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Zehn Jahre Bibliothek in Dallgow-Döberitz

Geburtstagsfeier Zehn Jahre Bibliothek in Dallgow-Döberitz

In Dallgow-Döberitz wurde am Sonnabend das Bibliotheksfest auf dem Bahnhofsvorplatz gefeiert. Anlass war das zehnjährige Bestehen der Bücherei, auf die die Dallgower stolz sind. Zeitgleich gab es einen Kunst- und Kreativmark.

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Stets umlagert war der Tombolastand, wo es viele attraktive Preise gab.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Dallgow-Döberitz. Ein großes Fest zum zehnjährigen Bestehen feierte die Gemeindebibliothek Dallgow-Döberitz am Sonnabend. Viele Leseratten kamen bei strahlendem Sonnenschein auf den Bahnhofsplatz. In der Dorfstraße fand ein gut besuchter Kunst- und Kreativmarkt statt.

Der Vorsitzende der Dallgower Gemeindevertretung, Ralf Böttcher (CDU), eröffnete das Fest. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung einer Bibliothek für einen Ort hervor. „Es gibt ein großes Literatur-Angebot für alle Altersgruppen“, sagte er. Ralf Böttcher erinnerte an die kürzlich verstorbene Bibliothekarin Helga Gehr.

Seit 2013 leitet Nora Weisse die Bücherei am Bahnhof hauptamtlich als Quereinsteigerin. „Ich lese sehr gern, und zwar alles. Das hilft mir, wenn ich geschenkte Bücher nicht gleich einsortieren kann.“ Mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern veranstaltet sie auch Lesungen wie auf der Jubiläumsfeier.

An einem eigenen Stand stellten sich die lokalen Autorinnen vor: Schon am frühen Vormittag informierten Astrid Guderian, Astrid Ossig und Sylvia Roßbach über ihre Bücher, aus denen sie in der Bibliothek lasen. Sie alle haben Kindergeschichten veröffentlicht, die in vielen Kitas und Schulen des Havellandes und in Berlin gelesen werden.

„Eine so kurze Freundschaft“ von Astrid Guderian hilft Kindern, von Verstorbenen Abschied zu nehmen. Sylvia Roßbach hat Mäusegeschichten geschrieben, die sie erst ihrer kleinen Tochter erzählt hatte. Damit erinnert sie ein wenig an Joanne K. Rowling, der Autorin der Harry-Potter-Bände. „Auf meiner Website habe ich auch Kurzgeschichten für Erwachsene veröffentlicht“, sagte Sylvia Roßbach.

Astrid Ossig ist Spezialistin für Pferdemusicals, sie arbeitet gerade an ihrem zweiten. Die ehemalige Kriminalbeamtin schreibt außerdem an einem Kinderkrimi.

Die lokalen Vereine und Unternehmen unterstützen die kleine Bücherei am Bahnhof nach Kräften. Viele hatten attraktive Preise für eine stets umlagerte Tombola gestiftet. Das Sanitätsregiment 1 aus Berlin-Kladow, in Patenschaft verbandelt mit Seeburg, bot Kinderschminken an: Soldatinnen machten aus Mädchengesichtern niedliche Hasen und Schmetterlinge. Dabei hatten einige Frauen der Truppe furchterregende Verletzungen am Arm – aber alles nur geschminkt.

Der Seeburger Sportverein verkaufte an einem Stand die leckersten Hamburger überhaupt, und der Sportverein Dallgow schickte die Trommelgruppe „Drums Alive“ zu flotter Popmusik auf die Bühne. Seniorenbeirat und Dallgower Dorfverein versorgten die Gäste mit Kuchen, Cocktails ohne Alkohol und heißen Würstchen. Viele Dallgower und Gäste aus dem Havelland genossen ein buntes Sommerfest.

In der benachbarten Dorfstraße fand zeitgleich der 3. Kunst- und Kreativmarkt statt. An 34 Ständen zeigten 38 Künstler und Handwerker ihre Arbeiten. Besonders originell war das Upcycling, also die kreative Wiederverwertung von technischen Utensilien wie Schallplatten und Disketten, die inzwischen aus der Zeit gefallen sind. Michael Laube und Sabine Reichhelm bauen daraus so erstaunliche Dinge wie Notizbücher oder Papierrollenhalter. Aus Typentasten von Schreibmaschinen und uralten Computern schafft Kirsten Edahl, Goldschmiedin in Nauen, edle Manschettenknöpfe in silberner Fassung.

Für Besucher wie Anbieter war der Markt ein voller Erfolg. „Alle sind sehr begeistert. Es ist angenehm, dass es nicht zu voll ist. Schon am ersten Tag der Anmeldung war über die Hälfte der Stände gebucht.“, sagte Yvonnne Stroschke, zusammen mit Ivonne Henning hatte sie den Markt organisiert. Die Dorfstraße lud zum entspannten Flanieren ein; vorbei an phantasievollen Kunstwerken. Keine Frage, nächstes Jahr gibt es den vierten Kunst- und Kreativmarkt.

Von Judith Meisner

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