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Wunschgroßeltern in Falkensee gesucht

Projekt „Generationspaten“ Wunschgroßeltern in Falkensee gesucht

Das Leben im Grünen lockte in den vergangenen Jahren viele Familien nach Falkensee. Dass Oma und Opa jedoch in der Regel nicht mitziehen, ist besonders für die Enkelkinder ein großer Verlust und eine große Lücke tut sich auf. Diese zu schließen haben sich in der Gartenstadt die Generationspaten zur Aufgabe gemacht.

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Eine Bereicherung – Generationspatenschaften.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Das Leben im Grünen lockte in den vergangenen Jahren viele Menschen nach Falkensee. Vor allem Familien zogen in die Gartenstadt. Dass Oma und Opa jedoch in der Regel nicht mitziehen, ist besonders für die Enkelkinder ein großer Verlust. Tolle Unternehmungen, wie gemeinsame Vorlesestunden oder ein wöchentlicher Backspaß, die im Alltag mit den berufstätigen Eltern meist zu kurz kommen, fallen plötzlich weg und eine große Lücke tut sich auf.

Zusammensein unter Generationen

Eine Möglichkeit, diese Lücke wieder zu schließen gibt es in Falkensee bereits seit 2004. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) vermittelt Enkelkindern, in deren Leben leibliche Großeltern fehlen, sogenannte Generationspaten. Die Wunschgroßeltern sind allerdings nicht etwa kostenlose Betreuer, sondern vielmehr steht das Zusammensein unter den Generationen im Fokus. „In Vorgesprächen kläre ich mit Eltern und Großeltern ab, was sie sich von diesem Projekt erhoffen. Manchmal gehen die Vorstellungen so weit auseinander, dass eine Vermittlung nicht einfach ist“, so Simone Bortig, die das Projekt seit zwei Jahren ehrenamtlich koordiniert und derzeit mit 15 wartenden Familien und nur drei potenziellen Paten händeringend nach Wunschgroßeltern sucht. Manchmal passt es aber auch so gut, dass langjährig Freundschaften entstehen“, so Bortig.

„Kinder sind das Wichtigste im Leben“

Die Falkenseerin Christina Liebig ist von Anfang an dabei und betreut mittlerweile ihr viertes Patenkind. „Für mich sind Kinder das Wichtigste im Leben. Erst wenn ich sie um mich herum habe, bin ich zufrieden und ausgeglichen“, so die 66-Jährige. „Das Projekt gibt mir so viel mehr, als zum Beispiel das Reisen. Mit meinem langjährigen Patenkind, das mittlerweile schon 16 Jahre alt ist, treffe ich mich heute noch“, so die Falkenseerin, deren leibliche Enkel in Westdeutschland leben.

Das Projekt

Das Wunschgroßeltern-Projekt „Generationspatenschaften“ zielt auf das Zusammensein, das Kennenlernen und den Erfahrungsaustausch ab.

Die Wunschgroßeltern sind keine kostenlosen Betreuer, sondern vielmehr Unterstützer und eine Bereicherung für Familien und Kinder ohne leibliche Großeltern in unmittelbarer Nähe.

Wer sich für eine Patenschaft interessiert, sowohl Familien, als auch Wunschomas und -opas, kann sich an Koordinatorin Simone Bortig unter der Telefonnummer (03322)215142 oder per E-Mail an patenschaften@asb-falkensee.de wenden.

Und auch der kleine Ben (2) hat seit gut einem Jahr Wunschoma und -opa. „Großeltern sind einfach eine Bereicherung. Ben diese Erfahrung vorzuenthalten hätte ich schade gefunden“, so Mama Manuela Meister. Vor einem Jahr lernte die 45-Jährige Wunschopa Uwe Gasenzer kennen. „Seitdem ist eine Freundschaft entstanden und wir unternehmen viel gemeinsam. Ben fühlt sich pudelwohl und genießt die Zeit mit seinen Ersatzgroßeltern“, sagt Meister. Auch Uwe Gasenzer ist begeistert: „Erst hatte ich einige Bedenken, weil Ben noch so klein ist. Da ich keine eigenen Kinder habe, war alles sehr neu für mich.“ Uwe Gasenzer überwand anfängliche Bedenken und Ängste – das gelingt jedoch nicht immer.

Viele ältere Menschen trauen sich nicht

„Viele trauen es sich nicht zu, ein fremdes Kind zu betreuen, besonders wenn man selber schon etwas älter ist. Es gibt aber auch Menschen, die nicht verstehen können, warum man gerne Zeit mit den Kindern verbringt“, sagt Jolanta Thierfelder, die derzeit zwei Paten und ein zehnjähriges Flüchtlingskind betreut. „Ich habe meine Kinder alleine großgezogen und hätte damals Hilf gut gebrauchen können. Ich war immer im Stress oder auf dem Sprung“, so die 55-Jährige. „Ich wollte einfach etwas zurückgeben, nachdem meine Kinder aus dem Haus waren. Seit fünf Jahren sehe ich meine beiden Paten einmal in der Woche, unternehme etwas mit ihnen und entlaste ihre Mama, die ebenfalls alleinerziehend ist.“ Für Jolanda Thierfelder sei die Zeit nicht etwa ein Opfer, sondern vielmehr eine Bereicherung für ihr eigenes Leben. „Es gibt so viele einsame ältere Menschen, denen die Patenschaften so viel bringen könnten. Sie müssten sich nur trauen.“

Von Laura Sander

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