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Havelland Klaren Forderungen bei der Wolfswache
Lokales Havelland Klaren Forderungen bei der Wolfswache
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06:59 12.03.2018
Am Feuer auf dem Dorfanger versammelten sich die Teilnehmer der Wolfswache in Spaatz. Quelle: Norbert Stein
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Spaatz

Unterstützt von Mitgliedsverbänden des Forums Natur Brandenburg, organisierte der Bauernbund landesweit am Freitagabend Wolfswachen in 21 Orten. Wolfswachen haben eine lange Tradition. Früher wurden sie zur Gefahrenabwehr und zum Schutz der Weidetiere abgehalten. Heute geht es den Organisatoren und Teilnehmern um die Bekundung ihrer Solidarität mit den Weidehaltern.

So war es am Freitagabend auch in Spaatz, wo kurz nach 18 Uhr auf dem Dorfanger ein Feuer angezündet wurde für die einzige Wolfswache im Havelland. Rund 100 Teilnehmer kamen im Verlauf des Abends auf den Dorfanger in unmittelbarer Nähe des Bauernhofes von Jens und Steffen Schmücker. Sie hatten gemeinsam mit Jägern die Wolfswache organisiert.

Landwirt Jens Schmücker (links) und Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes Rathenow, eröffneten die Wolfswache. Quelle: Norbert Stein

Der Abend wurde zum Protest gegen die vom Land am 2. Februar in Kraft gesetzte Brandenburgische Wolfsverordnung. Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes Rathenow, kritisierte zur Eröffnung der Wolfswache eine aus seiner Sicht verfehlte Wolfspolitik des Landes. Der Wolf habe berechtigt einen Platz in der Natur, sagte er. Unverantwortlich sei aber, dass das Land für dessen Wiederansiedlung enorme Summen ausgebe. Den Bauern habe das Land 2017 hingegen lediglich 86 000 Euro Entschädigung für Wolfsrisse gezahlt.

Beim Landwirtschaftsbetrieb Schmücker haben Wölfe bisher noch kein Tier gerissen. „Aber in der Region haben wir das Problem schon gehabt“, sagte Jens Schmücker, deshalb benötige man bessere Regelungen. Enrico Voigt, Vorstandsvorsitzender der benachbarten Agrargenossenschaft Gülpe, berichtete von vom Wolf gerissenen Kälbern auf Weiden mit Mutterkuhhaltung im Jahr 2017, zögerlichen Entschädigungszahlungen und 25 000 Euro Ausgaben zur Anschaffung von Schutzzäunen. 600 Hektar Winterweide müsste die Agrargenossenschaft eigentlich für zwei Mutterkuhherden einzäunen, sagte Enrico Voigt. So eine Ausgabe könne sich der Betrieb nicht leisten.

Jens-Uwe Kahn: Das Wolfsmanagement verfehlt seine Wirkung

Auch Peter Wilke von der Agrargenossenschaft Hohennauen berichtete von einem Vorfall auf einer Weide mit Mutterkühen, bei dem ein Kalb getötet wurde. Ein Wolfsbeauftragter habe die Bisse als „wolfsähnlich“ beurteilt.

Das Wolfsmanagement verfehle seine Wirkung und gehe an Realitäten vorbei, sagte Jens-Uwe Kahn aus Kleßen, Mitglied des Landesvorstandes des Bauernbundes. Mehrere Jäger und Landwirte forderten bei der Wolfswache „schwedische Verhältnisse“ für Brandenburg. Schweden hat klare Regelungen zur Wolfspopulation im Land.

Guido Quadfasel: Wolf schürt Ängste und ist dem Tourismus abträglich

Axel Behrendt vom Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Paulinenaue und der Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler (CDU) unterstützen die Forderungen der Teilnehmer nach einem wirkungsvolleren Wolfsmanagement in Brandenburg. Der Wolf schüre Ängste unter der Bevölkerung und sei der touristischen Entwicklung abträglich, sagte Guido Quadfasel, Bürgermeister der Gemeinde Havelaue.

Jens Schmücker nannte klare Forderungen des Forums Natur Brandenburg. Der strenge Schutzstatus des Wolfs im Europäischen Naturschutzrecht müsse gelockert werden, weil die Art längst nicht mehr gefährdet sei, aber ihrerseits die extensive Weidehaltung bedrohe, so der Landwirt. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz mit festzusetzenden Bestandsquoten ist eine weitere Forderung. Wenn Wölfe Weidetiere angreifen, müsse die Wolfsverordnung Tierhaltern und Jägern das Recht zubilligen, diese zur Abwehr der Gefahr zu töten. Es sollten aber auch Schutzgebiete eingerichtet werden, in denen sich der Wolf zurück ziehen kann.

Von Norbert Stein

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