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Wustermark Bund soll beim Bahn-Technologie-Campus mit ins Boot
Lokales Havelland Wustermark Bund soll beim Bahn-Technologie-Campus mit ins Boot
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18:13 16.01.2019
Im ehemaligen Lokschuppen in Elstal könnten Schulungs- und Forschungsräume einer möglichen Bahn-Akademie entstehen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Elstal

Die Worte des Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (B 90/Grüne) nach dem zweitstündigen Gespräch haben die Verantwortlichen der Bahntechnologie Campus Havelland GmbH wohlwollend zur Kenntnis genommen: „Wir sind die Befürworter dieses Vorhabens. Sie haben uns als Freunde und Partner gewonnen. Jetzt müssen die Vertreter der Regierung nur noch die Mittel bereitstellen“, so Özdemir.

Cem Özdemir (3.v.l:) im Gespräch mit Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (l.) und BTC-Geschäftsführer Andreas Guttschau. Rechts Günther Alsdorf. Quelle: Tanja M. Marotzke

Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur des Bundestages war er Mittwoch nach Elstal gekommen, um sich über das größte Innovationsprojekt im Landkreis Havelland, das auf die ganze Bundesrepublik ausstrahlen könnte, zu informieren.

Kombination aus Forschung, Lehre und Praxis

Der Bahn-Technologie Campus soll eine Kombination aus Forschung und Praxis rund um den Schienenverkehr werden. Dazu plane man, Ausbildungsstätte für Bahnberufe wie Lokführer oder Mechatroniker zu werden, so Andreas Guttschau, einer der beiden Geschäftsführer der BTC Havelland GmbH. Wobei diese Ausbildung, die in Modulen erfolgt, so angelegt wird, dass junge Leute aus ganz Deutschland in Elstal ihren Beruf erlernen können.

Eine Fläche von 45 Hektar steht zur Verfügung. Die Anschubfinanzierung mit 20 Millionen Euro, 13,5 Millionen vom Land Brandenburg, 6,5 Millionen vom Landkreis, der Vorhabenträger ist, ist gesichert.

Viele Gebäude auf dem Areal stehen unter Denkmalschutz. Quelle: Tanja M. Marotzke

„Im Frühjahr werden wir mit dem Bau von Straßen und Wegen und dem Verlegen der Medien beginnen.“ Bisher seien etwa 40 alte Gebäude und Anlagen abgerissen und das Gelände von Unrat, Sträuchern und Munitionsresten befreit worden. „Wir schaffen damit die Grundvoraussetzungen für weitere Investitionen“, so Guttschau.

Geld für Gebäudesanierungen wird benötigt

Und die müssen finanziert werden, was allein das Land Brandenburg und der Landkreis Havelland nicht können, erklärte der zweite Geschäftsführer Günther Alsdorf des Ausschussmitgliedern. „Wenn wir an diesem Standort, an dem es allerbeste Bedingungen in Punkto Infrastruktur gibt, bahnaffine Unternehmen ansiedeln wollen, wissenschaftliche Bereiche mit Hörsälen für Studenten und Forschungsstätten anbieten wollen, müssen die vorhandenen Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, umgebaut und saniert werden.“

Es gebe bereits erste Partner sowohl mit Unternehmen, die mit Schienenverkehr zu tun hätten, also auch im Bereich der Wissenschaft mit den Technische Hochschule Berlin und Wildau. „Die könnten ihre Studenten hier im Bahnbereich forschen lassen und gleich ein paar Meter weiter sehen, wie es in der Praxis aussieht“, ergänzte Alsdorf.

Pilotprojekt bei City-Logistik

Mit einem aktuellen Pilotprojekt im Bereich der City-Logistik erzeugte Alsdorf eine besondere Aufmerksamkeit bei den Ausschussmitgliedern. BTC hat einen Logistiker aus dem benachbarten Güterverkehrszentrum gewonnen. „Mit dem wollen wir nächstes Jahr testen, ob die Belieferung von Lebensmittelverkaufsstellen in Berlin mitttels Schiene und E-Autos möglich ist, sagte Alsdorf. Die Waren muss so kommissioniert werden, dass sie im KV-Terminal im GVZ auf die Bahn verlade, in die Hauptstadt gebracht und mit Elektro-Transportern in die Läden gebracht werden kann.“ Wenn das gelinge, würden sofort andere Logistiker nachziehen , weil der Lkw auf Sicht keine Lösung sei.

Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber warb ebenfalls für den Standort: „Die Chance, hier an historischer Stelle mit 100 jähriger Bahngeschichte etwas Einmaliges zu entwickeln, ist groß. Ich bitte Sie als Bundestagsausschuss um Unterstützung.“ Die Botschaft sei angekommen, ließen die Ausschussmitglieder wissen.

Von Jens Wegener

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