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Xavier: Große Schäden auf Weinberg-Friedhof

Rathenow Xavier: Große Schäden auf Weinberg-Friedhof

Auf dem historischen Friedhof auf dem Rathenower Weinberg hat der gewaltige Sturm vom 5. Oktober beträchtliche Zerstörungen hinterlassen. Viele Wege sind nun schon frei geräumt, doch einige Bereiche bleiben weiter abgesperrt. Pfarrer Andreas Buchholz gibt zu, dass es noch lange Zeit dauern wird, bis die meisten Schäden behoben sind.

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Ein Baum ist quer über mehrere Gräber gefallen und hat einen Grabstein tief in den Boden gerammt.

Quelle: fotos: Bernd Geske

Rathenow. Der historische Friedhof auf dem Rathenower Weinberg bietet im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild der Ruhe nach dem Sturm. Die außergewöhnlich heftigen Winde des Orkans vom 5. Oktober haben auf dem 19 Hektar großen Gelände unzählige Zerstörungen angerichtet. Einzelne große, alte Bäume sind komplett entwurzelt worden, von anderen Bäumen brachen Äste in beträchtlicher Größe ab und stürzten herab. Mehrfach ragen nur noch die lädierten Stämme kahl in den Himmel.

Von zahlreichen Bäumen sind die Äste durch den Sturm in so großer Menge aus den Kronen heraus gebrochen worden, dass nichts anderes bleibt, als sie komplett zu entfernen. Dabei tut sich dann sofort das Problem auf, dass diese geschädigten großen Bäume nicht einfach gefällt werden können, sondern mit Rücksicht auf die Nutzung am Boden nur vorsichtig Stück für Stück abgetragen müssen. Die dafür benötigten Hebebühnen sind in diesen Tagen kaum zu bekommen und nicht gerade billig, wenn man sie lange Zeit braucht.

Manche Bäume sind so geschädigt, dass sie entfernt werden müssen

Manche Bäume sind so geschädigt, dass sie entfernt werden müssen.

Quelle: Bernd Geske

Eine Vielzahl von zersägten Stämmen und reichlich aufgehäuftes Kleinholz weisen darauf hin, dass die ersten Aufräumungsarbeiten schon stattgefunden haben. Doch noch immer gibt es auf dem Friedhof viel zu tun. Die Kirchengemeinde hat an den Eingängen Warnschilder aufgehängt, dass das Betreten des Friedhofs auf eigene Gefahr geschieht.

Hier und da hängen an- oder abgebrochene Äste in den Baumkronen und könnten herabfallen. Niemand hat jetzt Zeit und die technischen Möglichkeiten, um auf dem großen Gelände das lose Zeug aus den Kronen zu sammeln. Deshalb sind besonders gefährdete Bereiche mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Viele Wege konnten schon wieder frei gegeben werden, denn die Zahl der Menschen ist groß, die die Gräber ihrer Lieben pflegen wollen – oder in Ordnung bringen müssen.

„Besonders weh tut es uns“, sagt Pfarrer Andreas Buchholz, „dass auch viele alte Grabstellen beschädigt worden sind.“ Häufig seien Äste oder gleich ganze Bäume auf Grabstellen gestürzt. Alte schmiedeeiserne Zäune und Einfassungen seien dadurch beschädigt worden. Einmal habe ein umgestürzter Baum einen Grabstein einen halben Meter in den Boden gerammt. Besonders bedauerlich sei, dass die Versicherung für die Schäden wohl nicht aufkommt.

Das Dilemma an der Lage ist ja, dass gerade der alte Baumbestand den Charme des historischen Weinberg-Friedhofs ausmacht, der seinen Ursprung im Jahr 1733 hat. Die Allee der gewaltigen Platanen am Hauptweg vom Torhaus zur Auferstehungskirche ist um das Jahr 1900 gepflanzt worden. Eine hat der Sturm samt Wurzel umgelegt. Zum Glück hat es an der Auferstehungskirche und am Torhaus keine Zerstörungen gegeben.

Pfarrer Andreas Buchholz

Pfarrer Andreas Buchholz.

Quelle: Bernd Geske

„Es kann sich niemand hier daran erinnern“, teilt Pfarrer Buchholz mit, „dass es auf unserem Friedhof durch einen Sturm schon einmal ähnliche viele Zerstörungen gegeben hat.“ Ein ehemaliger Beschäftigter, der vor 40 Jahren dort angefangen hatte, habe das bestätigt. Auch der berüchtigte Sturm während der Buga 2015 habe lange nicht so gewütet. Andreas Buchholz spricht von seiner Dankbarkeit, die er all jenen freiwilligen Helfern gegenüber empfinde, die in den ersten Tagen beim Aufräumen auf dem Friedhof geholfen haben. Schließlich sollten doch die Beerdigungen so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden.

„Ich bitte alle Friedhofsbesucher um Verständnis dafür“, sagt Andreas Buchholz, „dass es einige Zeit dauern wird, bis wir die meisten Schäden beseitigt haben.“ Es gebe unheimlich viel Arbeit. Die Gemeinde werde sich mehr auf die Möglichkeit starker Stürme einstellen müssen, räumt er ein – was so viel bedeutet wie: Alte Äste und Bäume früher entfernen. Wie das bei so großen und teils schwer erreichbaren Bäumen gehen soll? Pfarrer Buchholz sagt: „Das ist echt ein Problem.“

Von Bernd Geske

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