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Wustermark Großer Andrang im Olympischen Dorf
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00:29 10.05.2018
Mehr als 800 Besucher wollten wissen, wie es im Olympischen Dorf und speziell auch im Speisehaus der Nationen weitergeht. Quelle: Tanja M. Marotzke
Elstal

Das Interesse war riesengroß: „Schon zur Öffnung des Geländes um 11 Uhr standen etwa 30 Elstaler vor dem Tor und wollten rein“, sagt Andre Klautzsch von der Baudenkmalsanierungsgesellschaft terraplan. Anlässlich des Tages der Städtebauförderung fanden am Samstag ab 11 Uhr im Olympischen Dorf von 1936 in Elstal Führungen über das historische Gelände statt.

Mehr als 800 Besucher nutzten die Gelegenheit, den historischen Ort zu besuchen. Für Interessierte öffnete terraplan auch das so genannte Speisehaus der Nationen und gab einen Einblick in die Gesamtkonzeption der künftigen baulichen Nachnutzung des Geländes.

Im Ostflügel entstehen 73 Wohnungen

Danach entstehen im Ostflügel des Speisehauses der Nationen 73 Wohnungen, die bereits komplett verkauft sind. Hinzu kommen 32 Wohnungen im Westflügel, die in der Verkaufsvorbereitung sind. Die Kosten pro Quadratmeter beginnen bei 4900 Euro.

Rund um das Gebäude sind in einem inneren Ring acht Townhouses (Reihenhäuser) mit 56 Wohnungen geplant, die laut Klautzsch ebenfalls weitgehend verkauft sind. Der daran angrenzende äußere Ring soll aus zwölf Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 160 Wohnungen bestehen. Hier sollen auch Möglichkeiten für ein betreutes Wohnen geschaffen werden und eine Senioren-WG entstehen.

Baustart hängt von den Genehmigungen ab

Insgesamt werden im ersten Bauabschnitt 321 Wohnungen gebaut. Hinzu kommen zwei Tiefgaragen mit jeweils 80 Pkw-Stellplätzen. Baubeginn soll, so Klautzsch „noch in diesem Jahr“ sein. Wann es wirklich losgeht, ist aber abhängig von den ausstehenden Baugenehmigungen. Der promovierte Historiker Klautzsch, der den Bauträger berät, hat Respekt vor dem Projekt. „Ein bisschen verrückt ist das alles schon“, sagt er und spricht über die Historie des Dorfes.

Das Modell der geplanten Bebauung. Quelle: Tanja M. Marotzke

„Erbaut für zwölf Tage sportlicher Nutzung diente das 55 Hektar große Gelände fast ein halbes Jahrhundert lang als Wohnraum für sowjetische Offiziere, ihre Familien und Soldaten. Es sei legitim, meint Klautzsch, dass auch die Spuren, die die militärische Nutzung hinterlassen habe, Berücksichtigung finden. „Bei einigen der vierstöckigen Wohnhäuser aus den sechziger Jahren wird geprüft, ob sie erhalten werden können.“ Vorstellbar sei, dort günstigen Wohnraum zu schaffen.

Ein spannender Ort mit vielen Geschichten

Es ist die Verbindung von Historie und moderner baulicher Nutzung, die die Gäste an diesem Tag anzieht. „Das Olympische Dorf ist einfach ein spannender Ort mit vielen Geschichten“, so Uwe Hielscher aus Brieselang. Der 64-Jährige will sich informieren über das, „was hier geplant wird“. Karsten Neumann und Christiane Bubner sind aus Berlin gekommen: „Es ist toll, was es direkt vor den Toren der Stadt alles zu entdecken gibt“, sagt Bubner.

Die Nähe zu Berlin war ein entscheidender Faktor, der für Elstal als Standort für das Olympische Dorf sprach. „Es sind 14 Kilometer Luftlinie zum Olympiastadion. Die Sportler wurden mit 250 Wehrmachtsbussen hin und her gefahren. Wenn man so will war es ein Vorläufer des modernen Shuttle-Verkehrs“, sagt Siegfried Schreiner, der als einer der offiziellen „Tourguides“ den größten Teil der Führung durch das Dorf mit „seinen“ Gruppen macht, bevor er sie am Speisehaus der Nationen an Klautzsch und dessen Kollegen von terraplan übergibt.

4000 Athleten aus 49 Nationen

Insgesamt 49 Nationen mit knapp 4000 Athleten nahmen an Olympia 1936 teil. Das Olympische Dorf bestand aus 140 Gebäuden, die von vorneherein für eine militärische Nachnutzung konzipiert waren. „Das war der zweite wichtige Faktor, der für Elstal sprach“, so Schreiner.

Umgeben von bereits bestehenden militärischen Anlagen, passte die Anlage perfekt in das Gesamtkonzept. Immerhin noch 20 der alten Gebäude stehen in Elstal. Sie werden auch im Rahmen künftiger Bebauungspläne für das Gelände erhalten bleiben.

Von Tanja M. Marotzke

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