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Havelland Kandidaten liefern sich Schlagabtausch auf der MAZ-Bühne
Lokales Havelland Kandidaten liefern sich Schlagabtausch auf der MAZ-Bühne
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12:02 26.02.2018
Moderator Benno Rougk begrüßte die Kandidaten Holger Schreiber, Oliver Kreuels, Roland Mende, Alexander Groh, Tobias Bank und Katja Schönitz (v.l.) in der Aula der Wustermarker Grundschule Otto-Lilienthal. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Wustermark

Vielleicht war dies ja schon eine mögliche Konstellation, wie es sie auch am kommenden Sonntagabend zur Bürgermeisterwahl geben wird: Bei der nicht repräsentativen Saalwahl beim MAZ-Forum am Dienstag bekam Amtsinhaber Holger Schreiber (parteilos) vom Publikum die meisten Stimmen (52/42,9 Prozent), dicht gefolgt von Tobias Bank (Linke), der es auf 47 Stimmen brachte (38,9 Prozent).

Auf Rang 3 Oliver Kreuels (CDU) mit 15 Stimmen (12,4 Prozent) und auf Platz 4 die von Bd. 90/Die Grünen unterstützte Katja Schönitz mit sieben Stimmen. Die weiteren Einzelkandidaten Roland Mende und Alexander Groh gingen leer aus.

Noch aber haben die Einwohner die Möglichkeit, sich für einen der fünf Kandidaten oder die einzige Kandidatin zu entscheiden. Um ihnen dies etwas zu erleichtern, waren sie zum MAZ-Wahlforum mit dem Bewerber-Sextett in die Aula der Otto-Lilienthal-Grundschule eingeladen. Knapp 200 kamen.

Benno Rougk, Geschäftsführer des Regionalverlages Brandenburg, und Jens Wegener von der Lokalredaktion „Der Havelländer“ moderierten die Veranstaltung – und ließen es erst einmal locker angehen.

Zweimal wurde Witze erzählt

Die Menschen, die Natur und auch die (noch) gute Bahnanbindung an Berlin zählten in der Vorstellungsrunde zu den häufig genannten Antworten auf die Frage, was den Kandidaten an Wustermark gefällt. Beim Lieblingswitz waren nur Katja Schönitz und Tobias Bank nicht um eine Antwort verlegen und gaben einen Witz zum Besten; die grüne Kandidatin nahm dazu eine Anleihe bei ihrem Sohn.

Wo waren sie noch nie in Wustermark?, hieß es außerdem. Oliver Kreuels gab zu, noch nie auf dem Fuchsberg gewesen zu sein, Tobias Bank wollte schon immer mal in ein Café in Dyrotz und Roland Mende kennt die Dyrotzer Seite des Kanals nicht.

Alexander Groh zog es noch nie nach Dyrotz-Luch, während Holger Schreiber die Dyrotzer Kirche bisher fremd ist. Zudem gaben mit mehr als 6000 Euro Schreiber und Bank am meisten für ihren Wahlkampf aus, hingegen Mende am wenigsten: „Gar nichts.“

Erstes Thema war die Gemeindeentwicklung

Und schon ging es hinein in die Runde mit Fragen der Moderatoren. Wobei die Kandidaten jeweils spezielle Fragen gestellt bekamen und die Mitbewerber sich zwei Mal zu „Fremdfragen“ ihrer Wahl äußern durften. Um die Gemeindentwicklung ging es gleich zu Beginn bei Katja Schönitz.

Sie sollte sagen, wie sie die boomende Entwicklung des Ortes sieht und wo für sie die Grenze ist. Da blieb die Einzelkandidatin jedoch recht allgemein, warf eher Fragen in den Raum.

Was die Obergrenze angeht, so meinte sie: „Ich würde es nicht auf eine Zahl beschränken. Die Fragen sind: Wie und in welchem Tempo gestalten wir die Zuzüge, in welcher Form lassen wir Bebauung zu und wie integrieren wir die Menschen?“

Oliver Kreuels wurde konkreter. Er befürwortet die Entwicklung des Olympischen Dorfes zum Wohnstandort, sieht dies als historische Chance, aber: „Das Bevölkerungswachstum stellt die Gemeinde vor enorme Probleme, auch finanzieller Natur. Wir müssen aufpassen, das wir uns nicht übernehmen.“

Zumal in der mittelfristigen Finanzplanung für die nächsten zehn Jahre Ausgaben von rund 20 Millionen Euro anstehen. So sehe er nicht, dass die Bauabschnitte drei, vier und fünf im Olympischen Dorf in naher Zukunft kommen.

Kita-Stellen sollen attraktiver werden

Ein weiteres Thema: die Kitas. Nach Ansicht von Alexander Groh ist das Problem dabei vor allem das fehlende Personal: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Stellen attraktiv und gut bezahlt sind, um Erzieherinnen hierher zu bekommen.“ Das sieht Tobias Bank ähnlich.

„Wenn nur 30-Stunden-Verträge angeboten werden, müssen wir uns nicht wundern.“ Erzieherinnen würden sogar zwangsumgesetzt, sagte er in Richtung des Bürgermeisters.

Das bestritt dieser. Zudem seien 40 Stunden Arbeitszeit zwar der Wunsch, aber man müsse auch eine Flexibilität beim Einsatz des pädagogischen Personal im Auge behalten. Er wolle sich aber Gedanken machen, wie man die Erzieherinnen künftig unterstützen kann. „Wir wissen aber natürlich auch, dass wir neu bauen müssen.“

Man wolle sich zudem bei den pädagogischen Konzepten breiter aufstellen. Dazu hatte Katja Schönitz zuvor alternative Betreuungskonzepte wie Waldkitas angeregt. Und Roland Mende kritisierte unter anderem, dass es nur eine Kita für den Ortsteil Wustermark gibt und in der Priorter Einrichtung immer noch ein Bewegungsraum fehlt.

Staus am Outletcenter sorgen für Ärger

Für Ärger in der Bevölkerung sorgen die vielen Staus durch die Besucher des Outletcenters und von Karls Erlebnis-Dorf. „Eine Situation, die auf Dauer nicht hinnehmbar ist. Es müssen neue Lösungswege angedacht werden“, sagte Holger Schreiber. Ein Verkehrskonzept sei nötig, derzeit laufen Untersuchungen. Dafür gab’s Applaus.

Bei den Radwegen sieht Roland Mende teils großen Nachholebedarf an verschiedenen Stellen. Und hinsichtlich einer ausgewogenen Entwicklung aller Ortsteile schätzt Oliver Kreuels ein: „Ich sehe schon eine gewisse Gefahr, dass – wenn wir in Elstal zu viel machen und auch zu viel Bevölkerungswachstum haben –, die Balance, die derzeit besteht, kippt“.

Auch in den kleineren Ortsteilen müsse etwas passieren, was nicht unbedingt nur mit Wachstum zu tun habe. Groh warnte: „Irgendwann ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Viele sind hergezogen, um das Kleine zu genießen.“ Schreiber verteidigte die geplante Entwicklung des Olympischen Dorfes und schlug vor, Grundstücke in Baugebieten in Priort oder Buchow-Karpzow bei der Vermarktung zuerst den Einheimischen anzubieten. Man benötige verschiedene Wohnraumangebote in der Gemeinde.

Mehr Busverkehr erforderlich

Zum Thema Busverkehr sagte Tobias Bank: „Wir brauchen mehr Busverkehr und eine direkte Verbindung von Elstal über den Havelpark nach Falkensee.“ Aber auch für eine Buslinie nach Ketzin/Havel sehe er einen dringenden Bedarf. „Und es kann nicht sein, dass Ortsteile, die ohne Bahnhof sind, keine Anbindung an die Bahn haben.“

Bürger konnten an die Kandidaten Fragen stellen

Im zweiten Teil konnte das Publikum Fragen stellen. So wollte etwa Renate Wietusch aus Wernitz wissen, wie sie die Lebensqualität in dem von Verkehr stark belasteten Ortsbereich verbessern wollen. Hier waren sich die Kandidaten einig.

Eine Entschärfung der Situation könne nur eine Umgehungsstraße bringen. Eine ganz grundsätzliche Frage hatte Thomas Hoffmann: „Viele Bürger fühlen sich zu wenig informiert und beteiligt, wie wollen Sie das ändern?“ Für Katja Schönitz könnten Workshops zur Bürgerbeteiligung eine Variante sein. „Neue Medien zu nutzen, ist in dieser dynamischen Zeit wichtig, ich könnte mir aber auch eine gedruckte Ausgabe für Informationen vorstellen“, sagte Holger Schreiber. Bank, Mende und Groh wollen auf persönliche Gespräche setzen.

Auch junge Wustermarker meldeten sich zu Wort. Rebecca Luger wollte vom ältesten Bewerber, Roland Mende, wissen, wie er die Attraktivität des Jugendklubs bewertet. „Den Jugendklub in freie Trägerschaft zu geben war gut. Was mir fehlt, ist die Jugendarbeit auf der Straße“, so Mende.

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