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Zalando-Mitarbeiter fordern höhere Löhne

Brieselang Zalando-Mitarbeiter fordern höhere Löhne

Beschäftigte des Online-Großhändlers Zalando in Brieselang legten am Mittwoch ihre Arbeit nieder. Grund sind die zuletzt gescheiterten Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Geschäftsführung. Verdi fordert Löhne, wie sie auch im Einzelhandel gezahlt werden.

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Die Mitarbeiter von Zalando in Brieselang legten am Mittwoch ihre Arbeit nieder: Sie fordern Bezahlung auf Einzelhandelsniveau.

Quelle: Danilo Hafer

Brieselang. Rund 150 Beschäftigte des Brieselanger Standortes des Online-Händlers Zalando legten am Mittwoch ihre Arbeit nieder. Dazu aufgerufen hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), um erneut auf ihre Forderungen nach gerechter Entlohnung aufmerksam zu machen.

Anlass für den Streik waren die zuletzt erneut gescheiterten Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und der Zalando-Geschäftsführung Anfang September. Verdi fordert für die rund 1300 Mitarbeiter des Standortes in Briselang einen Tarifvertrag, der sich nach dem des Einzelhandels richtet. „Zalando verkauft eigene Produkte an den Endkunden und ist damit auf jeden Fall ein Einzelhändler und kein reines Logistikunternehmen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Erika Ritter. Dementsprechend sollten die Beschäftigten auch entlohnt werden. Derzeit zahlt der Online-Händler einen Stundenlohn von 10,12 Euro. Verdi wünscht sich für die Beschäftigten jedoch einen Stundenlohn von 11,99 Euro, so wie er auch im Einzelhandel gezahlt wird. Der Online-Händler wolle sich jedoch nicht auf diese Bedingungen einlassen.

„Bei den letzten Gesprächen am 6. September ist die Geschäftsführung irgendwann einfach aufgestanden und gegangen“, so Ritter. Dieses Verhalten sei nicht hinnehmbar. Ein Streik war aus der Sicht der Gewerkschaft die einzige Möglichkeit, um weiter Druck zu machen.

20 Kilometer am Tag unterwegs

Die Lagertätigkeit bei Zalando sei körperlich sehr belastend. So müssten die Beschäftigten für das Zusammenstellen der Ware für den Versand täglich bis zu 20 Kilometer zu Fuß zurücklegen. Eine Vergütung auf Handelsniveau sei daher mehr als angemessen. Viele der Beschäftigten arbeiten schon seit vielen Jahren bei Zalando und wollen dies auch weiter tun, allerdings zu besseren Bedingungen. „Eine bessere Bezahlung wäre für uns auch ein Zeichen, dass man unsere Arbeit respektiert, das spüren wir derzeit nämlich überhaupt nicht“, sagte ein Beschäftigter der schon seit sechs Jahren bei Zalando tätig ist. Auch genauere Informationen über die Zukunft des 2011 eröffneten Logistikzentrums an der Autobahn A10, direkt neben dem Online-Riesen Amazon, wünschen sich die Angestellten. „Wir wissen nicht ob und wie es für uns weitergeht“, sagte eine der Beschäftigten.

Streiks im Zweifel auch im Weihnachtsgeschäft

Die Sicherheit des kleinsten Zalando-Standortes war auch immer wieder ein Thema bei den Verhandlungen. „Wenn wir die geforderten Löhne zahlen müssten, wäre die Sicherheit des Standortes gefährdet“, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage der MAZ. Grundsätzlich sei die Geschäftsführung allerdings jederzeit zu neuen Verhandlungen bereit, unter der Bedingung, dass Verdi von den gestellten Forderungen Abstand nimmt. „Wir haben in einem Zukunftstarifvertrag angeboten Löhne nach dem Logistiktarifvertrag zu zahlen, das wurde von Verdi jedoch abgelehnt“, so die Sprecherin. Die Gewerkschaft besteht weiter auf den gestellten Forderungen. „Zalando ist eines der sich am schnellsten entwickelnden Handelsunternehmen in Deutschland, das die höheren Löhne locker zahlen könnte, es aber schlicht nicht will“, so Ritter. Auch die Behauptung, Zalando müsse konkurrenzfähig bleiben, ist für Ritter nicht stichhaltig. „Zalando steht in direkter Konkurrenz zu den großen Textil-Händlern, wie H&M, Zara oder Otto, die ihrerseits eine Tarifbindung an die Verträge des Einzelhandels haben“, so Ritter.

Die ersten Verhandlungen zwischen Verdi und der Geschäftsführung gab es bereits am April. Danach folgte drei Verhandlungsrunden, die ohne Ergebnis endeten. Ob sich durch den Streik etwas bewegen wird, müsse man nun abwarten. „Wir werden jedenfalls nicht einknicken“, betonte Ritter. Im Zweifel werde es weitere Streiks geben. Auch dann, wenn auf Grund des Weihnachtsgeschäftes alle Hände dringend gebraucht werden.

Von Danilo Hafer

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