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Wustermark RB 21 fährt künftig an Wustermark vorbei
Lokales Havelland Wustermark RB 21 fährt künftig an Wustermark vorbei
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02:22 22.04.2018
Am Bahnhof Elstal stehen Umbauarbeiten an, wenn die RB 21 hier halten wird. Quelle: Julian Stähle
Wustermark

Der Schock sitzt tief – nicht nur bei den Vertretern der Bürgerinitiative „Nicht ohne Wustermark“. Der Haltpunkt Wustermark soll trotz großer Proteste aus der Gemeinde und aus dem Landkreis Havelland von der Regionalbahn 21 (Potsdam-Berlin) ab Dezember 2020 nicht mehr angefahren werden. Im künftigen Fahrplan gebe es nicht den Spielraum, für eine vier Minuten längere Fahrt über Wustermark nach Spandau oder nach Potsdam. Das hat Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) bei einem Beratungstermin im Landtag den Vertretern aus dem Havelland verkündet.

BI erhebt Vorwürfe gegen das Ministerium

„Wir und insbesondere die kommunalen Vertreter sind vom Ergebnis diese Gespräche mehr als enttäuscht sind“, sagt BI-Sprecherin Maria Zunke. Zumal sich jetzt herausgestellt hat, „dass das Ministerium durch stümperhafte Arbeit Schuld an der möglichen Abkopplung Wustermarks ist. Unsere BI wurde Ministerin Schneider mehrmals öffentlich für die sachliche Einbringung in die Planung des neuen Landesnahverkehrsplanes gelobt. Leider waren diese Aussagen lediglich Schachzüge, um von ihrer mangelhaften Arbeit abzulenken“, so Marina Zunke.

Nach dem neuen Landesnahverkehrsplan soll die neue RB 21 von Potsdam über das Havelland nach Berlin fahren, aber nicht mehr über den Wustermarker Bahnhof. Das wäre nur möglich, wenn die Bahn in Wustermark drehen und dann nach Priort beziehungsweise Elstal fahren würde. „Die dafür nötig Umbauarbeiten an Gleisen würden laut der Ministerin zwar viel Geld kosten, was aber nicht der entscheidende Punkt sei“, erklärt Zunke.

Kein neuer Bahnhof in Elstal

Ob die vierminütige längere Fahrzeit wirklich nicht in den Fahrplan passe, sei nur schwer überprüfbar. „Aber das Ministerium hat zugegeben, lediglich die Streckenführung an Wustermark vorbei untersucht zu haben. Daraufhin wurde ein Fahrplan erstellt und ausgeschrieben. Das passierte vor der Bürgerbeteiligung“, ergänzt die BI-Sprecherin.

Der vom Ministerium vorgesehene Bau eines zusätzlichen Bahnhofes Elstal-West (Outletcenter) an der Strecke der RB 21 scheint vom Tisch. Man habe im Ministerium eingesehen, dass Elstal nicht zwei Bahnhöfe benötige, so Zunke.

Landrat ist vom Land enttäuscht

Landrat Roger Lewandowski (CDU) zeigte sich enttäuscht vom Treffen in Potsdam: „Bedauerlicherweise war seitens des Landes bereits von vorn herein klar, dass für den Standort Wustermark der Zug im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren ist. Das ist für uns absolut inakzeptabel.“ Man hänge „einen der wichtigsten Logistikstandorte Brandenburgs ab. Das sollte nicht im Sinne des Landes sein“. Einziger Lichtblick, so Lewandowski weiter, sei der Verzicht auf den neuen Bahnhof Elstal-West. „Man will nun den bestehenden Bahnhof ausbauen, was dem Projekt des Landkreises, dort einen bahnaffinen Gewerbestandort und Wissenschaftscampus zu errichten, ein Stück weit entgegenkommt.“

Aus Sicht der Gemeinde Wustermark ist es bereits heute schon schwierig, ausreichend Parkplätze für die Pendler in Elstal bereit zu stellen, sagt Uwe Schollän von der Gemeindeverwaltung.

Das Kabinett in Potsdam soll vor dem Sommerpause über den vom Infrastrukturministerium vorgelegten Entwurf des Landesverkehrsplanes abstimmen.

Von Jens Wegener

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