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Wustermark Kabarettfreuden in Wustermark
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00:19 07.11.2018
Fast ein Heimspiel: die Obelisk-Leute in Wustermark.. Quelle: Vivien Tharun
Wustermark

Wie lange sie schon einmal jährlich nach Wustermark kommen, wissen die Künstler des Potsdamer Obelisk-Theaters Andreas Zieger, Gretel Schulze und Helmut Fensch nicht genau: „Es war noch zu DDR-Zeiten, als ich hier das erste Mal auftrat“, sagt Zieger und findet, dass das schon nach sehr lange klingt. Damals war es noch die örtliche Seniorenverbindung, die Kabarettaufführungen in der Aula der Grundschule organisierte. Der Kulturverein Wustermark habe „diesen Termin dann geerbt“, sagt Peter Schneider, der Schatzmeister des Vereins.

Von 68er bis Trump

In der Aula der Grundschule zeigen am Samstagabend die drei Kabarettisten unter dem Titel „Flower Power“ eine Mischung aus „gefühlten 400 Jahren Programm“ und aktuellen politischen Themen. Der Termin ist für viele Menschen der Gemeinde sowie aus Falkensee, Dallgow und Nauen fester Bestandteil im Jahresablauf. „Dieses Mal liegt der Abend aber in der Ferienzeit, so dass wir mit weniger Publikum rechnen“, sagt Schneider eine Stunde vor der Aufführung. Die Rechnung geht nicht auf: Kurz vor Beginn wird es so voll, dass er noch zusätzliche Stühle hereintragen muss.

Kulturverein wird aktiv

Und das freut die Mitglieder des Kulturvereins, schließlich steht hinter jedem Kabarettabend ein ganzes Jahr Vorbereitung. „Erst müssen wir den Termin mit der Gemeinde absprechen“, sagt Schneider. Es freue ihn dabei immer sehr, wie selbstverständlich die Gemeinde die Aula der Grundschule zur Verfügung stellt. „Da hat der Kulturverein tolle Unterstützung.“ Steht der Termin, werden die Verträge mit den Künstlern besprochen und abgeschlossen und Sponsoren gesucht. Die Kosten ließen sich allein durch die Eintrittskarte leider nicht decken. Dann wird die Veranstaltungen beworben, werden die Tickets gestaltet und in den Druck gegeben. Und dann müssen immer noch Formalitäten wie die Voranmeldung bei der Verwertungsgesellschaft Gema erledigt werden. „Da kommt schon etwas Arbeit zusammen“, sagt Schneider.

Kontakt zum Publikum

Aber es lohne. Das Publikum und die Künstler kämen gleichermaßen gerne: „Wir bekommen hier immer viel Applaus und werden gut bewirtet“, sagt Kabarettistin Gretel Schulze. Lediglich die Bühne sei etwas zu hoch: „Wir suchen immer Kontakt zu den Menschen im Publikum“, der sei schwerer aufzunehmen, wenn es mehr als einen Meter Höhenunterschied gebe, so Schulze. Doch Kontakt könne man auch über Sprache aufnehmen und so sind die Schauspieler sogar froh, wenn Zuschauer etwas in die Show hineinrufen. Das belebe den Abend und es mache Spaß, zu improvisieren. Einige der Witze spalten das Publikum dabei immer. Was dem einen zu weit unter die Gürtellinie ginge, geht dem anderen nicht weit genug, sagt Peter Schneider aus seinen Beobachtungen.

Gesundes politisches Halbwissen

Nach nur wenigen Minuten ist das Publikum von der Aufführung angetan und bleibt es bis zum Schluss. Die Kabarettisten sprechen titelgemäß „Flower Power“ über Themen der 68er-Generation. Es gibt Spitzen gegen den US-Präsidenten Donald Trump und Trauer darüber, dass die Jamaika-Koalition nicht zustande kam. „Es wäre schön gewesen, wenn Seehofer vor Merkel Bob Marleys Lied ,No Woman No Cry’ gesungen hätte“, heißt es da. Und witzelnd bemerkt Schauspieler Zieger, er habe sein „gesundes politisches Halbwissen“ aus Zeitschriften, die beim Friseur ausliegen. Zieger hat eine Glatze.

Von Vivien Tharun

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