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Wustermark Vor 20 Jahren übernahm Heike Benzin den Pfarrsprengel
Lokales Havelland Wustermark Vor 20 Jahren übernahm Heike Benzin den Pfarrsprengel
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15:18 06.11.2018
Pfarrerin Heike Benzin. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wustermark

Als Heike Benzin 1998 von der Osterkirchengemeinde in Berlin-Tiergarten nach Wustermark kam, ahnte die Pfarrerin noch nicht, was auf sie zukommt. „Obwohl ich mich ja für die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Wustermark beworben hatte“, sagt die 55-Jährige.

Sie war nach vielen männlichen Kollegen die erste Frau auf der Kanzel in Wustermark. Aber das sollte nicht das größte Problem sein. Es galt, die Kirchenarbeit zu beleben. „Wir hatten zuletzt nur noch einen Vertretungspfarrer“, erinnert sich Dieter Krause vom Gemeindekirchenrat Elstal. Und der Zustand der Gotteshäuser in Wustermark, Elstal, Buchow-Karpzow, Hoppenrade, Priort, Dyrotz und Elstal war alles andere als vorzeigenswert.

Elstal hinkt hinterher

Doch die aus Marburg stammende Heike Benzin, selbst Tochter einer Pfarrerin, packte es an. Sie hielt Gottesdienste ab, kümmerte sich über die Jahre um die Konfirmanden und half dabei, die Kirchen wieder in Schuss zu bringen. Kirchenfördervereine wurden gegründet, mit denen Heike Benzin zusammenarbeite. „Heute sind die Gebäude in den Wustermarker Ortsteilen wieder top, nur Elstal hinkt hinterher“, schätzt sie ein. Dach, Turm und Glockenstuhl müssen saniert werden, dafür mobilisiert sie alle Kräfte, hat Fördermittelanträge gestellt, damit es 2019/20 losgehen kann.

Sie war schon etwas traurig, dass es 2017, zum 80. Geburtstag der unter Denkmalschutz stehenden Elstaler Kirche, nicht gelungen war, die Glocken wieder läuten zu lassen. Auf dem Weg dorthin wurde vor wenigen Tagen aber ein wichtiger Schritt gemacht: Uhrmacher Marco Rothe ist es gelungen, das Kirchenuhrwerk so wieder zum Laufen zu bringen, so dass der Glockenschlag zur vollen und halben Stunde erfolgen kann.

Scheune soll Dorfgemeinschaftshaus werden

Viele Jahre wohnte die verheiratete Pfarrerin mit ihrem Mann im Pfarrhaus in der Friedrich-Rumpf-Straße in Wustermark, bevor sie jüngst in die Pfarrerwohnung in der Gartenstraße nach Elstal umgezogen ist. Sie betreut derzeit etwa 1500 Mitglieder im evangelischen Pfarrsprengel Wustermark, hält Gottesdienste und Konfirmanden unterricht ab, organisiert Pfarrhoffeste in Wustermark, sogar Ausstellungen, beteiligt sich oder organisiert Gesprächsrunden, unterstützt die Willkommensinitiative Wustermark.

„Freuen würde ich mich, wenn wir die großen Baustellen Kirche Elstal und den Umbau der Scheune auf dem Pfarrhof in Wustermark zu einem Dorfgemeinschaftshaus schaffen. Außerdem hoffe ich, dass sich Nachfolger für die aus Altersgründen ausscheidenden Mitglieder in den Gemeindekirchenräten finden“, sagt Heike Benzin. In Elstal wird der 2019 gewählt.

Tanzen und Wandern als Ausgleich

Wenn die Pfarrerin nach ihrer Arbeit mal zur Ruhe kommen will, schafft sie das besonders gut beim Tanzen. Mit anderen Frauen hatte sie vor Jahren eine Volkstanzgruppe gegründet. Die gibt es heute noch. Außerdem liebt sie das Wandern, so dass sie gern in der Döberitzer Heide unterwegs ist.

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