Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
40 Fälle von Borreliose im Havelland

Zecken lauern in Büschen 40 Fälle von Borreliose im Havelland

Folgenreiche Zeckenbisse: Mit den bisher 40 gemeldeten Borreliose-Fällen liegt das Havelland in diesem Jahr bisher im Mittelfeld bei den Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg. An der Spitze befindet sich der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 68 Fällen, in Cottbus sind es mit fünf am wenigsten.

Havelland 52.642506 12.735333
Google Map of 52.642506,12.735333
Havelland Mehr Infos
Nächster Artikel
Tödliche Spritztour auf dem Riewendsee

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte Vorsorge treffen.
 

Quelle: Foto: Dpa

Havelland.  Wenn es draußen wärmer wird, fühlen sich auch die Zecken wohl, kommen aus ihren Winterquartieren gekrabbelt. Dabei reicht es ihnen schon, wenn es mehrere Tage hintereinander wärmer als sieben Grad Celsius ist. Und das kann in der Regel ab März soweit sein, in milden Wintern aber durchaus auch früher. Dann steigt auch die Gefahr von Borreliose-Erkrankungen an. Bei einem Biss übertragen die Tiere unter Umständen die gefährlichen Borrelien-Bakterien auf den Menschen. Die Folge können Herzmuskel-, Gelenk- und Nervenentzündungen sein – entweder zeitnah oder auch viele Jahre später.

Für das Havelland liegen in diesem Jahr bisher 40 gemeldete Fälle von Borreliose-Erkrankungen vor. Damit liegt der Landkreis eher im oberen Mittelfeld – bezogen aufs Land Brandenburg. Im gesamten Land sind seit Jahresanfang weniger Menschen nach Zeckenbissen erkrankt als im Vorjahreszeitraum. Bis Anfang August gab es 577 Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam vor Kurzem mitteilte. Am stärksten betroffen sind in diesem Jahr bislang die Landkreise Potsdam-Mittelmark (68), Dahme-Spreewald (67) und Oberhavel (55). Am seltensten traten Borreliose-Erkrankungen in Cottbus (5), Frankfurt (Oder) (8) und in der Spree-Neiße-Region (13) auf.

Im Vorjahr wurden im gesamten Land Brandenburg mehr als 1500 Fälle von Borreliose-Erkrankungen registriert. Im Havelland waren es 114 gemeldete Fälle, teilt die havelländische Kreisverwaltung mit. „Eine Tendenz in der Entwicklung der Erkrankungszahlen kann man nicht ableiten“, sagt Pressesprecherin Bianca Lange. Dazu sind die jeweiligen Zahlen zu unterschiedlich. Der Höchstwert in den vergangenen zehn Jahren wurde 2013 mit 156 Erkrankungen registriert, gefolgt von 2010 mit 147 und 2006 mit 133. Die wenigsten Fälle gab es 2012 mit 86.

Auch in der Klinik in Nauen sind Zeckenbisse ein Thema. „Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Zahlen nicht wesentlich angestiegen“, sagte Sprecherin Silke Monte. Vor allem Leute, die aus dem Urlaub kommen, vom Wandern oder Baden tauchen mit Zecken im Krankenhaus auf. „An den Wochenenden entfernen wir im Schnitt etwa 10 Zecken“, sagt sie. Dies bedeute aber keinesfalls, dass die Betroffenen auch mit den Borrelien-Bakterien infiziert sind. Gewissheit gebe es erst, wenn sie sich nach vier Wochen beim Hausarzt Blut abnehmen lassen, das auf den Erreger hin untersucht wird. Eine Rückmeldung zum Ergebnis erhalte das Krankenhaus aber nicht.

 Bei entsprechender Vorsorge können Zeckenbisse weitestgehend vermieden werden. Die achtbeinigen Spinnentiere, die meist bis Oktober aktiv sind, lauern im Unterholz, in Büschen und an Ästen in einer Höhe von 80 bis 150 Zentimetern. Zwar haben sie keine Augen, doch sie erkennen Menschen an Geruchsstoffen.

Bei einem Aufenthalt in der Natur sollte lange, eng anliegende Kleidung getragen werden, raten Experten. Zudem wird empfohlen, nach einem Aufenthalt im Wald, auf Wiesen oder im Garten den Körper nach Zecken abzusuchen, insbesondere an Arm- und Beinbeugen und auf dem Rücken. Weniger Gefahr, gestochen zu werden, besteht bei kalter trockener Luft. Dann ziehen sich Zecken unter die Laubdecke zurück. Dort halten sie meist zwischen November und Februar Winterruhe.

 Weil die Zecke zur Fortpflanzung an einem größeren Tier Blut saugt, wird ebenfalls geraten, Haustiere wie Hund und Katze während der warmen Saison ständig mit Zeckenmitteln zu behandeln und nach Zecken abzusuchen.

Die Spinnentiere sind an ihren Mundwerkzeugen langsam und gerade in einem Zug aus der Haut herauszuziehen. Man sollte die Zecke dazu möglichst nah der Haut im Kopfbereich anfassen, am besten mit einer Pinzette oder einem speziellen Instrument zur Zeckenentfernung.

Von Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg