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Wustermark Die schwierige Suche nach einer Verkehrslösung
Lokales Havelland Wustermark Die schwierige Suche nach einer Verkehrslösung
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20:04 06.11.2018
Die Ortsdurchfahrt Wernitz ist besonders in der S-Kurve gefährlich. Quelle: Tanja M. Marotzke
Wernitz

4228 Fahrzeuge passieren pro Tag den Wustermarker Gemeindeteil Wernitz. Darunter sind 686 Lkw. Das hat eine Messung der Gemeinde in den Monaten August und September ergeben. Der Vergleich zu 2015 macht klar, wohin die Reise geht. Vor fünf Jahren wurden 2371 Fahrzeuge pro Tag gezählt, 231 davon waren Lkw. „Wir haben eine Verdreifachung des Schwerlastverkehrs in Wernitz, und noch ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht“, prophezeite Uwe Schollän von der Wustermarker Gemeindeverwaltung Montagabend in der Aula der Grundschule Wustermark.

Arbeitsgruppe wird gebildet

Diejenigen unter den etwa 80 erschienenen Wernitzern, die eine schnelle Lösung dieses Verkehrsproblems erwartet hatten, waren enttäuscht. Aber solch eine schnelle Lösung stand gar nicht auf dem Plan, wie Bürgermeister Holger Schreiber betonte. „Zunächst müssen wir doch erstmal herausarbeiten, unabhängig von einer Finanzierung, welche Lösungsvarianten es gibt. Erst wenn wir wissen, was wir wollen, können wir die Firmen Mosolf und Hermes sowie das Land Brandenburg und den Landkreis Havelland einbinden.“

So stand am Ende der Auftaktveranstaltung zum Bürgerdialog „Verkehrssituation Wernitz“ ein Teilergebnis: Die Mehrheit der anwesenden Wernitzer befürwortete den Vorschlag der Verwaltung, eine Arbeitsgruppe zu bilden, in der neben Verwaltungsmitarbeitern auch etwa neun Anwohner aus allen Teilen von Wernitz mitwirken. Das erste Treffen ist am 27. November.

Fachbüro bewertet die Vorschläge und Varianten

„In der Arbeitsgruppe kommen alle Ideen, Wünsche, Bedenken auf den Tisch, die zur Verbesserung der Verkehrssituation beitragen können“, erklärte Nils Scheffler von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK), den die Gemeinde als neutralen Moderator gewonnen hatte.

Die Aula der Grundschule war gut gefüllt. Quelle: Tanja M. Marotzke

In dem Findungsprozess könnten natürlich auch Anwohner, die nicht Mitglied des Arbeitsgruppe sind, ihre Meinungen einbringen. Entweder per Mail an verkehr-wernitz@wustermark.de oder im Rathaus Wustermark bei Maximilian Rehn, der als Kontaktperson für dieses Vorhaben bestimmt wurde.

Alle erarbeiteten Varianten sollen dann von einem Fachbüro bewertet werden, um schließlich einen Favoriten den Gemeindevertretern von Wustermark zum Beschluss vorlegen zu können.

Einige Anwohner fordern eine Sofort-Lösung

Die Frage von Anwohner Peer Buttmann nach dem zeitlichen Rahmen, beantwortete Uwe Schollän sofort: „Es geht nicht um Jahre, es geht um Monate. In der ersten Hälfte 2019 sollten die Vorschläge auf dem Tisch liegen.“

Auch das dauert einigen Wernitzern zu lange, denn: „Der Krach macht krank. Wir können nicht mehr schlafen, wir können uns draußen im Garten nicht unterhalten. Und ich habe Angst, dass mal ein Lkw gerade aus in unser Haus fährt“, sagte Gudrun Knuth, die unmittelbar an der S-Kurve wohnt. Peer Buttmann regte an, ob man nicht mit Sofortmaßnahmen die Benutzung der L 863 in Wernitz „unattraktiv für Lkw“ machen könne. An Demonstrationen oder parkende Pkw auf der Landesstraße ist gedacht, die es den Lastern schwer machen sollen, durchzufahren.

Da aber die Gemeinde Wustermark über verkehrliche Anordnungen auf einer Landesstraße nicht zu entscheiden habe, so der Bürgermeister, sei das kaum durchsetzbar. Das Aufstellen des Blitzers in Wernitz durch den Landkreis hat schon ewig gedauert. Jetzt hat die Gemeinde zwar ein Nachtfahrverbot für Lkw beantragt. Die Erfolgschancen scheinen aber gering.

Umgehungsstraße spaltet das Dorf

Vieles läuft auf den Bau einer Umgehungsstraße für Wernitz hinaus. Die Unternehmen Mosolf und Hermes hatten im Vorfeld signalisiert, sich an den Kosten beteiligen zu wollen. Nur wird die Streckenführung schwierig, denn selbst in Wernitz gibt es mittlerweile drei Lager: Die, die an der jetzigen Ortsdurchfahrt wohnen, wollen eine Umgehungsstraße. Die, die jetzt weit weg von der Ortsdurchfahrt wohnen, wie Claudia Hagemann, lehnen eine solche neue Straße ab. Und die von Andreas Wilczek angeführte Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Wernitz“ möchte eine Lösung, mit der alle leben können. „Ich bin für eine Umgehungsstraße, aber so weit weg vom Ort, dass niemand gestört wird.“

Von Jens Wegener

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