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Wustermark Der Biber soll umgesetzt werden
Lokales Havelland Wustermark Der Biber soll umgesetzt werden
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19:46 29.05.2018
Ein kleiner Biber hält viele Menschen in den Ortsteilen Hoppenrade und Wustermark in Atem. Quelle: dpa
Wustermark/Hoppenrade

Die Geschichte um den Biber im Pelsterlakegraben bei Hoppenrade und Wustermark geht in die Fortsetzung. „Noch ist es nicht akut, weil es zuletzt keine starken Regenfälle gegeben hat“, sagt Hoppenrades Ortsvorsteher Uwe Menzel. „Aber wenn viel neues Wasser von oben hinzukommt, wird es für die Bewohner der Häuser in der Siedlung in Wustermark und in Hoppenrade wieder kritisch.“

Seit gut einem Jahr hat sich ein Biber den Pelsterlakegraben als seine Wohnstätte auserkoren. Er baut und baut, einen Damm nach dem anderen. An sich nicht schlimm, wäre der Pelsterlakegraben an der Landesstraße 204 nicht die Hauptstraßenentwässerung für Wernitz. Wenn der komplett zu ist, das Wasser wegen der Biberdämme nicht ablaufen kann, wird es zurückgedrückt und sorgt in den umliegenden Ortschaften für feuchte Wiesen, Äcker und auch Keller.

Gutachten liegt vor

Nach langem Kampf mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises im vergangenen Jahr und nachdem es auch noch zu Schäden an den Böschungen des Grabens gekommen war, stimmte die schließlich zu, dass Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes Nauen den Biberdamm entfernen konnten. Doch was damals schon prognostiziert wurde, ist eingetreten, Der Biber ist nicht weg und er baut wieder.

Deshalb hat die Gemeinde Wustermark ein geotechnisches Gutachten zu den Auswirkungen des Aufstaus im Pelsterlakegraben durch Biberdämme in Auftrag gegeben (knapp 6000 Euro). Die Experten kommen nach vielen Untersuchungen zu dem Schluss: Damit der Graben seine Vorflutfunktion wieder erfüllen kann und fortschreitende Schäden und Gefährdungsrisiken vermieden werden können, muss der Biber gefangen und umgesetzt werden. „Einen entsprechenden Antrag haben wir an den Landkreis gestellt“, sagt Bürgermeister Holger Schreiber von der Wustermarker Verwaltung. Eine Entscheidung steht noch aus.

Dämme zerstören reicht nicht

Aus dem Gutachten geht hervor, dass es mit dem Einsetzen von Regenperioden zu weiteren Problemen im Umfeld des Grabens kommen wird, wenn die Biberdämme nicht beseitigt werden. Nur ist das allein eben keine dauerhafte Lösung. „Die Vergrämung des Bibers aus dem Pelsterlakegraben ist nicht zielführend, weil dadurch in keiner Weise sichergestellt werden kann, dass der Biber sich nicht in einem anderen Bereich des Grabens ansiedelt“, so Schreiber. Sollte sich im Pelsterlakegraben nach der Umsetzung des Bibers ein neues Exemplar ansiedeln, gelten selbstverständlich die gleichen Rahmenbedingungen, wie in dem Gutachten aufgezeigt.“

Standfestigkeit der Bäume ist gefährdet

In dem Expertenpapier sind diverse Wasserschäden in Keller der umliegenden Wohnhäuser unter anderem im Zaunkönigweg und in der Wiesenstraße dokumentiert. Außerdem sei die Standsicherheit mehrerer Bäume gefährdet, wenn im Wurzelbereich Wasser stehe, die kleingärtnerische Nutzung vieler tiefer liegender Grundstücke sei eingeschränkt, es drohen Gefahren, wenn Grundwasser in die Keller eindringe und mit Ölheizungsanlagen in Kontakt komme. So schließt sich die Gemeindeverwaltung der abschließenden Einschätzung im Gutachten an: „Die zu erwartenden Umwelt -und Sachschäden sind höher einzuschätzen als der Verbleib der Biberpopulation im Pelsterlakegraben.“

Von Jens Wegener

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