Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wustermark Schüler des Goethe-Gymnasiums tauschen sich regelmäßig mit Senioren aus
Lokales Havelland Wustermark Schüler des Goethe-Gymnasiums tauschen sich regelmäßig mit Senioren aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 11.06.2018
Senioren aus der ASB-Einrichtung in der Damm-Straße drückten zusammen mit Schülern des Goethe-Gymnasiums die Schulbank. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Das ist ja mal eine ungewöhnliche Sitzordnung für ein Klassenzimmer: Auf den Bänken rechts die Achtklässler vom Goethe-Gymnasium. Auf den Bänken links sitzen Pennäler, die ihren Schulabschluss schon sehr, sehr lange in der Tasche haben. Es sind Bewohner des Seniorenzentrums in der Nauener Damm-Straße.

Ein nachgestelltes Klassenzimmer inklusive Rohrstock

Das Klassenzimmer haben die Pfleger und Betreuer vom ASB anlässlich der Seniorenwoche für diesen einen Tag nachgestellt. Die Begegnung aber zwischen Jung und Alt ist echt und vollzieht sich nun schon seit drei Jahren. „Die Schüler kommen einmal im Monat vorbei und verbringen den Nachmittag mit uns“, sagt Pflegedienstleiterin Anke Usitzki, die das Generationenprojekt von Anfang an betreut. Mal tauschen sich Senioren und Schüler über Reiseziele und überhaupt die Art des Reisens aus, mal geht es um Berufe oder um so praktische Dinge wie Schmink- und Fitness-Tipps. An diesem Tag – deshalb das nachgestellte Klassenzimmer inklusive Rohrstock und alter Landkarten – ging es um die Veränderungen im Schulbetrieb von den 1930er Jahren bis heute.

Nachsitzen war schlimmer als eine Ohrfeige

Schultüten gab es auch damals schon. Eine 86-jährige Dame, die mindestens 15 Jahre jünger aussieht, erinnert sich an Süßigkeiten und Obst und daran, dass die Hälfte der Tüte mit Papier ausgestopft war, damit es weniger Platz zum Füllen gab. Interessant auch die feinen Unterschiede bei den Bestrafungen früher: Die Mädchen bekamen Schläge mit dem Rohrstock auf die Fingerkuppen, den Jungs wurde der nackte Hintern mit dem Stock versohlt. „Nachsitzen war viel schlimmer als eine Ohrfeige“, sagt eine Bewohnerin. Beim Nachsitzen bekamen die Eltern ja schließlich mit, dass ihr Kind irgend etwas ausgefressen haben musste und zur Strafe deshalb länger in der Schule blieb. Nicht selten gab es deshalb zu Hause dann noch eine Ohrfeige obendrauf.

Keine schweren Schiefertafeln mehr

Früher war eben doch nicht alles besser. Körperliche Züchtigungen als Erziehungsmethode sind heute zum Glück verboten und auch in anderen Bereichen haben es die Jugendlichen von heute besser: Geschrieben wird auf normalem Papier und nicht auf schweren Schiefertafeln, und die schlimmste Strafe, die droht, ist ein Handyverbot.

Die Schüler haben sich gut vorbereitet

Die Schüler haben sich gut vorbereitet. Jeder hat einen kleinen Vortrag vorbereitet – über die Materialien, die heute im Unterricht zum Einsatz kommen oder die Strafen, die heute noch erlaubt sind.

Die Beteiligung der Senioren fällt zum Teil etwas geringer aus, aber schließlich geht es ja auch nicht um Noten. Es sieht so aus, als sickert das Gesagte auch bei den stillen Teilnehmern, von denen ein paar unter Demenz leiden, langsam ein. Vermutlich kommt bei jedem zumindest für einen kurzen Augenblick die Erinnerung an früher zurück. Den ersten Schultag, die Lehrer, die Klassenkameraden. Und außerdem lässt sie das regelmäßige Treffen mit den Schülern am ganz normalen Alltagsleben teilhaben.

Die Besuche im Seniorenheim finden übrigens außerhalb des Unterrichts statt. Um so bemerkenswerter ist es deshalb, dass die Achtklässler freiwillig jeden Monat in ihrer Freizeit vorbeikommen. „Es macht einfach Spaß, sich mit den alten Leuten zu unterhalten“, sagt Daniel. „Und es ist einfach schön, zu sehen, wie viel Freude wir den Senioren damit machen können“, ergänzt Tom.

Von Ralf Stork

Nach gut einem Jahr Bauzeit geht das seniorengerechte Neubauprojekt im Wustermarker Finkenweg/Hauptallee nun in die heiße Phase. In nicht einmal vier Wochen soll das Objekt mit insgesamt 36 Wohnungen an die Volkssolidarität als Hauptmieter übergeben werden.

13.06.2018

Auf der A 10 ist am späten Dienstagnachmittag ein Biertransporter verunglückt. Mehr als 350 Kästen Bier krachten auf die Straße, als die Plane des Lkw riss. Personen kamen nicht zu Schaden, aber die Auf- und Ausfahrt zur B5 blieb zunächst gesperrt.

05.06.2018

An der Ecke Hamburger Straße/Neue Bahnhofstraße in Wustermark können Kinder und Jugendliche im kommenden Jahr Fußball und Streetball spielen. Die Mittel für den Bau eines Bolzplatzes und eines Festplatzes haben die Gemeindevertreter freigegeben. Eine Laufbahn um den Bolzplatz gibt es aber zunächst nicht.

05.06.2018