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Havelland Wurde die Familie vor dem Schicksalsschlag bedroht?
Lokales Havelland Wurde die Familie vor dem Schicksalsschlag bedroht?
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14:55 24.04.2017
In dieser Elstaler Siedlung waren Vater und Sohn zu Hause. Quelle: Maz
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Elstal

Die unscheinbare Sporttasche liegt auf einer Holzbank vor der Ausgabestelle der Nauener Tafel in Elstal. Ihr Inhalt: Kleidung und Schuhe des verstorbenen Maxim (16) aus Elstal, der gemeinsam mit Vater Daniel H. am Ostermontag in einem Kleinwagen bei Priort tot aufgefunden wurde. „Die Sachen hat eine Freundin der Mutter vorbei gebracht, sie war fix und fertig. Was der Familie passiert ist, wünscht man wirklich niemandem“, sagt Jutta Schröter, die die Sachen entgegennahm.

Ein Dorf in Schockstarre

Auch drei Tage nach dem schrecklichen Fund steht das Dorf, in dem die Familie seit über einem Jahrzehnt Zuhause war, noch unter Schock – Fassungslosigkeit hat sich breit gemacht. „Niemand weiß Genaues, alle können nur spekulieren. Natürlich wird über die Sache geredet, vor allem in den sozialen Medien“, weiß Elstals Ortsvorsteher Matthias Kunze. „Aber eigentlich halten sich alle weitestgehend mit Behauptungen zurück und zeigen sich eher bestürzt“, so Kunze weiter.

Vater und Sohn wurden tot in ihrem Wagen aufgefunden. Quelle: Julian Stähle

An Selbstmord will niemand so recht glauben

Dass Vater Daniel zuerst seinen Sohn und dann sich selbst erschossen haben soll, das kann sich im Dorf jedoch niemand so recht vorstellen. „Sie waren gut integriert – eine ruhige und nette Familie. Uns geht es allen sehr schlecht, unser Mitgefühl gilt natürlich vor allem den Angehörigen“, so eine Nachbarin. „Daniel hatte gerade eine Fortbildung begonnen, um sich arbeitstechnisch weiterzuentwickeln, Maxim hat kürzlich seinen Lehrvertrag unterschrieben – das passt nicht mit einem Selbstmord zusammen“, so die Nachbarin weiter, die in diesem Jahr nicht bei dem Elstaler Osterfeuer am Gründonnerstag gewesen ist. „Es war uns zu kalt, sonst sind wir auch jedes Jahr dort. Da soll ja etwas vorgefallen sein und bei Facebook wird so viel Mist geschrieben.“ Was tatsächlich passiert ist, bleibt offen.

Es passt nicht zusammen

„Ich kenne die Familie seit zehn Jahren und bin mir sicher, dass Selbstmord nicht die Todesursache gewesen ist. Warum sollten sie ihren Hund mitnehmen, wenn sie so etwas vorgehabt hätten“, sagt ein anderer Nachbar, der zudem von Drohungen gegen die Familie gehört haben will. „Sowohl auf dem Fest, als auch im Internet ist die Familie angefeindet worden. Aus welchem Grund kann ich jedoch nicht sagen“, so der Nachbar weiter. „Es hilft nichts zu spekulieren. Die vermutlich Einzigen, die etwas zu der Tat sagen können, sind nicht mehr am Leben. Wenn Hunde doch nur sprechen könnten“, sagt Elstalerin Irene Flügge.

Der Hund ist inzwischen wieder bei der Familie. Quelle: Marlies Schnaibel

Die gerichtsmedizinische Untersuchung soll nun Aufschluss darüber bringen, wie Vater und Sohn ums Leben gekommen sind und ob es sich um Mord oder doch den bislang vermuteten Selbstmord handelt.

Von Laura Sander

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