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Havelland Zalando möchte Flüchtlinge beschäftigen
Lokales Havelland Zalando möchte Flüchtlinge beschäftigen
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16:29 11.08.2016
Schuhe sind der größte Warenposten in Brieselang. Quelle: Konrad Radon
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Brieselang

Vor fünf Jahren siedelte sich der Online-Händler Zalando mit einem Logistikzentrum im Güterverkehrszentrum Brieselang an. Beim Start waren dort 120 Menschen beschäftigt. Heute ist Zalando neben Amazon der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Brieselang. Seit Anfang 2014 ist Robert Fix der Standortleiter.

Standortleiter Robert Fix. Quelle: Amazon

Wenn sich in nur fünf Jahren die Zahl der Arbeitsplätze verzehnfacht, kann man wohl von einem erfolgreichen Standort sprechen. Aber nicht alle Beschäftigten sind fest angestellt, oder?

Robert Fix: Nein. Etwa 60 Prozent der Verträge unserer Mitarbeiter wurden entfristet. Fakt ist auch, dass 500 Mitarbeiter schon länger als drei Jahre in Brieselang arbeiten. Das kann sich sehen lassen.

Wie hat sich der Standort Brieselang entwickelt?

Fix: Die Umschlagszahlen sind sehr gut. Wir verschicken die Artikel mittlerweile in 15 Länder. Und das sind nicht nur Schuhe. Etwa 150 000 Artikel sind gelistet, nicht alle in Brieselang, auch in Erfurt und Mönchengladbach.

Bei Zalando arbeiten Menschen aus vielen Teilen der Welt. Wie kommen die miteinander klar? Gibt es Konflikte?

Fix: In Brieselang sind 30 Nationen vertreten. Alle kommen miteinander klar. Wir haben uns der Aktion des Brandenburger Bildungsministeriums „Tolerantes Brandenburg“ angeschlossen, sind gegen Fremdenfeindlichkeit und für Integration.

Ist die Integration für Flüchtlingen am Standort Brieselang möglich?

Fix: Das ist nicht nur möglich, wir versuchen es gemeinsam mit dem Jobcenter in Nauen demnächst umzusetzen. Fünf Flüchtlinge sollen ab Ende August als Picker, das sind die Leute, die die bestellten Waren der Kunden aus den Regelen holen, eingestellt werden. Sie haben sich beim Kennenlerntag vorgestellt und sich die Arbeit angesehen.

Wie läuft die Verständigung?

Fix: Deutsch ist eine Voraussetzung. Deshalb müssen sie vorher Sprachkurse absolvieren. Aber wir bieten in Kürze intern auch Sprachkurse an, vorerst für polnische Mitarbeiter. Für unseren Beschäftigten ist das kostenfrei. Die Kurse werden zur Hälfte in der Arbeitszeit abgehalten.

Neben dem Betriebsrat gibt es bei Zalando nun auch die neue Stelle eines Integrationsmanager. Was macht der?

Fix: Das ist ein gelernter Sozialpädagoge. Er wird die Führungskräfte im Umgang mit ausländischen Angestellten und Behinderten beraten, wird als Vermittler auftreten und ist Ansprechpartner für beide Seiten.

Immer wieder werden Vorwürfe an die Online-Händler laut, sie würden die Mitarbeiter nicht gut bezahlen, immer wieder Leute entlassen und neue einstellen. Wie sehen Sie das?

Fix: Fakt ist, wir zahlen einen Stundenlohn von 10,12 Euro. Dazu gibt es Schichtzuschläge, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Übrigens gilt der Stundenlohn für alle Picker und Einpacker, egal aus welchem Land sie kommen. Natürlich ist der Online-Handel schwankend. Zu Hoch-Zeiten brauchen wir mehr Leute, dann fahren wir sogar das Dreischichtsystem. Es gibt aber auch Zeiten im Jahr, wo die Leute weniger bestellen. Dann ist Flexibilität gefragt.

Apropos Flexibilität. Vor Monaten hatten Sie ein Problem mit dem Öffentlichen Personennahverkehr beim Landkreis Havelland angesprochen. Die Anschlüsse von der Bahn zum Bus klappen oft nicht. Hat sich etwas geändert?

Fix: Die Situation hat sich trotz unserer Bemühungen leider nicht verbessert. Das Umsteigen von Zug zum öffentlichen Bus funktioniert oft nicht, und die Leute kommen deshalb zu spät zur Schicht. Verschiedene Lösungen wie Taxigutscheine und anderes haben bisher aus administrativen Gründen nicht funktioniert.

Denkt man bei Zalando perspektivisch über eine Erweiterung des Standortes in Brieselang nach oder ist das kein Thema?


Fix:
Wir sind mit unserem Standort im Güterverkehrszentrum sehr zufrieden. Erweiterungspläne kenne ich nicht.

Von Jens Wegener

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