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Zehn Jahre Netzwerk Gesunde Kinder

Nauen Zehn Jahre Netzwerk Gesunde Kinder

Das Havelländische Netzwerk gesunde Kinder wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Derzeit stehen 43 Familienlotsinnen und 20 Hebammen zahlreichen Familien im gesamten Havelland zur Seite. Sie beraten sie zu Gesundheits- und Erziehungsfragen, sind Ansprechpartner bei Problemen und vermitteln, wenn der Rat von Experten erforderlich ist.

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Eine Sonnenblume gab es als Dankeschön für die Familienlotsinnen und Hebammen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Seit März vergangenen Jahres berät Majbrit Kellner Familien und ihre bis zu drei Jahre alten Kinder. Sie gibt Tipps zum Umgang mit dem Kind, hilft, wenn Probleme auftreten, beantwortet Fragen und berät, wenn irgendwelche Anträge gestellt werden müssen. Alles geschieht ehrenamtlich, denn die 24-Jährige ist Familienlotsin beim Havelländischen Netzwerk Gesunde Kinder. „Ich habe das Gefühl, dass die Eltern sehr offen dafür sind, es wird dankend angenommen“, sagt Majbrit Kellner.

Sie ist die jüngste der momentan 43 Familienlotsinnen im Landkreis. Zusammen mit 20 Hebammen kümmern sie sich derzeit unentgeltlich um 902 Kinder und Schwangere im gesamten Havelland. Vor zehn Jahren – am 22. September 2006 – wurde das Projekt ins Leben gerufen. Daran erinnerte Jörg Grigoleit, Geschäftsführer der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe. „Das Netzwerk ist gut gewachsen“, schätzte er rückblickend zu dem Projekt ein, dass vorn vornherein das Ziel hatte, dass „kein Kind verloren gehen sollte“.

Erste Erfahrungen gab es zu dem Zeitpunkt schon. Die Kliniken hatten seit 2004 für den Landkreis Reihenuntersuchungen bei Kindern vorgenommen und somit schon Erkenntnisse zu deren Gesundheit gewonnen. Dabei wurde auch deutlich, wo Aufklärungsarbeit nötig ist, wo man präventiv tätig werden muss. Doch bei aller Notwendigkeit und allem Zuspruch für die Netzwerk-Idee „gab es auch Gegenwind“, erinnerte Grigoleit auf einem Forum anlässlich des zehnjährigen Bestehens. Kritiker meinten, dass sich Ehrenamtler zu viel Fachwissen anmaßen würden und es gab Bedenken, dass der Datenschutz nicht eingehalten wird. Doch die Befürchtungen, die bestanden, hätten sich größtenteils nicht bewahrheitet.

Neu erfunden werden musste das Projekt damals nicht. Die Havelländer konnten auf Erfahrungen in der Niederlausitz zurück greifen, gingen allerdings auch ihren eigenen regionalen Weg. Dazu gehört, dass bei den Kindern bis zu einem Lebensjahr überwiegend Hebammen die Betreuung übernehmen, erst danach die Familienlotsinnen, die vorwiegend aus sozialen Berufen kommen. In den vergangenen zehn Jahren wurden 2956 Kinder drei Jahre lang betreut, aber auch Schwangere. „Das Herzstück sind die Ehrenamtler, denen die Familien ans Herz gewachsen sind“, so Jörg Grigoleit.

Zum Gratulieren kam auch Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske. „Es ist eine richtige Erfolgsgeschichte“, lobte er das Netzwerk und dessen Mitstreiter. Fast ein Viertel der im Havelland geboren Kinder werde von dieser Institution erreicht, diese Reichweite sei keine Selbstverständlichkeit. „Und 50 Kooperationspartner, das ist eine irre hohe Zahl“, fügte der Minister hinzu.

Demnächst will das Netzwerk ein weiteres Projekt anbieten: den Pflasterpass. „Das ist sozusagen das Seepferdchen der Ersten Hilfe“, erklärte Jörg Grigoleit. Unter Trägerschaft der Rettungsdienst GmbH des Landkreises sollen Kita-Kinder Grundwissen in Erster Hilfe bekommen – etwa, dass sie im Notfall die 112 wählen müssen oder aber sie lernen, wie sie ein Pflaster kleben. „Wir werden das Projekt auch an unserem Stand beim Havelländischen Notfalltag am Wochenende vorstellen“, kündigt Netzwerk-Koordinatorin Andrea Thiele an. Sie würde sich zudem wünschen, dass sich noch mehr Frauen als Familienlotsen bewerben, um beratend tätig zu sein. Diese sollten am besten aus den Bereichen Soziales, Medizin und Pädagogik kommen und in ihrem Beruf etwas mit Kindern zu tun haben wie etwa Kinderkrankenschwestern oder Kita-Erzieherinnen.

Von Andreas Kaatz

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