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Wustermark Mit dem Safariwagen durch die Heide
Lokales Havelland Wustermark Mit dem Safariwagen durch die Heide
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00:21 02.07.2018
Heidesafari mit Ziege: Die Kinder der Kästner-Grundschule kamen den Tieren ganz nah. Quelle: Ralf Stork
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Dallgow-Döberitz

Mit einer Fahrt im Safariwagen geht der Tag schon mal gut los. Entsprechend gut gelaunt verteilen sich die Viertklässler auf die Ladeflächen der beiden LO Roburs, die noch aus DDR-Zeiten stammen. Die Erich-Kästner-Grundschule veranstaltet eine Projektwoche zum Thema Tiere. Und die Heinz Sielmann Stiftung will ihre Bildungsarbeit ausbauen. Da liegt es nahe, dass beide zusammenkommen und gemeinsam die Döberitzer Heide zu erkunden.

Havelländer Grundschüler erkunden eine besondere Landschaft.

Los geht’s am Parkplatz des Havelparks. Die beiden kleinen Lkw rumpeln den Weg zum Obelisken hoch. Wald, Blumen, Schmetterlinge und Bienen, und schon nach einer Minute hat man vergessen, dass da unten dieses riesiges Einkaufszentrum liegt. Erster Haltepunkt ist der Aussichtsturm. Von oben kann man bis nach Berlin gucken, bekommt aber auch einen guten Überblick über die Wildniskernzone.

Platz für Insekten

Zwischen dem Blättergrün der Baumkronen fällt eine frisch geschlagene Schneise besonders auf: „Hier wurden Bäume gefällt, damit die Insekten wieder mehr Platz zum Leben haben“, sagt Hannes Petrischak, der in der Sielmann Stiftung den Bereich Naturschutz leitet.

Blick auf Ödlandschrecken

Am Vortag waren die Schüler schon einmal mit ihm in der Heide unterwegs, um solche Insekten zu fangen, die von der mageren, trockenen Landschaft profitieren: Warzenbeißer, Italienische Schönschrecken, Blauflügelige Ödlandschrecken, Heidegrashüpfer und andere Arten. „Am Anfang hatten die Kinder ein bisschen Berührungsängste, aber dann haben sie doch schnell um die Wette gesammelt und versucht, die Arten richtig zu bestimmen“, sagt Petrischak.

Weiter geht es zu deutlich größeren Tieren. Um große Teile der Döberitzer Heide dauerhaft offen zu halten, werden mittelgroße bis große Pflanzenfresser eingesetzt: Wisente, Wildpferde und Rothirsche in der Wildniskernzone, Ziegen, Schafe und Galloway-Rinder auf den anderen Flächen. Für die ist Bio-Bauer Helmut Querhammer zuständig. Zunächst führt er die Kinder auf eine Weide, auf der man die Schafe wegen der hoch gewachsenen Wiese erst einmal suchen muss. Es ist schön zu sehen, wie die Fluchttiere dicht aneinander gedrängt immer einen Abstand von mindestens 30 bis 40 Metern zu der merkwürdigen Menschengruppe einhalten wollen.

Begegnung mit Galloway-Rindern

Ganz anders das Verhalten der Galloway-Rinder auf der Weide nebenan: Die Kälbergruppe, die von drei erwachsenen Rindern beaufsichtigt wird, kommt neugierig in Richtung Zaun gelaufen. Knut, den Querhammer mit der Flasche aufgezogen hat, lässt sich sogar genüsslich hinter den Ohren kraulen.

Die größte Interaktion zwischen Mensch und Tier findet dann bei den Ziegen statt: Wie bei den Schafen dürfen die Kinder hinter den Zaun. Die Burenziegen kommen den Kindern neugierig ein Stück entgegen, aber erst mal nicht weiter. Der Trick ist, sich auf die Ebene der Ziegen einzustellen, also hinzusetzen. Als die Gruppe sitzt, kommt es zu Begegnungen auf Augenhöhe. Einige Ziegen kommen von sich aus an die Kinder heran, um sich ausgiebig streicheln zu lassen. Manchen Schülern ist so viel Nähe ein bisschen unheimlich. Andere bekommen gar nicht genug davon. Den Ziegen geht es genauso. Eine vergisst sogar Fressen. Ein langer Halm, den sie höflicher Weise von den Schülern entgegen genommen hat, steckt Minuten später immer noch unzerkaut im Maul.

Projektwoche mit Rothirschen

Über das ehemalige Schaugehege – vorbei an den Rothirschen – geht es weiter zum Abschlussgrillen. Auf dem Rost liegen Bratwürste von Wasserbüffeln, die Helmut Querhammer ebenfalls dabei helfen, die Landschaft zu pflegen. Die Tiere bleiben Nutztiere.

Am Ende werden die, die zuviel sind, geschlachtet und verwertet. Auch das ist eine wichtige Erkenntnis für die Projektwoche, bei der es nicht nur ums Tiere streicheln geht, sondern um komplexere Zusammenhänge der Nachhaltigkeit: Warum geht die Artenvielfalt zurück und was kann man dagegen tun? Wie lassen sich die Interessen von Natur, Landwirtschaft und Verbraucher unter einen Hut kriegen? Für das Konzept des Bildungsprogramms war Michelle Prauß verantwortlich, die in Zukunft weitere Programme entwickeln soll: „Wir versuchen Fördermittel zu akquirieren, um in Zukunft regelmäßig Bildungsangebote in der Döberitzer Heide machen zu können“, sagt Hannes Petrischak.

Von Ralf Stork

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