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Wustermark Jugendliche „löcherten“ den Bürgermeister
Lokales Havelland Wustermark Jugendliche „löcherten“ den Bürgermeister
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20:16 17.05.2018
Bürgermeister Holger Schreiber (r.) bei einem seiner Besuche im Jugendklub Wustermark. Quelle: privat
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Wustermark

Was wird mit dem Bolzplatz in Wustermark? Warum ist der Jugendklub sonntags nicht geöffnet? Wer hat schuld, dass es an Wochenenden kaum Busverbindungen nach Hoppenrade und Buchow-Karpzow gibt? Was wird mit dem Wustermarker Brunnenfest?

Mit einem Fragenkatalog waren sieben junge Leute aus dem Wustermarker Jugendklub inklusive Leiterin Christina Schaefer ins Rathaus gekommen, in der Erwartung, dass Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) ihnen klare Antworten geben kann. Der nahm sich für das erste Treffen dieser Art viel Zeit und hatte sich mit Fachbereichsleiter Uwe Schollän noch Verstärkung dazu geholt.

Bolzplatz ist ein Treff im Freien

Entstanden war der Wunsch der Jugendlichen, als sie sahen, wie der alte Bolzplatz gleich neben dem Jugendklub am Mühlenweg, verschwand, weil dort der Erweiterungsbau für die Wustermarker Grundschule entsteht. „Wir wollten wissen, wo der neue Platz hinkommt und wie der aussehen soll“, sagte Angelique (16).

Die wesentlichen Eckdaten zum neuen Bolzplatz, der gekoppelt mit einer Festwiese an der Neuen Bahnhofstraße angelegt wird, konnte Holger Schreiber schon nennen. Schnell wurde deutlich, dass die Jugendlichen sich diesen Bolzplatz auch als Treff im Freien vorstellen und es deshalb dort auch Sitzgelegenheiten geben soll. Und Moritz (16) redete Klartext: „Sonntags ist hier in Wustermark nichts los. Der Jugendklub ist auch zu. Deshalb muss der Bolzplatz auch am Wochenende zugänglich sein.“ Soll er,,meinte Holger Schreiber, aber: „Es wird auch dort einige Regeln geben, denn die Anwohner haben ab 22 Uhr das Recht auf Ruhe“, ergänzte Uwe Schollän.

Ein Osterfeuer, das Brunnenfest und mal wieder einen Rummel in Wustermark wünscht sich Fiona (11). Für so etwas sei die Festwiese gedacht, sagte Schreiber.

Zu wenig Busverbindungen in die Ortsteile

Der 16-jährige Alex, der in Hoppenrade wohnt und in Nauen das Gymnasium besucht, ärgert sich, weil es „zu wenige Busverbindungen von Wustermark in die Ortsteile besonders an Wochenenden gibt.“ Außerdem sei vor Monaten ein Anschlussbus nachmittags zeitlich so verschoben worden, dass er in Wustermark entweder 30 Minuten warten oder zu Fuß nach Hause laufen muss.

„Für die Busverkehr ist der Landkreis Havelland zuständig“, erklärte der Bürgermeister. Grundsätzlich würden die Fahrzeiten vorher mit den Schulen abgestimmt. Pech für Alex, das er in Nauen zur Schule geht und die das Gymnasium dort nicht berücksichtigt, wie die Schüler von Wustermark nach Hoppenrade kommen. Zumindest hat Holger Schreiber zugesagt, das Problem beim Landkreis anzusprechen.

Ebenso zeigten sich die Jugendlichen besorgt, dass Wustermark von der RB 21 abgekoppelt werden soll. Auch dabei habe die Gemeinde kaum Einfluss. „Mehr als Einspruch erheben und unser Unverständnis zum künftigen Landesnahverkehrsplan zu äußeren, können wir nicht machen“, so Holger Schreiber.

Mieten für neue Wohnungen sollen erschwinglich sein

Dann wurde es politisch, als Alex auf die neuen Wohngebiete in Elstal zu sprechen kam. „Können sich Wustermarker Bürger die teuren Wohnungen und Häuser überhaupt leisten oder ziehen dort nur Auswärtige hin“, fragte der Schüler.

Geschosswohnungsbau werde es in der Gemeinde geben, sowohl in der Heidesiedlung als auch im Olympischen Dorf, erklärte Uwe Schollän. Allerdings müsse man sich von der Vorstellung verabschieden, dort Mieten von 5 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen. Das funktioniere nicht. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie erschwingliche Mieten zu erreichen sind“, ergänzte der Bürgermeister. Der jetzt im Olympischen Dorf vom Investor eingeschlagene Weg ist, kleine, sehr praktisch geschnittene Zweizimmer-Wohnungen zu bauen, so dass der Mietpreis dann bei etwa 500 bis 550 Euro liegen wird.“

Nach anderthalb Stunden Plauderei stimmten der Bürgermeister und die Jugendlichen überein, dass es nicht das letzte Gespräch dieser Art gewesen sein soll. Zweimal pro Jahr wäre denkbar.

Von Jens Wegener

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