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Wustermark Verschärfte Suche nach Kita-Personal
Lokales Havelland Wustermark Verschärfte Suche nach Kita-Personal
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02:24 19.05.2018
In der Kita „Kiefernwichtel“ in Elstal werden etwa 90 Kinder im Alter von 0 bis 7 Jahren betreut. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Wustermark

Nachdem vor wenigen Tagen die Stadt Ketzin/Havel neue finanzielle Anreize für Tagesmütter geschaffen hat, um fehlende Kita-Plätze auszugleichen, wird nun auch in der Gemeinde Wustermark die Suche nach Erzieherinnen oder Erziehern verschärft. Auf Antrag der Linken haben die Gemeindevertreter beschlossen, bei Stellenausschreibungen ab sofort auf eine Wochenarbeitszeit von 39 Stunden zu gehen, wobei eine Absenkung der Stunden auf freiwilliger Basis erfolgen kann. Bisher hatte die Gemeinde immer nur Erzieherinnen für 30 Wochenstunden gesucht.

„Um unsere Gemeinde, in der es an Fachpersonal für die Kinderbetreuung fehlt, attraktiver für Erzieherinnen zu machen, müssen wir entsprechende Stundenangebote machen. Dreiviertelstellen sind für junge Familien finanziell nicht hinnehmbar“, begründete Linken-Fraktionschef Tobias Bank den Antrag.

550 Kinder in vier kommunalen Kitas

Etwa 550 Kinder werden in den vier kommunalen Kitas der Gemeinde Wustermark derzeit betreut. Es gibt sogar noch freie Plätze, nur nicht genügend Personal, um mehr Kinder aufnehmen zu können.

Laut Tobias Bank hätten sich allein in den vergangenen fünf Monaten drei Erzieherinnen gemeldet, die an einer Anstellung in der Gemeinde Wustermark interessiert wären, wenn sie volle 39 Stunden arbeiten könnten. „Die Leute müssen ihre Mieten bezahlen oder Kredite fürs Haus abbauen, dazu reicht ein 30-Stunden-Job nicht aus“, sagt der Fraktionschef der Linken.

30-Stunden-Jobs reichen nicht

Zu den potenziellen Bewerbern gehört Familie M., die derzeit in der Heidesiedlung ein Haus baut und im November in ihr neues Heim in Elstal einziehen wird. Frank und Ramona (Namen sind geändert, weil die Familie befürchtet, bei späteren Bewerbungen eventuell Nachteile zu haben) sind beide Erzieher. „In unseren Augen, kann man mit einem 30-Stunden-Vertrag sehr schwer eine Zukunft aufbauen mit Hausbau und Familie gründen. Viele Kollegen mit denen ich gesprochen habe, wollen mehr arbeiten, dürfen oder können es aber nicht. Sie gehen dann lieber nach Berlin, wo 38 oder 40 Stunden geboten werden“, sagt Frank M.

Das sei ärgerlich, wenn man bedenkt, dass Personal direkt vor der Haustür gesucht werde. „Insbesondere wir Männer sind darauf angewiesen, regelmäßig Vollzeit zu arbeiten, wenn die Frau schwanger oder in Mutterschutz ist.“ Freunde der Familie M. leben schon seit 2015 in Elstal. Sie hätten erzählt, dass bei vielen Familien, die in der Heidesiedlung bauen, der Frust groß sei, weil sie einfach keinen Kitaplatz bekommen würden.

Eltern wollen Planungssicherheit bei Kinderbetreuung

„Meine Frau hatte telefonisch in der Verwaltung angefragt, ob mehr als 30 Stunden möglich sind. Sie hätte sich sofort beworben. Aber die Gemeinde wiegelte ab und meinte, dass der Wunsch von Seiten der derzeitigen Erzieher nicht gegeben wäre, mehr Stunden zu arbeiten. Es wäre wegen der unterschiedlichen Betreuungszeiten der Kinder viel einfacher, mit mehr Sechs-Stunden-Personal zu arbeiten, weil es dann mehr ’Hände’ gäbe“, so Frank M.

Die Elstaler Familie Wessel bangt zur Zeit um einen Krippenplatz für das jüngste der beiden Kinder. „Planungssicherheit wäre schön für den Moment, wenn die Elternzeit endet. Wir würden uns freuen, wenn es die Gemeinde schafft, weiteres Personal zu finden, um dem aktuellen, und in den nächsten Monaten weiter steigenden, Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden“, so Christian Wessel.

Von Jens Wegener

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