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Havelland Wustermark will nicht aufs Abstellgleis
Lokales Havelland Wustermark will nicht aufs Abstellgleis
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14:00 29.11.2017
Noch hält der RB 21 auf dem Wustermarker Bahnhof – mit dem neuen Landesnahverkehrsplan könnte sich das ändern, sehr zum Ärger vieler Pendler. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wustermark

Bezüglich des zuletzt veröffentlichten Entwurfs des Landesnahverkehrsplanes (LNVP) 2018 mehren sich in Wustermark kritische Stimmen. Pendler und Parteien befürchten eine akute Verschlechterung für den Ortsteil Wustermark, wenn der Plan, wie vorgestellt, umgesetzt wird. „Wustermark darf nicht aufs Abstellgleis geraten“, betont die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Christina Hanschke, in einer Erklärung.

Der Landesnahverkehrsplan sieht vor, die Regionalbahnlinien 21 und 13 zusammenzulegen und so eine neue Verbindung zwischen Potsdam und Berlin zu schaffen. Damit können die Priorter direkt nach Berlin fahren und die Elstaler erhalten umgekehrt eine Zugverbindung nach Potsdam. „Durch die neue Verbindung könnten sich auch mehr Personen für die Nutzung der Bahn entscheiden und damit könnten die A 10 und die B 5 entlastet werden“, befürwortet die SPD die Entscheidung. Dies ist jedoch mit einem großen Aber verbunden: Denn der Plan hat auch seine Schattenseiten und die schlagen derzeit hohe Wellen.

Die neue Linie soll nämlich nicht mehr in Wustermark halten, sondern von Priort direkt nach Elstal fahren. Für den Ortsteil Wustermark würde damit nicht nur eine zusätzliche Verbindung in der Rush Hour, sondern auch die direkte Zugverbindung nach Potsdam entfallen. „Durch die geplante Linienführung der RB 21 von Potsdam nach Berlin-Spandau, ohne Halt in Wustermark, bleiben hier bereits viele Schulkinder aus Brieselang, Nauen und Wustermark auf der Strecke, beziehungsweise müssen zusätzliche Umstiege in Kauf nehmen“, befürchtet Patrick Göldner, selbst Pendler aus Wustermark.

Mittlerweile haben sich mehrere Mütter zusammengetan und eine Unterschriftensammlung ins Leben gerufen. Bereits nach zwei Tagen standen über 500 Namen auf der Liste. „Wir haben auf einer Kitaversammlung ganz nebenbei von den Plänen erfahren und gleich am nächsten Tag die Listen ausgelegt“, erklärt Maria Zunke, die die Aktion gemeinsam mit anderen Müttern ins Leben gerufen hat. Sie nutzt selbst täglich den Zug, um nach Potsdam zu fahren. „Für viele Eltern in Wustermark ist es völlig normal, die Kinder zur Kita zu bringen und dann zum Bahnhof zu laufen, um zur Arbeit zu pendeln“, erklärt sie. Fallen die beiden bestehenden Linien weg, würde das viele Eltern vor eine große Herausforderung stellen. Die Liste soll am 4. Dezember an das zuständige Landesministerium geschickt werden. Wer sich an der Unterschriftenaktion beteiligen möchte, hat dafür noch bis zum 2. Dezember Zeit.

Durch den Wegfall des RB 13 und RB 21 wäre Wustermark ab 2022 damit nur noch einmal stündlich durch den RE 4 angebunden. Aber gerade in diesen Ortsteilen sei in den kommenden Jahren mir einem starken Einwohnerzuwachs zu rechnen, so Göldner. In Elstal sind im Olympischen Dorf neue Wohnungen geplant, in Wustermark entstehen gleichzeitig neue Einfamilienhäuser und es siedeln sich weitere Logistikfirmen an. „Das wird dazu führen, dass die Pendlerzahlen von und nach Wustermark weiter ansteigen werden“, sagt Patrick Göldner. Aber auch viele Ketziner würden den Bahnhof als Einstiegs- oder Ausstiegsmöglichkeit nutzen.

Eine Folge der neuen Linie wäre ein überfüllter RE 4, der schon jetzt zu den Hauptpendlerzeiten an seine Kapazitätsgrenzen stoße. Die Einstellung des RB 13 würde zu einem Verkehrskollaps führen, so Göldner. Dabei sei doch das oberste Ziel des Landesnahverkehrsplans, keine bestehenden Streckenleistungen zu kürzen, was bei Wustermark jedoch der Fall wäre. Daher werde sich auch die Wustermarker SPD weiterhin für einen Halt der neuen Linie in Wustermark einsetzen.

Gegenwertig läuft ein Beteiligungsverfahren zum Landesnahverkehrsplan 2018. Der öffentliche Entwurf basiert auf einer Korridoruntersuchung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg. Bis zum 4. Dezember besteht noch die Möglichkeit, Änderungen zum LNVP einzureichen. Möglich ist dies über folgende Mail-Adresse: LNVP.MIL@MIL.Brandenburg.de

Von Danilo Hafer

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