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Wustermark Deutsche Wohnen AG will Eisenbahnersiedlung bebauen – Anwohner protestieren scharf
Lokales Havelland Wustermark Deutsche Wohnen AG will Eisenbahnersiedlung bebauen – Anwohner protestieren scharf
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18:38 16.04.2019
Viele Teile der Eisenbahnersiedlung wurden von der Deutschen Wohnen bereits saniert. Quelle: Tanja Marotzke
Elstal

 Wütend und unzufrieden ging der größte Teil der etwa 80 Anwohner der Elstaler Eisenbahnersiedlung nach Hause, nachdem ihnen von den Deutschen Wohnen AG die Pläne zur Gestaltung der historischen Siedlung präsentiert worden waren.

„Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch. Es besteht die Absicht des Eigentümers, weitere Häuser zu bauen, einige Gärten verschwinden zu lassen und auch aus einigen Stallungen Wohnungen zu machen. Wir werden unsere Forderungen zum Erhalt dieses Flächendenkmals und gegen die weitere Verdichtung der Siedlung voran treiben“, sagt Alexandra Livet vom Umweltnetzwerk Wustermark.

Bürgermeister ist sauer

Im Wustermarker Rathaus dagegen sieht man die Sache etwas anders. „Das war eine Informationsveranstaltung, bei der wir und die Anwohner, noch vor den Gremien der Gemeindevertretung, erfahren haben, welches Gesamtkonzept die Deutsche Wohnen dort verfolgt. Ich bin ehrlich gesagt richtig sauer darüber, wie einige Bürger auf diese Präsentation reagiert haben“, sagt Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos).

Ebenso habe sich der Vorstandschef der Deutschen Wohnen Michael Zahl hinterher geäußert. „Von vornherein alles abzulehnen und zu allem Nein zu sagen, das bringt uns nicht voran.“

Vorgärten aufwerten, Stellplätze anlegen

Die Zielplanung der Deutschen Wohnen sieht vor, im Bereich Schulstraße, Ernst-Thälmannplatz, Puschkinstraße und Gartenstraße unter „Wahrung der denkmalpflegerischen Belange“ weitere private und öffentliche Stellplätze anzulegen, die Vorgärten gärtnerisch aufzuwerten, Biotopflächen zu schaffen, aber eben auch eine weitere Wohnbebauung.

Große Teile der historischen Siedlung wurden von der Deutschen Wohnen saniert.

Maximal sind sechs neue Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Wobei der Bürgermeister einschränkt: „Also mit drei Standorten könnte ich mitgehen, weil Anwohner nicht unmittelbar betroffen wären. Drei Standorte sind aus meiner Sicht schwierig. Aber das soll ja diskutiert werden. Deshalb wurden die Bürger ja rechtzeitig informiert.“

Sieben Nebengelasse sollen Wohnungen werden

Schreiber gibt zu bedenken, dass einige rückwärtige Gärten dazu geeignet wären, geteilt zu werden, „weil viele gar nicht mehr solch lange Grundstücke bewirtschaften wollen“.

Er verweist auch auf die schwierige Parksituation besonders in der Schulstraße, die die Deutsche Wohnen entkrampfen könnte, wenn sie Stellplätze auf den Grundstücken baue. Die Gemeinde könne das nicht.

Quelle: Jens Wegener

In Bezug auf die sogenannten Nebengelasse hat die Deutsche Wohnen angekündigt, sieben dieser Schuppen zu 60 Quadratmeter Wohnungen umbauen zu wollen. Trotzdem soll für die Bewohner der benachbarten Häuser noch Platz zum Abstellen von Mülltonnen und Kleingeräten bleiben.

Nichts ist beschlossene Sache

Ob dabei die Denkmalbehörde mitspielt, steht auf einem anderen Blatt. „Es gibt Gespräche mit der Unteren Denkmalbehörde“, sagt Uwe Schollän von der Gemeindeverwaltung.

Es müsse auf jeden Fall sichergestellt werden, dass Hausbesitzer in der Eisenbahnersiedlung die gleichen Rechte haben wie die Deutsche Wohnen. „Deshalb sollte der im 2000 verfasste Antragsleitfaden für Veränderungen in der Siedlung überarbeitet werden“, so Schollän.

Er unterstrich, dass bauliche Veränderungen nicht ohne die Gemeindevertretung zu machen sind. Der Bauausschuss Wustermark werde sich erstmals am 7. Mai in öffentlicher Sitzung mit der Zielplanung der Deutschen Wohnen befassen.

„Beschlossene Sache, so wie es von einigen Anwohner der Eisenbahnersiedlung vermutet wurde, ist also noch gar nichts“, sagt Bürgermeister Holger Schreiber.

Von Jens Wegener

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