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Wustermark Rangierbahnhof Wustermark ist ein Erfolgsmodell
Lokales Havelland Wustermark Rangierbahnhof Wustermark ist ein Erfolgsmodell
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20:12 29.08.2018
Der erste Zug, der über die neuen Weichen fuhr, war ein Test mit Tankwaggons, die mit Wasser gefüllt waren. Quelle: Tanja M. Marotzke
Elstal

Am Ende war es nur ein Scherenschnitt, aber einer mit großer Wirkung. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) hatte es sich nicht nehmen lassen, Mittwochvormittag bei der Freigabe der letzten noch fehlenden Gleisverbindung auf dem Areal des Rangierbahnhofes Wustermark in Elstal dabei zu sein.

„Ab sofort können wir direkt in beide Richtungen von unseren Gleisen auf die Hauptstrecke der Deutschen Bahn ausfahren“, erklärte Winfried Bauer, Geschäftsführer der Rail & Logistik Center GmbH & Co KG (RLC). Das spare viel Zeit und sei ein weiterer Anreiz für neue potenzielle neue Kunden. Rund 250 000 Euro hat die RLC in den Einbau von vier neuen Weichen investiert, um diese letzte Gleislücke zu schließen.

Vor dem Aus gerettet

Der Rangierbahnhof Wustermark sei wieder zu einer Drehscheibe im Schienenverkehr geworden und werde sich in den kommenden Jahren mit dem Aufbau des Bahn-Technologie-Campus Havelland (BTC) am Standort auch zu einem Zentrum im Bereich Forschung und Entwicklung für Schienenfahrzeuge entwickeln, kündigte Günther Alsdorf, langjähriger Vorstandsschef der Havelländischen Eisenbahn und jetzige Geschäftsführer der BTC GmbH an.

Ministerin Kathrin Schneider würdigte das Engagement von RLC: „Sie haben den Standort vor dem Aus gerettet und inzwischen stabilisiert hat.

Gleisfreigabe mit Ministerin Kathrin Schneider. Quelle: Tanja M. Marotzke

Das Land unterstützt diese Entwicklung am Rangierbahnhof in Elstal und den Bahn-Technologie-Campus mit einer Basisfinanzierung von 13 Millionen Euro“, so Schneider.

Insgesamt 3,1 Millionen Euro investiert

Vor genau zehn Jahren hatte die Havelländische Eisenbahn von der DB Netz das Areal des 1909 erbauten Rangierbahnhofes gekauft und damit verhindert, dass in Elstal eine große Industriebrache entsteht, weil die Deutsche Bahn das Gelände nicht mehr nutzen wollte. Eine Mammut-Aufgabe stand bevor: 130 Weichen mussten von elektronischem auf Hand-Betrieb umgestellt werden, um den Betrieb überhaupt aufrecht zu erhalten, erklärte Winfried Bauer. Inzwischen hat RLC schon 3,1 Millionen Euro in die Eisenbahninfrastruktur investiert, hat mehr als 100 Kunden gewonnen.

Zu den Geschäftsfeldern von RLC gehören das Bereitstellen einer Inbetriebabnahme-Plattform für Schienenfahrzeuge, von Ladestraßen und Lagerflächen, das Vermitteln von eisenbahnaffinen Dienstleistungen und die Schienenfahrzeugreparatur in Kooperation mit der Waggonwerkstatt der Havelländischen Eisenbahn. „Wir verfügen heute in Elstal über ein bestens ausgebildetes Team aus Logistikern, Disponenten, Rangierbegleitern, Lokführern und Stellwerkpersonal“, so Winfried Bauer.

Standort gewinnt noch an Bedeutung

Der Standort Wustermark/Elstal werde im Bereich Schienenverkehr in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen, ist sich Ministerin Kathrin Schneider sicher. „Die Senkung der Trassenpreise für den Güterverkehr auf der Schiene ist das Kernstück. Das sorgt für einen Aufschwung.“

Für Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) war der 10. Geburtstag von RLC in doppelter Hinsicht ein Freudentag. „Der Rangierbahnhof in Elstal war fast tot und ist dann wieder zum Leben erweckt worden. Das macht mich als Bürgermeister der Gemeinde Wustermark glücklich, aber auch als Eisenbahnfan, denn in meiner Familie gab es in drei Generationen Lokführer.“

Von Jens Wegener

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