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Havelland Wohnen im Olympischen Dorf
Lokales Havelland Wohnen im Olympischen Dorf
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00:18 26.10.2013
Wo 1936 Olympioniken speisten, könnten bald Wohnungen entstehen. Quelle: Konrad Radon
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Elstal

Dass im denkmalgeschützten Olympischen Dorf in Elstal in naher Zukunft einige hundert Menschen leben werden, ist heute kaum vorstellbar. Noch unglaublicher erscheint es, wenn die meisten dieser potentiellen Neu-Elstaler im ehemaligen Speisehaus der Nationen wohnen sollen. Genau solch ein Vorhaben stellte Erik Roßnagel, Geschäftsführer der Nürnberger Firma terraplan, am Dienstag den Wustermarker Gemeindevertretern vor.

Geplant ist, auf einem rund 18Hektar großen Areal (etwa ein Drittel der Gesamtfläche der Olympischen Dorfes) eine "sportliche Gartenstadt" zu errichten. Im Mittelpunkt steht dabei das ehemalige Speisehaus der Nationen. "Dort wollen wir Zwei- bis Dreiraumwohnungen hineinbauen. Vom Erdgeschoss über die erste Etage bis ins Dach. Wie viele Einheiten es am Ende sein werden, kann ich heute noch nicht sagen", so Erik Roßnagel. Vorgesehen sei außerdem ein sportlicher Bereich mit Fitnesscenter, Tischtennisanlagen oder Ähnlichem. Vor dem Speisehaus sollen, praktisch auf den Fundamenten der inzwischen größtenteils abgerissen Sportlerunterkünfte von 1936, kleine, zweigeschossige Häuser im Einheitslook entstehen. "Wir wollen, dass der Charakter eines olympischen Dorfes erhalten bleibt. Deshalb können sich die Häuser höchstens durch andersfarbige Türen unterscheiden", so Roßnagel.

Der Chef von terraplan weiß, was ihn und seine Mitarbeiter mit diesem Vorhaben erwartet. "Wir sind selbst Denkmalschützer und arbeiten seit Jahren in diesem Metier in Berlin und Brandenburg. Bisher haben wir bei keinem Projekt eine Denkmalschutzbehörde gehabt, mit der man sich nicht einigen konnte."

Diese Zuversicht des potentiellen Investors nahmen die Wustermarker Gemeindevertreter wohlwollend zur Kenntnis. In der Hoffnung, dass sich auf dem Areal in Elstal neben den punktuellen sportlichen Ereignissen endlich etwas tut. Im Laufe der Jahre habe es schon viele Ideen zur Nutzung des Olympischen Dorfes gegeben. Keine sei verwirklicht worden. "Jetzt habe ich zum ersten Mal den Eindruck, dass mehr dahinter steckt, als nur eine Idee oder ein Plan" sagte Gemeindevertreter Andreas Stoll (WWG). Am Ende befürwortete das Parlament geschlossen dieses Projekt.

Ob es allerdings jemals umgesetzt werden kann, hängt entscheidend von zwei Faktoren ab. "Wir prüfen zunächst die Erschließung. Also Trinkwasser, Abwasser, Straßen. Wenn das zu teuer wird, lassen wir die Hände weg vom Olympischen Dorf. Zweiter Unsicherheitsfaktor ist der Zustand der Bausubstanz des Speisehauses. Ist der Sanierungsaufwand zu groß, macht es keinen Sinn", erklärte Erik Roßnagel.

Aus Sicht der Gemeinde Wustermark wäre ein Wohnprojekt in Olympischen Dorf in doppelter Hinsicht begrüßenswert. Denn, so hofft Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos), steigen dann vielleicht die Chancen für die Wiederbelebung der benachbarten ehemaligen Schwimmhalle. "Wir werden die Machbarkeitsstudie für den Betrieb einer öffentlichen Schwimmhalle in Auftrag geben. Auch ohne die Hilfe der Nachbargemeinden."

Von Jens Wegener

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