wohnen in Einfamilienhäusern, manche mit ausgebautem Dachgeschoss. Nun befürchten sie Nachteile durch die neuen Nachbarn: dass ihre Grundstücke durch größere Bauten verschattet werden, dass sie von Leuten mit Fernglas beim Poolbaden beobachtet werden. Torsten Birlem, Geschäftsführer der K.O.O.P., reagierte zwar mit professionellem Verständnis , beruhigen konnte er die Anwohner jedoch kaum.

Schließlich gab es auch viele Fragen zur Anlage selbst. Das reichte vom Anschlusszwang für Abwasser oder der Möglichkeit einer Pflanzenkläranlage bis zur Kostenaufteilung, etwa ob Ältere für Spielplätze bezahlen müssen, und zur Bezahlung der künftigen Straßen. Die Kardinalfrage „Was wird da ein Grundstück oder Haus kosten?“ konnte Torsten Birlem zur großen Enttäuschung der Zuhörer nicht beantworten. Die hätten gerne eine Hausnummer dazu gehört.

Aber genau das ist nicht möglich, versuchten Birlem und Projektentwicklerin Vanessa Hannewahr den Zuhörern fast gebetsmühlenartig zu erklären. „Wir stehen ganz am Anfang“, sagte der Geschäftsführer. „Was und wie und wie teuer gebaut wird, bestimmen die Mitglieder der Baugemeinschaft selbst.“ Es geht erst einmal darum, mögliche Interessenten zu finden und dann können die Dinge genau geklärt werden. Zur Zeit liegt der Bebauungsplan F 91 für das Gebiet öffentlich aus, noch ist er nicht beschlossen.

Von Marlies Schnaibel

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