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Havelland Wustermark: Abwasser illegal eingeleitet
Lokales Havelland Wustermark: Abwasser illegal eingeleitet
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00:43 31.07.2015
Das Regenwasser im Bereich der Neuen Siedlung Wustermark wird in einem extra angelegten Becken gesammelt. Quelle: dpa-Zentralbild
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Wustermark

Es stinkt gewaltig in der Neuen Siedlung in Wustermark. Nicht jeden Tag, aber immer dann, wenn der Wind die Gerüche vom Regenwasserrückhaltebecken im Wiesenweg in Richtung der Wohnhäuser bläst. „Das geht schon seit Jahren so, und keiner hat etwas unternommen“, rief ein entsetzter Bürger in der jüngsten Wustermarker Gemeindevertretersitzung. Jetzt reagiert die Gemeinde und lässt das Becken entschlammen und auspumpen. 165 000 Euro stehen dafür bereit. Im Oktober sollen die Vorarbeiten beginnen und spätestens im Februar 2016 soll alles abgeschlossen sein.

Zwölf Fehlanschlüsse festgestellt

Doch der Schlamm allein ist es nicht, der die Gemeinde zu dieser Aktion zwingt. Im Zuge von Inspektionen, die nötig sind, um die wasserrechtliche Erlaubnis für das Becken über das Jahresende 2015 hinaus zu verlängern, kam Unglaubliches heraus. „Wir haben zwölf Fehlanschlüsse festgestellt“, sagt Bauamtsleiter Wolfgang Scholz. Im Klartext: Zwölf Grundstücke haben ihr Schmutzwasser in das Becken eingeleitet.

Über welchen Zeitraum und welche Mengen insgesamt in das Regenwasserauffangbecken geflossen sind, dazu kann Wolfgang Scholz keine Angaben machen. Deshalb sei es auch unmöglich, gegen die Grundstückseigentümer irgendwelche Regressforderungen zu erheben. „Wir können die falschen Einleitungen nicht konkret jedem Grundstück zuordnen.“

Absicht oder Unwissenheit?

Die Neue Siedlung in Wustermark, zwischen der Hoppenrader Allee und der Brandenburger Straße, ist in den 90er-Jahren entstanden. Parallel dazu wurde besagtes Regenwasserrückhaltebecken angelegt, von wo aus eine Niederschlagswasserleitung in den Pelsterlakengraben führt. Ob die Grundstücke absichtlich falsch angeschlossen wurden oder ob das aus Unwissenheit geschah ist nicht abschließend zu klären. Auch nicht vom verantwortlichen Wasser- und Abwasserverband Havelland (WAH). Vorsteher Thomas Seelbinder versucht zu erklären: „Grundstückseigentümer haben mehrere Möglichkeiten, wenn sie sich an das Abwassernetz anschließen wollen: Entweder sie beauftragen den WAH oder sie suchen sich selbst eine Fachfirma, die den Anschluss herstellt, so dass WAH nur noch zur Abnahme kommt.“ In besagten Wohngebiet, in dem die Häuser nach und nach gebaut und demzufolge auch zeitlich versetzt ans Netz angeschlossen worden. Es liegen mehrere Leitungen in der Erde. Neben dem Schmutzwasserkanal eben auch der für Regenwasser. „Offenbar müssen Fehler passiert sein, in dem Hausanschlüsse für Schmutzwasser an die Regenwasserleitung angeschlossen wurden“, sagt Seelbinder und spricht den WAH nicht von Schuld frei. Deshalb habe der WAH mit den Grundstückseigentümern gesprochen und festgelegt, dass bis Ende Juli alle falschen Anschlüsse geändert werden. Die Finanzierung dieser Umbauten übernimmt der WAH.

Technische Details

Das Regenrückhaltebecken besteht vom Grundsatz her aus zwei Teilbereichen. Einerseits aus dem Absetzbecken mit 100 Kubkimetern Fassungsvermögen und sich dem daran anschließenden Retentionsbecken (Hochwasserschutzraum, der als Vorflut zur Dämmung einer möglichen Hochwasserwelle dient) mit 555 Kubikmeter Fassungsvolumen.

Die Wahl des technischen Entnahmeverfahrens der Schlemme/Sedimente (Trockenbagger, Saugbagger oder Nassbaggerverfahren) überlässt die Gemeinde dem Auftragnehmer.

Ziel ist die Entschlammung des Regenrückhaltebeckens durch ein vollständiges Leerpumpen der einzelnen Teilbecken und das ordnungsgemäße Entsorgen der Inhalte.

Die Kosten für das Auspumpen des Beckens und die Entsorgung des Schlammes bleiben bei der Gemeinde Wustermark. Bevor das Ausbaggern beginnen kann, erfolgt die Ausschreibung. Der künftige Auftragnehmer muss dann eine Analyse über die Inhaltsstoffe der Schlämme anfertigen und ein Entsorgungskonzept erarbeiten. Außerdem wird ein Teil des Gehweges zwischen der Siedlung und der Potsdamer Allee aufgenommen, um Baufreiheit zu schaffen.

Von Jens Wegener

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