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Havelland Wolfsverdacht: Ein Kalb und zwei Rehe gerissen
Lokales Havelland Wolfsverdacht: Ein Kalb und zwei Rehe gerissen
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17:14 07.08.2017
Der Knoblaucher Landwirt Achim Meinecke bei seiner Mutterkuhherde, von der ein frisch geborenes Kalb vermutlich von einem Wolf gerissen worden ist. Quelle: Bernd Geske
Knoblauch

Es ist wahrscheinlich, dass sich ein Wolf im Raum Knoblauch aufgehalten hat oder immer noch aufhält. Innerhalb von mehreren Tagen sind ein Kalb und zwei Rehe aufgefunden worden, die mit ein gewissen Wahrscheinlichkeit von einem Wolf (oder mehreren) gerissen worden sein könnten.

Der Knoblaucher Landwirt Achim Meinecke, der eine Mutterkuhherde mit 75 Tieren hält, ist davon überzeugt, dass Ende Juni ein Wolf ein kleines Kälbchen getötet hat, das zu diesem Zeitpunkt erst wenige Tage alt war. Er hat die Herde derzeit auf einer mehr als 20 Hektar großen Wiese am Ortsrand. Eines Morgens habe ihn ein Mann, der mit seinem Hund spazieren ging, darauf aufmerksam gemacht, dass am Rande seiner Wiese „etwas liegt“, berichtet Achim Meinecke. Er sei sofort hingefahren und habe an der beschriebenen Stelle ein totes Kälbchen liegen gesehen. Es war von hinten an einer Keule angefressen.

Eine Mutterkuh mit einem Kalb, das so wie das getötete Tier erst wenige Tage alt ist. Quelle: Bernd Geske

Er habe sofort den Wolfskundigen Carsten Czeski vom Jagdverband Rathenow angerufen, sagt der Landwirt, und ihn gebeten, sich das Kalb einmal anzusehen. Der sei am gleichen Nachmittag auch noch gekommen, habe sich das Kalb angesehen und ihm gesagt, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Wolfsriss handelt.

Das hat Carsten Czeski gegenüber dieser Zeitung bestätigt und gesagt: „Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent könnte das ein Wolf gewesen sein.“

Weil es sich aber nicht um ein Wildtier, sondern um ein Nutztier handelte, sah sich Carsten Czeski vom Jagdverband als nicht zuständig an. Er verwies Meinecke an den Wolfsgutachter Kay-Uwe Hartleb, der für solche Fälle zuständig ist. Bei einem Telefongespräch am gleichen Abend teilte Hartleb dem Landwirt mit, für ein Gutachten sei es so lange nach dem Vorkommnis nun schon zu spät.

Keine Entschädigung, weil die Wiese nicht „wolfssicher“ eingezäunt ist

Eine Entschädigung hätte Achim Meinecke sowieso nicht erwarten können, weil seine Wiese nicht „wolfssicher“ eingezäunt ist. „Das ist unmöglich bei mir“, stellt er fest. Bei der beträchtlichen Größe der Wiese wären Aufwand und Kosten für einen Wolfszaun viel zu hoch. Er hat einen Elektro-Zaun drum herum, der zum Wald hin mit zwei Drähten bespannt ist. Einige Tage später hat der Landwirt beim Mähen auf seiner Wiese ein totes Reh gefunden. Wie das Kalb war es von hinten angefressen. Wieder ein paar Tage später fand sich in einem nahen Garten, dessen Zaun nach außen hin offen ist, ein zweites Reh. Es war auch an der Keule angefressen und wies am Hals einen Kehlbiss auf: Das gilt als wichtigster Hinweis auf einen Wolf, weil der in der Regel so seine Beute tötet.

So ist der Landwirt auch davon überzeugt, dass ein Wolf – oder mehrere – in der Gegend war oder ist. Die Kuh, deren Kalb getötet wurde, habe lange noch an der Stelle gestanden, wo ihr Junges lag, berichtet der Landwirt. Kurz nach der Geburt lege eine Kuh ihr Kalb die ersten Tage versteckt und separat von der Herde ab. Das sei für den Wolf eine günstige Gelegenheit gewesen. Weil er sich Sorgen um seine Tiere macht, fährt er die Wiese jetzt jeden Morgen und jeden Abend ab. Früher hätten sich die Tiere meist überall verteilt auf der Wiese aufgehalten, berichtet er. Jetzt stehen und liegen sie immer eng zusammen.

Von Bernd Geske

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