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Wustermark Umweltnetzwerk: Eisenbahnersiedlung muss geschützt werden
Lokales Havelland Wustermark Umweltnetzwerk: Eisenbahnersiedlung muss geschützt werden
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19:21 29.01.2019
Hinter vielen der Häuser in der Eisenbahnersiedlung in Elstal befinden sich Gärten. Quelle: Jens Wegener
Wustermark

Mit einem Appell wendet sich das neue Umweltnetzwerk Wustermark (früher Umweltbeirat) jetzt an die örtlichen Gemeindevertreter. Es geht um den Erhalt der denkmalgeschützten Eisenbahnersiedlung im Ortskern von Elstal – besonders um die alten Gartenstrukturen.

„Die Einhaltung der Denkmalbereichssatzung ist unseres Erachtens nach aus ökologischen und sozialen Aspekten erforderlich. Die Gärten tragen im hohen Maße zur Abkühlung des gesamten Areals im Sommer bei, dienen also als mikroklimatische Ausgleichsflächen“, sagt Fabian Streich, einer der Sprecher des Umweltnetzwerkes.

Veränderungssperre endet

Grund für die Sorgen der Umweltfreunde ist das Auslaufen der zweijährigen Veränderungssperre für das Areal der Eisenbahnersiedlung. Im April 2017 hatten die Wustermarker Gemeindevertreter diese sowie die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen, weil man befürchtete, dass der Eigentümer der Siedlung – die Deutsche Wohnen AG – weitere Verdichtungen in der Wohnsiedlung vornehmen will und dabei auch Gärten wegfallen könnten.

Weil mit dem Bebauungsplan die in der Denkmalbereichssatzung stehenden sachlichen Schutzgüter erhalten werden sollen, unterstützt das Umweltnetzwerk das Vorgehen der Gemeinde. Nur ist bisher kein derartiger Bebauungsplan verabschiedet worden. „Unsere Befürchtung ist, dass die Deutsche Wohnen AG dieses Schlupfloch nutzen könnte“, so Streich.

Gemeinschaftsgärten als Alternative

Bei den Gärten auf der östlichen Seite der Schulstraße handele es sich hauptsächlich um seit Jahrzehnten brachliegende Gartenflächen. Dort gebe es viele unterschiedliche und miteinander verzahnte Ökosysteme. Sie würden Vögel, diverse Gehölze, Sträucher und Stauden beherbergen. „Eine weitere Verdichtung würde zum Verlust von Tieren, Pflanzen und ganzen Biotopen führen“, sagt Streich.

Für den Fall, dass viele dieser Gärten nicht von den Anwohnern gepachtet werden können, schlagen die Umweltfreunde vor, über „andere Formen nachhaltiger Nutzung wie Gemeinschaftsgärten nachzudenken“.

Verwaltung bereitet Beschluss vor

Im Wustermarker Rathaus ist die Problematik bekannt. „Wir haben die Fristen zur Veränderungssperre natürlich auf dem Schirm“, sagt Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos). Zur Gemeindevertretersitzung im März werde ein entsprechender Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Verlängerung der Veränderungssperre eingebracht. „Parallel führen wir Gespräche mit der Deutschen Wohnen über die weitere Entwicklung in der Eisenbahnersiedlung. Wenn es dazu Vorschläge gibt, werden die Anwohner und die Gemeindevertreter informiert“, sagt Schreiber.

Von Jens Wegener

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