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Wustermark Seniorenbeirat will kein Bittsteller sein
Lokales Havelland Wustermark Seniorenbeirat will kein Bittsteller sein
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01:15 20.04.2019
Evelyn Gliese und Andreas Wilczek sind zwei der sechs Mitglieder des Seniorenbeirates Wustermark. Quelle: Jens Wegener
Wustermark

Wenn es nach Andreas Wilczek geht, könnte der Wustermarker Seniorenbeirat einen festen Platz in der Gemeindevertretung inne haben. Doch so einfach ist das nicht. Bei der bevorstehenden Kommunalwahl steht der Vorsitzende des Seniorenbeirates zwar als einer der Kandidaten auf der Liste der SPD, ob es in das Gremium gewählt wird, entscheiden die Wustermarker am 26. Mai.

Sprachrohr für 3100 Bürger

Unabhängig davon aber fordert der Seniorenbeirat jetzt aber ein größeres Mitspracherecht, wenn es um Entscheidungen in der Gemeinde Wustermark geht, vor allem um solche, die die Senioren betreffen. „Von den knapp 9500 Einwohnern sind wir das Sprachrohr für etwa 3100 ältere Bürger“, sagt Wilczek.

Und er ergänzt: „Der Seniorenbeirat will nicht ständig in der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung Fragen stellen, teilweise als Bittsteller dastehen, sondern sich aktiv in alle Maßnahmen und Beschlüsse einbringen. Deshalb beantragen ein Rede- und Antragsrecht in der Gemeindevertretung und in den Ausschüssen.“

In der Brandenburgischen Kommunalverfassung sei verankert, dass den Beiräten Gelegenheit zu geben ist, gegenüber der Gemeindevertretung zu Maßnahmen und Beschlüssen, die Auswirkungen auf ihren Aufgabenbereich haben, Stellung zu nehmen, so Wilczek. „Das sollen wir umsetzen.“

Kritik von den Linken

Ähnlich sehen das die Linken in Wustermark. Sie bemängeln den enormen Zeitverzug bei diesem Thema. „Nach jahrelangem politischen Streit um die Seniorenarbeit in Wustermark, wurde eine angemessene Beteiligung von Senioren in Wustermark erneut um eineinhalb Jahre verschleppt“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Wustermarker Linken Tobias Bank.

„Wir wären dumm, die Erfahrung der älteren Generation nicht anzuhören und ihre Vorschläge nicht bei der Entscheidungsfindung mit einzubeziehen.“ Der Vorschlag der Linken dazu, der mit dem Kreisseniorenrat angestimmt sei, liege seit Oktober 2017 vor. „Seit dem gab es in Wustermark nicht einmal eine Diskussion um die Seniorenbeteiligung“, schimpft Bank.

Das bestätigt Andreas Wilczek. Der Antrag der Linken sei bisher weder im Ausschuss für Bildung und Soziales noch in der Gemeindevertretung beraten worden.

Verwaltung zog Beschlussvorlage zurück

Allerdings hatte die Gemeindeverwaltung in der letzten Gemeindevertretersitzung einen eigenen Vorschlag als Beschlussvorlage eingebracht, diesen aber dann wieder zurückgezogen. „Es müssen noch einige Dinge zum Umgang mit dem Seniorenbeirat geklärt werden, bevor wir die Hauptsatzung ändern können“, so Holger Schreiber (parteilos). Zur nächsten Sitzung im Mai soll darüber entschieden werden.

Seniorenbeiratsvorsitzender Andreas Wilczek wünscht sich, dass der ursprüngliche Antrag der Linken einfach nur um den Passus Rede-und Antragsrecht für den Beirat erweitert wird. „In vielen Städten und Gemeinden im Landkreis Havelland ist die Beteiligung des Seniorenbeirates längt geregelt.

Viele Jahre gab es Querelen

In Wustermark gab es in den Jahren 2014 bis 2016 heftige Auseinandersetzungen um die Seniorenarbeit. Vor allem zwischen WWG, SPD und CDU entbrannte damals ein heftiger und teils persönlicher Streit. Auch dank des Einsatzes des damaligen Vorsitzenden des Kreisseniorenrates Heinz Golze war es gelungen, die Gemüter zu beruhigen und den Seniorenbeirat Wustermark zu unterstützen.

Der Seniorenbeirat, zudem derzeit neben Andreas Wilczek auch Marianne Skowrnowski, Evelyn Gliese, Margit Fritsche, Gudrun Groh, Karin Schiewe gehören, hat immer dienstags Sprechzeit im Rathaus, ähnlich der Öffnungszeiten der Bibliothek.

Von Jens Wegener

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