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Wollenzien: Wahrscheinlich ein Wolfsriss

Rathenow Wollenzien: Wahrscheinlich ein Wolfsriss

Der Fund eines stark angefressenen Rehs im Freizeitpark am Körgraben mitten in Rathenow hat eine Debatte darüber zur Folge, ob das ein Wolfsriss ist oder nicht. Während Stadtförster Thomas Querfurth bekräftigt, dass es kein Wolf gewesen ist, stellt der Stadtverordnete Gerd Wollenzien (CDU-Fraktion) fest, dass es sehr wohl ein Wolfsriss gewesen sein kann.

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Gerd Wollenzien, Stadtverordneter der CDU-Fraktion Rathenow und selbst Jäger.
 

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow.  Nachdem auf dem Freizeitplatz am Körgraben mitten in Rathenow ein Spaziergänger am Montag ein totes, stark angefressenes Reh gefunden hat, entwickelt sich eine intensive Debatte darüber, ob das ein Wolfsriss gewesen ist oder nicht. Der Rathenower Ordnungsamtsleiter Matthias Remus hatte in einer ersten Reaktion der Presse geantwortet: „Das war definitiv kein Wolf.“

Gerd Wollenzien, Stadtverordneter der CDU-Fraktion und selbst Jäger, hat Zweifel an dieser Version geäußert. Ein Kehlbiss, der beim aufgefundenen Reh fehlt, teilte er mit, müsse nicht vorhanden sein, um auf einen Wolf schließen zu können. Bekomme der Wolf ein Reh am Bauch zu fassen, könne er es auch so zu Boden reißen und anfangen zu fressen, ohne es mit dem typischen Kehlbiss getötet zu haben. Sollte ein wild gewordener Hund das Reh getötet haben, stellte er am Rande fest, müsste man sich ernsthaft Sorgen um die Sicherheit in jener Gegend machen. Selbstverständlich könne er mit seinem Kenntnisstand nicht sicher sagen, ob es sich um einen Wolfsriss handelt, gab Gerd Wollenzien zu. Der Stadtförster sollte das tote Reh aber nicht entsorgen, wie es angekündigt worden sei, sondern von einem Fachmann untersuchen lassen.

Stadtförster: Keulen des Rehs von Katze, Marder oder Krähe gefressen

Stadtförster Thomas Querfurth hat indes in einer persönlichen Stellungnahme bekräftigt, dass es sich aus seiner Sicht keinesfalls um einen Wolf handeln kann: Es habe mitnichten einen Wolfsriss am Körgraben gegeben, deshalb gebe es auch nichts abzustreiten. „Nach eingehender Untersuchung ist festzustellen“, teilt er mit, „dass die Keulen des Tieres durch Katzen oder Marder, sowie Krähen und mindestens einen Bussard ihres Fleisches beraubt worden sind.“ Ein Wolf mache sich nicht die Mühe, die Knochen fein säuberlich abzunagen. Er fresse sie einfach mit. Die meisten Rehe würden innerhalb Rathenows aufgrund von Verkehrsunfällen oder unverträglichen Gartenpflanzen verenden. Nicht hilfreich sei, so Querfurth, mit dem Schüren der „Angst vorm großen bösen Wolf“ die Fronten zwischen den Gegnern und Befürwortern des Wolfes weiter zu verhärten.

Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes Rathenow, lässt sich aufgrund der ihm nur dürftig zur Verfügung stehenden Faktenlage nicht zu einem Urteil verleiten, ob es seiner Sicht ein Wolf gewesen sein könnte oder nicht. Der einzige, der zweifelsfrei feststellen könne, welche Kreatur sich an dem Reh zu schaffen gemacht habe, antwortet er, sei Kay-Uwe Hartleb, der Wildbiologe und vom Land bestellte Rissgutachter. Nur er sei entsprechend geschult und allgemein anerkannt.
 

Von Bernd Geske

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