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Wustermark will Gärten schützen

Eisenbahnersiedlung Elstal Wustermark will Gärten schützen

Damit die Gärten und Ställe in der denkmalgeschützten Eisenbahnersiedlung Elstal nicht abgerissen werden, plant die Gemeinde Wustermark, einen Bebauungsplan mit Veränderungssperre für das Gebiet aufzustellen.

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Einige der schon verwilderten Gärten in der Schulstraße.

Quelle: Jens Wegener

Elstal. Den möglichen Abriss von Gärten und einigen Ställen in der denkmalgeschützten Elstaler Einsenbahnersiedlung will die Gemeinde Wustermark verhindern. Das hat Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) in der jüngsten Bauausschusssitzung in Elstal noch einmal unterstrichen. Die Frage ist, ob und wie die Gemeinde Wustermark auf die Pläne des Eigentümers Deutsche Wohnen Einfluss nehmen kann.

Dazu hat sich die Verwaltung überlegt, für das Gebiet der Eisenbahnersiedlung inklusive der Breiten und der Gartenstraße einen Bebauungsplan zu erstellen. „Der könnte mit einer Veränderungssperre gekoppelt werden, so dass in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren in besagtem Gebiet nichts passieren könnte, ohne die Gemeinde zu beteiligen“, sagte Wustermarks Vizebürgermeisterin Petra Guhr. Eine Beschlussvorlage für einen Aufstellungsbeschluss zum B-Plan soll in der Gemeindevertretersitzung am 25. April behandelt werden.

Derweil reißt der Protest der Elstaler gegen die geplante Verdichtung der Eisenbahnersiedlung mit neuen Häusern nicht ab. Anwohner Dieter Knopp erzählte, dass man alte Ställe „absichtlich verkommen lassen hat, um sie dann wegen Feuchtigkeit abreißen zu können.“ Im Raum steht die Vermutung, dass auf diese Weise Zufahrten zu neuen Häusern in der zweiten Reihe geschaffen werden sollen.

Peter Wegener vom Verein Historia Elstal gab zu bedenken, „dass die Deutsche Wohnen seit einiger Zeit auch neuen Mietern in der Siedlung keine Gärten mehr anbietet.“ Anwohnerin Margit Paul übergab dem Elstaler Ortsvorsteher Matthias Kunze (SPD) weitere Unterschriften. Bereits am 5. April hatte er Listen mit 138 Namen erhalten, die eine weitere Bebauung der Siedlung verhindern wollen.

Auf Anfrage eines Bauausschussmitgliedes erklärte die Vizebürgermeisterin, dass es bereits mehrere positive Bauvoranfragen des Landkreises für Neubauten der Deutschen Wohnen in der Eisenbahnersiedlung gebe. Das betreffe aber keine Flächen mit Gärten oder Ställen, sondern Freiflächen zwischen schon stehenden Häusern wie schräg gegenüber der Oberschule Elstal.

Der Landkreis Havelland wisse um die Sensibilität des Themas und sei daher in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister und dem zuständigen Fachbereich der Gemeinde, versicherte Kreissprecherin Caterina Rönnert gegenüber der MAZ. „Am Ende entscheidet über die Genehmigung eines vorliegenden Antrages des Eigentümers die Untere Bauaufsichtsbehörde im Einvernehmen mit der Gemeinde unter Einbeziehung der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises.“

Unklar bleibt, warum die Gemeindeverwaltung Wustermark die ihr seit Monaten vorliegenden Pläne der Deutschen Wohnen mit den geplanten Standorten für neue Häuser, unter anderem in der Puschkin- und in der Schulstraße noch nicht öffentlich gemacht hat. Das forderte neben Linken-Politiker Tobias Bank auch Gemeindevertreter Thomas Karrei (Grüne): „Wir und die Anwohner wissen doch gar nicht konkret, woran wir sind.“

Von Jens Wegener

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