Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wustermark Sie geben ein Gefühl von Zuhause
Lokales Havelland Wustermark Sie geben ein Gefühl von Zuhause
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:36 01.12.2018
Nicole Riedel, Auszubildende Emelie Stiemer und Gabriele Fischer (v.l) betreuen neun Kinder in der Wohngruppe „Aurora“. Quelle: Laura Sander
Falkensee

Sie sind Bürokratiehelden, Dekorateure, Organisationstalente und in allen Lebenslagen für ihre Schützlinge da. Die Erzieher und Sozialpädagogen des ASB-Teams haben viele Aufgaben. In den stationären Wohngruppen setzen sie alles daran, den Kindern, die nicht mehr im eigenen Zuhause leben können, ein Gefühl von Geborgenheit zu geben.

Persönlicher Rückzugsort

In der Gruppe „Aurora“ wohnen derzeit neun Kinder. Jedes hat sein eigenes Zimmer, einen ganz persönlichen Rückzugsort. „Wenn ein Kind neu zu uns kommt, kann es sich sein Zimmer mit Postern und Möbelverrücken so gestalten, wie es möchte. Wir beziehen die Kinder in alle Veränderungen und Neuerungen mit ein“, sagt Nicole Riedel, die seit 2016 auf dem Gelände in der Ruppiner Straße im Einsatz ist. Gemeinsam mit zwei weiteren Erziehern, zwei Auszubildenden und einer Hauswirtschaftskraft arbeitet Riedel im Schichtsystem, um die Betreuung abzusichern. „Jeder macht mal Nachtschicht, am Wochenende arbeiten wir in Doppelschichten. Zusätzlich decken wir Arztbesuche ab und machen Ausflüge mit den Kindern“, so Riedel.

Klare Strukturen

Ein normaler Tagesablauf braucht klare Strukturen, die die Kinder von Zuhause oftmals nicht kennen. Geregelte Mahlzeiten, gemeinsam am Tisch sitzen, festgelegte Schlafenszeiten, aufräumen und natürlich der allmorgendliche Gang zur Schule – in der Gruppe herrscht Normalität. Die kann jedoch schnell durchbrochen werden. „Natürlich vermissen sie ihre Eltern und sind auch mal völlig überfordert. Wie soll denn ein Kind verarbeiten, dass es von Zuhause weg muss“, weiß Erzieherin Gabriele Fischer. „Die Kinder sind nicht hier, weil sie böse, sondern weil ihre Eltern überfordert waren. Und doch fragen sie sich, ob es etwas mit ihnen zu tun hat. Sie sind zerrissen, können sich nicht auf die Schule konzentrieren und kommen hier nicht an, weil ihre Probleme sie immer wieder einholen“, sagt Fischer weiter. Von den Erziehern ist in solchen Fällen viel Einfühlungsvermögen gefordert.

Leser Spenden Sterntaler

Liebe Leser, Sie können auch 2018 wieder dafür sorgen, dass die MAZ-Weihnachts-Aktion ein voller Erfolg wird.

Wenn Sie spenden wollen, nutzen Sie bitte das Konto bei der Mittel-brandenburgischen Sparkasse, IBAN: DE 14 1605 0000 1000 5224 20.

Bitte das Kennwort „Sterntaler“ nicht vergessen.

Alle Spenden fließen in voller Höhe komplett in die Anschaffung neuer Spielgeräte.

Falls Sie eine Spendenquittung benötigen, vermerken Sie das bitte beim Überweisen.

Aus Erfahrungen lernen

Von wenigen Wochen bis zu drei Jahren und mehr – von Fall zu Fall unterscheidet sich die Dauer des Aufenthalts in den Wohngruppen. „Zeigen die Eltern Bereitschaft, sich helfen zu lassen, ist es wesentlich einfacher. Viele sehen die Hilfe jedoch als Eingriff in die eigene Persönlichkeit und blocken alles ab“, so Nicole Riedel. Dann dauert es, bis mit der Rückführung begonnen werden kann. Wann eine Familie soweit ist, entscheiden die Erzieher aus der Erfahrung heraus. „Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür. Wir beobachten die Kinder ganz genau und sprechen viel mit ihnen“, sagt Gabriele Fischer. Die Eingewöhnung ins Elternhaus beginnt dann Schritt für Schritt.

Der alte Spielturm muss weg. Zu groß sind die Schäden. Quelle: Tanja M. Marotzke

Regeln aufstellen, Wünsche erfüllen

Doch solange die Kinder Teil der Gruppe sind, sollen sie sich Zuhause fühlen. „Es gibt Regeln, an die sich alle halten müssen, wir versuchen jedoch immer auch ihre Wünsche zu berücksichtigen“, sagt Nicole Riedel. Einmal in der Woche öffnet das Team daher gemeinsam die Wünschebox. Ein Ausflug ins Tierheim, ein neues Spiel oder Schwimmen im Waldbad – die Erzieher versuchen ihren Schützlingen so oft es geht, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Leicht ist das nicht immer. Denn neben den Pauschalen für Bekleidung und Unterbringung, gibt es lediglich ein kleines Budget für Freizeitaktivitäten. „Im Sommer verbringen die Kinder zwei Wochen in Paaren im Glien im Zeltlager. In dieser Zeit haben wir dann Gelegenheit die Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen. In diesem Jahr haben wir das Wohnzimmer in Eigenleistung renoviert, im kommenden Jahr ist das Bad dran“, so Nicole Riedel.

Helfen Sie mit!

Die Kinder der Gruppe „Aurora“ lieben es draußen herumzutoben. Neue Spielgeräte für ihren in die Jahre gekommenen Spielplatz können Sie, liebe Leser, mit der Teilnahme an der MAZ-Sterntaler-Aktion ermöglichen (siehe Info).

Von Laura Sander

Zwei Attraktionen öffnen am Samstag in Karls Erlebnis-Dorf in Elstal. Dort können die Besucher diverse Skulpturen aus Eis besichtigen. Neu ist auch die Manufaktur zur Produktion von „Gummibeerchen“.

30.11.2018

Ein echter Bart war Muss. Für die Rolle seines Lebens ließ der Berliner Thomas Brettschneider seinen Bart 22 Monate wachsen – nun ist er Weihnachtsmann im Outletcenter. Das könnte der Auftakt für eine Karriere im roten Mantel sein.

29.11.2018

Karls-Inhaber Robert Dahl blickt auf die nächsten großen Investitionen des Familienunternehmens am Standort Elstal voraus. 2021 soll der erste Abschnitt des Feriendorfes „Erdbeerland“ fertig sein.

29.11.2018