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Wustermark Naturschutz mit der Motorsäge
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18:22 17.05.2018
Zwischen Krampnitz und Fahrland wird eine Kuppe entwaldet. Die Baumstubben werden abtransportiert. Quelle: Ralf Stork
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Elstal

Wer zur Zeit in der Döberitzer Heide unterwegs ist, weil er die Frühlingssonne und die unberührte Natur genießen will, kann einen gehörigen Schreck bekommen. Die Sonne scheint zwar trotz gelegentlicher Gewitter ziemlich oft. Aber nach unberührter Natur sieht es an sehr vielen Stellen nun so gar nicht aus.

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In den Naturschutzgebieten Döberitzer Heide und Ferbitzer Bruch wurden tausende Bäume gefällt. Die Aktion dient dem Erhalt der wertvollen Offenlandschaften.

Wer mit dem Rad um die Wildniszone herumfährt, sieht immer wieder Bilder der Verwüstung: Auf breiten Schneisen wurden die Bäume abgeholzt. Der Boden ist an vielen Stellen aufgerissen, die Bäume mit Stumpf und Stiel ausgerissen, so dass nur die nackte Erde zurückbleibt. Was aussieht, als hätte hier ein Trupp Waldarbeiter ohne Sinn und Verstand Wochen lang gewütet, folgt in Wahrheit einem höheren Plan: „Das Besondere an der Döberitzer Heide sind die großen, unberührten Offenlandbereiche, die anderswo selten geworden sind. Die wollen wir erhalten beziehungsweise wieder herstellen“, begründet Hannes Petrischak die weitreichenden Maßnahmen.

Panzerketten und Granaten sorgten für offene Landschaften

Bis Anfang der 90er Jahre wurde die Döberitzer Heide militärisch genutzt. Wo Panzer mit ihren Ketten durch den Boden wühlten, Granaten explodierten und hin und wieder Feuer wüteten, konnten die großen offenen Bereiche entstehen. Nach Abzug der russischen Streitkräfte eroberte sich die Natur das Gebiet nach und nach zurück: Es wuchsen Büsche und Bäume; an einigen Stellen konnte sich wieder Wald ausbreiten.

„In der Wildniskernzone sollen Wisente und Przewalski-Pferde dafür sorgen, dass die offenen Stellen erhalten bleiben. Außerhalb der Kernzone werden Schafe, Rinder und Konik-Pferde eingesetzt“, sagt Petrischak. Die ersten Wisente kamen 2008 in die Heide. Bis dahin konnten die Bäume sich also kanpp 20 Jahre ungehindert ausbreiten. „Die Sukkzession war an vielen Stellen schon so weit fortgeschritten, dass auch die großen Weidetiere dort den Wald nicht mehr zurückdrängen konnten“, sagt Petrischak.

Wird das Offenland nicht erhalten, drohen Strafzahlungen

Mit den groß angelegten Fällaktionen wird jetzt ungefähr der Zustand von Mitte der 1990er Jahre hergestellt. Damals waren die Naturschutzgebiete Döberitzer Heide und Ferbitzer Bruch eingerichtet und dabei auch die wertvollen Offenlandbereiche ausgewiesen worden. Deutschland ist verpflichtet, diese Bereiche zu erhalten, ansonsten drohen Strafzahlungen an die EU. Schon deshalb mussten viele Bäume wieder abgeholzt werden.

Viele seltene und geschützte Arten profitieren

Wenn jetzt der Boden aufgerissen ist und 1000de gefällte Bäume herumliegen, sieht das zwar erst mal wüst aus, stellt aber eben nur die Offenlandbereiche wieder her, die ökologisch so wertvoll sind: „Der eisenfarbige Samtfalter, der Heidegrashüpfer und viele Wildbienen brauchen als Lebensraum offene und trockene Bereiche. Wir hoffen, das diese und viele andere Arten durch die Umsetzung der Maßnahmen erhalten bleiben und sich weiter ausbreiten“, sagt Petrischak.

In Zukunft sollen Mahd und Beweidung die Landschaft offen halten

Auch viele andere seltene geschützte Arten profitieren: Rotbauchunken finden in den Flachgewässern wieder bessere Lebensbedingungen, weil die Büsche und Bäume am Ufer entfernt wurden. Aber auch Vogelarten wie Wiedehopf, Steinschmätzer, Schwarzkehlchen und Sperbergrasmücken profitieren von den offenen Strukturen.

Die aktuellen Fäll- und Rodungsmaßnahmen in der Döberitzer Heide werden vom Bund und Land bezahlt und kosten rund 2,7 Millionen Euro. Weitere Mittel sind beantragt.

Erklärtes Ziel ist es, den offenen Charakter der Landschaft durch Beweidung oder Mahd in Zukunft deutlich leichter erhalten zu können.

Von Ralf Stork

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