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Wustermark Evelyn Gliese – eine Rentnerin mit zwei helfenden Händen
Lokales Havelland Wustermark Evelyn Gliese – eine Rentnerin mit zwei helfenden Händen
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15:53 15.03.2019
Evelyn Gliese ist in Wustermark und Elstal für ihre Arbeit bekannt wie ein bunter Hund. Quelle: Tanja M. Marotzke
Elstal

Es gibt kaum einen Tag im Leben von Rentnerin Evelyn Gliese, an dem sie zu ihrem Mann Detlef sagt: „Heute liegt nichts an!“ Die Elstalerin ist eigentlich immer und überall gefragt.

Von Kladow bis Elstal

Entweder treffen sich die Mitglieder des Wustermarker Seniorenbeirates, in dem sie seit gut fünf Jahren mitwirkt, oder die Diabetes-Gruppe in Kladow, die sie mitgegründet hat, oder sie besucht eine ihrer beiden älteren Damen im Ort, um ihnen und auch sich den Tag zu verschönern. „Mehr ehrenamtliche Arbeit kann man, glaube ich, nicht leisten“, schätzt Andreas Wilczek, Vorsitzender des Seniorenbeirates ein.

Aktiv in der Altenfürsorge

Als die heute 67-jährige Evelyn Gliese 1999 mit ihrem Sohn von Berlin nach Elstal, war sie noch berufstätig. „Ich habe mich bei der Firma Siemens um die Altenfürsorge gekümmert“, erklärt sie. Zuvor hat sie viele Jahre als Rechtsanwalts- und Notargehilfin gearbeitet.

Schon als junges Mädchen ist in ihr der Wunsch, anderen Menschen in Not zu helfen, aufgekommen. Die damals 16-Jährige meldete sich in einem Berliner Krankenhaus.„Ich habe gesagt, dass ich irgendwas machen möchte für Patienten, die keinen Besuch bekommen“, erinnert sie sich.

So saß viele Wochenenden von Freitagabend bis Sonntagnachmittag in der Klinik, unterhielt ältere Patienten, half den Schwestern beim Betten beziehen.

Leben mit dem Helfer-Gen

Dieses Helfer-Gen hat Evelyn Gliese bis heute nicht verloren. Obwohl selbst an Krebs erkrankt, gründete sie eine Krebsgruppe in Dallgow, organisierte regelmäßige Treffen. Ebenso wirkte sie aktiv in einer Diabetes-Gruppe mit 30 Frauen in Kladow mit. Kaum in der Gemeinde Wustermark angekommen, übernahm sie sozusagen eine Patenschaft für zwei ältere Frauen, die ihr von der Sozialstation Wustermark genannt wurden.

„Ich kann gut auf Menschen zugehen und finde schnell Kontakt. So auch bei den beiden Frauen, die damals im Servicewohnen der Diakonie lebten. Ich habe nur mit ihnen erzählt und Kaffee getrunken, zweimal die Woche. Das war für sie eine große Abwechslung“, sagt die Elstalerin. Auch derzeit kümmert sich Evelyn Gliese regelmäßig um zwei Damen aus Elstal.

Unglück zu verkraften

Ein großes Unglück in der Familie im Jahr 2017 hat sie nur schwer verkraftet. „Ich musste kürzer treten, es ging nicht anders“, will sie sich entschuldigen. Evelyn Gliese zog mit ihrem Mann in Elstal um. Sie gab einige ehrenamtliche Sachen auf, wie die Elstaler Strickgruppe. Auch die Besuche in der Wustermarker Grundschule, wo sie drei Jahre zweimal in der Woche als Lesepatin fungierte.

„Die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse sind in den Pausen zu mit in die Bibliothek gekommen und wir haben gelesen oder Spiele gemacht. Manche haben dabei zum ersten Mal ein Buch in der Hand gehabt, das kein Lehrbuch war“, erzählt sie von der Arbeit.

Aktiv im Seniorenbeirat

Heute konzentriert sie sich auf den Seniorenbeirat, organisiert zum Beispiel gerade eine Ausfahrt zur Biosphäre in Potsdam, und auf die regelmäßige Besuche der älteren Damen in Elstal.

Es bleibt wenig Zeit für sie selbst und Ausflüge mit ihrem Mann Detlef. Der weiß: „Wenn Evelyn vor die Tür oder zum Einkaufen geht, kommt sie vor zwei Stunden nicht wieder. Weil sie überall Leute tritt oder angesprochen wird. Und wenn das mal nicht der Fall ist, dann klingelt das Telefon. Aber daran, habe ich mich gewöhnt.“

Von Jens Wegener

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